• MAS-Schaft, Stand der Dinge !

      Das MAS® - Schaftsystem ist ein vom mexikanischen Ingenieur Marlo Ortiz entwickeltes und patentiertes Schaftsystem (MAS = Marlo Anatomical Socket). Es verfolgt neue Ansätze und bringt vielen Oberschenkel-Amputierten einiges an Vorteilen:

      1. sehr gute Rotationskontrolle (kein Verdrehen zwischen Stumpf und Schaft)
      2. bequeme hydrostatische Lastaufnahme (die Last wird auf den gesamten Stumpf übertragen, und nicht nur auf einzelne Punkte)
      3. verbesserte Seitenstabilität (kein "Nach-Außen-Wandern" des Schaftes)
      4. so gut wie keine Bewegungseinschränkung, bequemeres Sitzen und
      5. sehr gut kosmetisch versorgbar

      Dieses Schaftsystem stellt jedoch für den Orthopädietechniker eine große Herausforderung dar, denn es setzt eine akribische Maßnahme und Modelltechnik voraus und fordert einiges an Fachwissen. Dennoch scheint dieses Schaftsystem den Anderen weit überlegen, denn es geht die wenigsten Kompromisse ein. Beim querovalen Schaft zum Beispiel zeigt sich immer ein sehr hoher Randdruck durch die Lastaufnahme am Sitzknochen, eine verringerte Seitenstabilität und bei fehlendem Vollkontakt eine starke Zyanose-Neigung (der sog. große "Knutschfleck" am Stumpfende), die durch den Unterdruck entsteht. Klassische längsovale Schäfte sind aufgrund der knöchernen Verblockung zwischen dem Sitzbeinast und dem Oberschenkelknochen zwar seitenstabil, schränken den Patienten durch einen sehr hohen Verlauf des Schaftrandes doch sehr stark ein. Auch das Sitzen ist bei den genannten Schaftformen problematisch. Es existieren auch noch Mischformen, die aber hier nicht weiter erläutert werden sollen.

      Wie funktioniert nun der MAS® ?


      *Abb. Testschschaft für ein
      rechtes Bein

      Der MAS® - Schaft setzt wie gesagt eine genaue Maß- und Abformtechnik voraus und beruht auf 3 Prinzipien:

      1. Drei-Ebenen Kongruenz
      2. Drei Kraftvektoren
      3. Hydrostatische Lastaufnahme

      Das lässt sich alles recht schwer in Anwender-Deutsch übersetzten; nur so viel: Punkt 1 bezieht sich im Wesentlichen auf die Ausrichtung des sog."Ohres" (was im Übrigen nicht zur Lastübertragung genutzt wird); Punkt 2 berücksichtigt haupsächlich 3 Maße (muskulär und knöchern) und mit dem dritten Punkt ist die gleichmäßige Druckverteilung auf den gesammten Stumpf gemeint.

      Für Techniker:

      1. Ohr parallel zum Ramus / Vertikaler Ramuswinkel 10° bis 15° /"Bank" dient nicht zur Lastübertragung, Breite durchschn. 12mm

      2. mediales AP / Skelettales ML / Diagonales ML
      3. Hydrostatik

      Die ermittelten Maße dienen während des gesamten Maß- und Fertigungsprozesses als Bezugspunkte. Weitere Details würden den Rahmen dieses Beitrages sprengen, zu erwähnen bleibt noch das der Bereich des Perinaeums nicht parallel zur Schrittrichtung verläuft sondern zum Ramus.

      Die Patienten spüren in der Regel die Ramusumgreifung nicht und sind i.d.R. für eine Umstellung auf das Sytem dankbar.

      Interessierte Patienten wenden sich an rene.jaeschke@otwolf.de --- 03723/6528-16 - Info´s auch im otwolf - blog.

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