Printkampagne "DIE GESELLSCHAFTER / AKTION MENSCH" – Models gesucht!

02. März 2010

Für die neue Printkampagne "DIE GESELLSCHAFTER / AKTION MENSCH" suchen wir dringend zum 04.03.10 und/oder 05.03.10 -gegen Gage
Eine Schülerin zwischen 13 und 18 Jahren im Rollstuhl. 
Einen jungen sportlichen Mann mit Beinprothese.
Wir wollen zeigen, dass auch Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich in allen Lebensbereichen der Gesellschaft dazu gehören.
Und darüber hinaus noch eine praktische Antwort, wie Inklusion gelebt werden kann.
Die Fotomotive werden von einer professionellen Produktionscrew in einer Berliner Schule/Sportplatz/Restaurant umgesetzt.
Alle rechtlichen Fragen werden natürlich im voraus geklärt.
Wenn Ihr euch angesprochen fühlt oder jemanden kennt der für dieses Motiv in Frage kommt – meldet euch bitte kurzfristig, jederzeit bei Sebastian Hänel.
telefonisch unter: +49(0)1721756384 
und/oder per e-mail unter: mail@johannsebastianhanel.com

Fünfjähriges Jubiläum – Stolperstein Skiwochenende im Tiroler Kaunertal

08. Januar 2010

Vom 15. bis 18. April 2010 lädt das Stolperstein Team bereits zum fünften Mal zum Skiwochenende nach Tirol ein. An einem Wochenende im Schnee können Beinamputierte unter professioneller Anleitung Skifahren lernen. Für alle Sportbegeisterten gibt es verschiedene Möglichkeiten, um ins Schneevergnügen am Kaunertaler Gletscher einzutauchen. Die entsprechenden Ausrüstungen für beinamputierte Personen können ausgeliehen werden – damit dem Winterspaß nichts mehr im Wege steht.

Neu in diesem Jahr

  • Schneevergnügen um einen Tag verlängert – bereits ab Donnerstag
  • Für das gemütliche Beisammensein: Glühwein- und Cocktailabend inklusive

Alle Teilnehmer werden im 4-Sterne- Hotel Weisseespitze untergebracht: einem behindertengerechten Hotel zum Wohlfühlen, das keine Wünsche offen lässt. Barrierefreiheit wird hier groß geschrieben.

Technische Voraussetzungen – Sie haben eine Unterschenkelprothese? Im individuellen Fall versorgt Ihr Orthopädietechniker Sie mit einer abnehmbaren Oberhülse, einer Orthese zur Stabilisierung Ihres Knies. Damit können Unterschenkelamputierte mit sicherem Halt auf zwei Beinen Skifahren. Lassen Sie sich in jedem Fall vor dem Skiwochenende von Ihrer orthopädietechnischen Werkstatt beraten! Besitzen oder möchten Sie keine Oberhülse, können Sie mit einer Krückenskiausrüstung fahren.
Sie besitzen keine Oberhülse oder sind knieex-/ oberschenkel- oder hüftexamputiert? Ohne Prothese, auf einem Bein mit einem Ski und zwei Skikrücken können Sie auch den Schnee genießen ? die entsprechende Ausrüstung kann ausgeliehen werden.
Skikurse bei den Profis ? auch für Anfänger! Der unterschenkelamputierte Profisportler Manfred Auer und andere beinamputierte Experten des Austria Skiteams unterstützen alle Skifahrer an diesem Wochenende. So können auch Anfänger das Skifahren erlernen und Erfahrene ihre Technik verbessern. Auch ein Snowboardkurs ist auf Anfrage möglich.
Außerdem steht Ihnen das ganze Wochenende ein Orthopädietechniker zur Verfügung.
Aktionen

  • Verlosung zum fünfjährigen Jubiläum unter den Teilnehmern: Zu gewinnen gibt es einen Gutschein für ein Wochenende in der Weisseespitze
  • Glühweinabend am Freitag inklusive
  • Cocktailabend am Samstag inklusive mit anschließender Überraschung
  • medi Überraschungsgeschenk für alle Teilnehmer
  • Aktion am Gletscher: medi Pavillon & Fahnen als Info- und Sammelpunkt

Weitere Hinweise

  • Verlängerung der Übernachtungen im Hotel möglich zu medi Konditionen: 65€ pro Tag im Doppelzimmer pro Person 76€ pro Tag im Einzelzimmer pro Person
  • Im Tagespreis ist folgendes inkludiert: Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Bio-Ecke, Kaffee- und Kuchen- oder Jausenbuffet am Nachmittag, ein 4-Gang-Wahlmenü am Abend und Freizeiteinrichtungen wie Hallenbad, Sauna, Dampfbad, Ruheraum, Kneippanlage und Fitnessraum. Der Wellnessbereich umfasst 400 m² und lädt so richtig zum Entspannen und Erholen ein. Gegen Gebühr auch Solarium und Massagen buchbar im Hotel.

Weitere Informationen und Anmeldung bei stolperstein.com

„Entdecke das Leben“ im Internet

15. November 2009

Otto Bock bringt Erlebnisse aus dem Alltag ins Internet. Das Medizintechnik-Unternehmen    stellt    drei    Träger    des Beinprothesensystems C-Leg® in den Mittelpunkt seiner neuen Internet-Real-Life-Kampagne.
Auf der Website (www.entdecke-das-leben.de) wird die Geschichte der drei Hauptdarsteller erzählt. In Videos – auch auf YouTube (www.youtube.com/entdeckedasleben) zu sehen – erfährt der Besucher, wie Kathy mit Freunden Berlin besucht, Massimo mit seiner Familie in Pisa unterwegs ist und Robert einige Tage in seiner Heimat Texas verbringt. Die Kamera wurde zum Begleiter, der Schritt halten musste, der Zuschauer ist Beobachter und erhält Einblicke. Auf gestellte Szenen wird bewusst verzichtet, die Aussagen sind offen und spontan. Wie die C-Leg® Träger auch nach den Dreharbeiten ihr Leben führen, kann jederzeit aktuell über Blog und Twitter verfolgt werden. Die wichtigsten Fragen rund um das Produkt und unterhaltsame Medien wie Bildschirmschoner und PC-Hintergrundbilder runden das Angebot der Website ab.

Neu: Prothesenschuhe für beinamputierte Menschen

05. November 2009

Sicherer, leichter, länger laufen

Für Prothesenträger gibt es jetzt ein spezielles Schuhwerk. Die neuen Schuhmodelle von medi powered by Dachstein sind für Menschen mit Beinprothesen entwickelt worden.

Der Prothesenhersteller medi und Dachstein, der bekannte Hersteller von Schuhen und Bekleidung, entwickelten gemeinsam eine neue Generation von Schuhen. Sie richten sich an den besonders hohen Ansprüchen und dem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis von Beinprothesenträgern aus.

Das ist der Nutzen für Anwender der medi Prothesenschuhe
Die Schuhe punkten mit einer rutschhemmenden Sohle (ortho-tec Sohle), optimalem Abrollverhalten, ihrem geringen Gewicht, einem weiten, bequemen Schuheinsteig für leichtes Anziehen und dem angenehmen Tragekomfort. Es gibt sogar eine Ausführung, die auch nur mit einer Hand geschlossen werden kann (M-T21 Boa mit Einhandschnürung). Zusätzlich unterstützt die hochgezogene Zehenfront das Abrollverhalten, die integrierten Dämpfungselemente schonen die Gelenkkette.

Travel Tex

Unter Berücksichtigung orthopädietechnischer Anforderungen steigern die Schuhmodelle die Energieeffizienz und dadurch auch die Laufleistung. Besonders in Verbindung mit den medi Prothesensystemen gewährleisten die Schuhe eine optimale Energieaufnahme, -übertragung und -abgabe beim Gehen (vor allem in Verbindung mit den Karbonsystemen medi Clever Bone und medi ESSA sowie den medi Flex Karbonfüßen). So wird die Energie des Prothesensystems optimal genutzt – für mehr Laufleistung.

Die medi powered by Dachstein Prothesenschuhe sind im medizinischen Fachhandel erhältlich. Welches Sanitätshaus die Schuhe bereits im Programm hat, finden Sie auf www.medi.de unter dem Punkt Händlerfinder.

Viele Informationen finden Sie auf www.stolperstein.com oder im kostenlosen Ratgeber „Bestes Schuhwerk für Prothesenträger – medi powered by Dachstein“. Dieser kann unter Telefon 0180 5003193 (14 ct/min – Handykosten evtl. abweichend), E-Mail stolperstein@medi.de angefordert werden.

Sehr guter Patientenratgeber für Amputierte

21. Oktober 2009

Auf den Internetseiten der eurocom gibt es für interessierte Betroffene den Patientenratgeber “Beinamputation – Wie geht es weiter? “ zum Download. Die eurocom ist die Herstellervereinigung für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel. Mitglieder sind sind unter anderem namenhafte Hersteller wie medi, Össur oder Bauerfeind. Zweck des Vereines ist die Herstellervertretung gegenüber anderen Wirtschaftszweigen, Kostenträgern und für die Gesundheitspolitik zuständigen Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie allen übrigen in die Gesundheitspolitik involvierten Organisationen. Auf der Publikationsseite finden sich auch noch weiteren interessante Downloads wie z.B. verschiedene Arztinformationen.

otworld.de etabliert sich

11. Oktober 2009

Wie einige von euch sicherlich schon festgestellt haben, ist in der aktuellen Ausgabe 17 des Stolperstein ein Bericht über otworld.de erschienen. Wir freuen uns über den Beitrag und darüber, dass unser Forum allmählich in der Branche ankommt.

stolperstein.png

Nachzulesen ist der Beitrag ist auch auf der Online-Präsenz des Stolperstein .

Der Bericht in dem Magazin speziell für Amputierte gibt über die Möglichkeiten von otworld.de Auskunft. Durch die Verteilung in der Zielgruppe, dürfte uns das hoffentlich einige Besucher mehr bescheren.

Übertragbarkeit von Erfahrungen aus der Sportprothetik – Ein Fallbeispiel

01. September 2009

Michael Günther

Übertragbarkeit von Erfahrungen aus der Sportprothetik – Ein Fallbeispiel

Transferability of Experience from Sports Prosthetics – a Case Study

Abstract

Mit der wachsenden Bedeutung des Behindertensports und den sich ständig erweiternden technischen Möglichkeiten der Orthopädietechnik werden Versorgungen mit Sportprothesen auch für die tägliche Praxis relevanter. Dabei müssen verschiedene Anforderungen berücksichtigt werden, die zum Teil den Erfahrungen aus Alltagsversorgungen direkt widersprechen, so etwa in Fragen der Statik und der Schaftgestaltung. Im Artikel ist der Versorgungsfall einer Oberschenkel- Prothese zum joggen beschrieben, wobei insbesondere auf die oben genannten Punkte eingegangen sowie eine optimierte Ventiltechnik vorgestellt wird.

Against the background of an ever growing importance of disabled sports as well as the constantly enhancing technical means in prosthetics, the fitting of amputee sportsmen gets more and more relevant even in day to day practice. There are a variety of demands, which have to be taken into consideration here – some of them directly opposed to experience values as derived from standard fittings, mainly in terms of static alignment and socket design. The article depicts the fitting of a transfemoral amputee with a jogging prosthesis, putting emphasis on the mentioned topics, and moreover introducing an optimized valve technology.

Einleitung

Der Behindertensport ist in den letzten Jahren zu einer festen Institution geworden, nicht nur in Form der vierjährlich stattfindenden Vorzeigeveranstaltung der Paralympics, sondern auch im Rahmen unzähliger kleinerer Sportfeste und Meisterschaften, bei denen Menschen mit Handicap ihre Kräfte messen [6]. Im Zuge dessen hat auch die technische Entwicklung große Fortschritte gemacht, wenngleich der Sektor der Sportprothesen bei weitem immer noch kein Massenmarkt ist. Durch die geringe Zahl an entsprechenden Versorgungen kann auch nur begrenzt auf Erfahrungswerte und etablierte Standards zurückgegriffen werden.

Tatsächlich ist die individuelle Versorgungstechnik für Sportler in der Fachpresse nur recht spärlich beschrieben. Wohl werden entsprechende Passteile in einschlägigen Veröffentlichungen gewürdigt, ohne allerdings genauer auf Schaftgestaltung und Aufbaufragen einzugehen. Michael et al [3] betonen im Hinblick auf die hohen Qualitätsanforderungen der Sportversorgungen die Rolle der Amputationstechnik und des Zusammenspiels zwischen Chirurgen, Therapeuten und Technikern. Eine statistische Untersuchung von Sportverletzungen während der Paralympics 1996 [4] weist darauf hin, dass ungleich verteilte Belastung auf Prothesenbein und erhaltenes Bein das Verletzungsrisiko erhöhen – eine zwar wenig überraschende Tatsache, die aber natürlich bei der Gestaltung einer Sportprothese nicht ignoriert werden sollte. „Anforderungen an eine Sportprothese“ wurden weiterhin von Hueskes 2002 beschrieben [2], auch hier mit Hauptaugenmerk auf den verwendeten Passteilkomponenten und eher grundsätzlichen Überlegungen zu Stabilitäts- und Gewichtsfragen. Die hoch entwickelte Technologie, die heutzutage im Wettkampfsport eingesetzt wird, ermöglicht ständig neue Rekorde, lässt aber auch die Frage nach Regeländerungen aufkommen; vor allem seit die schnellsten Beinamputierten die Bestzeiten unversehrter Athleten anzugreifen beginnen, wie aktuell der Südafrikaner Oscar Pistorius, ein Thema welches ebenfalls in der Fachpresse erörtert wurde [1].
Die nachfolgend beschriebene Versorgung wurde im Rahmen einer Meisterprüfung durchgeführt. Wie sich zeigte, gelten im Bezug auf Schaftdesign, Prothesenaufbau und die Berücksichtigung von Hautirritationen bei Sportprothesen offensichtlich einige andere Regeln als von Alltagsversorgungen bekannt.
Der Artikel beschreibt die Lösung dieser Probleme anhand einer Fallstudie und beleuchtet die Frage der Übertragbarkeit auf sonstige Sport- oder auch Alltagsprothesen.

Beschreibung des Versorgungsfalls

Der versorgte Patient ist 22 Jahre und wurde im Alter von 19 Jahren infolge eines Arbeitsunfalls am linken Oberschenkel amputiert. Dank intensiver Physiotherapie ist folgender Patientenzustand gegeben:

  • Muskelstatus durchgehend 5
  • Aktivitätsgrad 4
  • keinerlei Bewegungseinschränkungen.

Der Patient stellt somit einen Musterpatienten für die Versorgung mit einer Oberschenkelsportprothese dar. Die einzige Problematik war die schlechte Stumpfendbeschaffenheit (Abb.1). Zu erkennen ist ein ca.1 cm hervorstehendes Femurende, eine Hautverpflanzung sowie Vernarbungen.

 Abbildung1

Abbildung 1

Die Prothese wurde zunächst ganz konventionell in sitzbeinumgreifender Form hergestellt. Im Laufe der Anproben stellte sich heraus, dass einige Modifikationen erforderlich waren, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass sich die Stumpfumfangsmaße aufgrund der Trainingseinheiten rasch veränderten. Tabelle 1 zeigt die Veränderungen der Umfangsmaße im Laufe von 3 Wochen, gemessen jeweils zur gleichen Vormittagszeit.

Tabelle 1: Ausgewählte Stumpfmaße im Versorgungszeitraum
Stumpfmaße/Datum Tag 1 Tag 5 Tag 14 Tag 20
Stumpfeintrittsebene 56,3 cm 56,5 cm 56,5 cm 56,4 cm
Steuerungsbereich 51,2 cm 51,7 cm 52,5 cm 53,0 cm
Stumpfendbereich 40,0 cm 39,7 cm 39,8 cm 40,1 cm

Es ist zu erkennen, dass sich die Stumpfmaße besonders im Steuerungsbereich veränderten. Allerdings waren nicht nur die Volumenveränderungen auffällig, sondern auch die Hautverfärbung am Stumpfende. Trotz vorschriftgemäßer Stumpfreduzierung war das Stumpfende weiterhin rot verfärbt. Erste Versuche, dieses Problem zu lösen, in dem das Schaftende abwechselnd enger und weiter gestaltet wurde, blieben ohne Erfolg. Wie sich später herausstellte, war die Ursache der Verfärbung nicht in der Gestaltung des Stumpfendbereiches zu finden, sondern in der des Steuerungsbereiches. Vermutlich durch die Tatsache, dass der Patient die Sportprothese ständig aktiv sichern und in der Schwungphase kräftig durchschwingen muss, liegt quasi eine permanente Muskelaktivität vor, welche die Venen einengt und dadurch den Blutrückfluss zum Herzen hemmt. Der nächste Probeschaft wurde versuchsweise gänzlich ohne Reduzierung des Umfangsmaßes im Steuerungsbereich gefertigt, um den Muskeln den nötigen Raum zu geben. Das Ergebnis war, eine unverändert sehr gute Prothesenführung und -kontrolle, keine Rotverfärbung des Stumpfendes und ein immer noch bestens haftender Prothesenschaft ohne Vakuumverlust. Offensichtlich wirkt sich hier die oben erwähnte „Daueraktivität“ der Stumpfmuskulatur positiv aus, ohne die der Schaft deutlich zu weit wäre.
Ein weiterer Aspekt des Trainingseffektes spiegelte sich in den nötigen Aufbaukorrekturen wieder. Vom Grundaufbau entsprechend der Herstellerempfehlung musste sukzessive abgewichen werden, vor allem nach dem der Patient begonnen hatte, den fürs Joggen erforderlichen Bewegungsablauf zu verinnerlichen und die Prothese mehr einzusetzen. Der Optimierungsprozess erforderte in diesem Fall also nicht nur eine fortgesetzte Anpassung der Prothese an die Bedürfnisse des Amputierten, sondern hatte gleichzeitig auch noch zu berücksichtigen, dass sich der Trainingsstand – und damit ebenjene Bedürfnisse ebenfalls stetig veränderten. Die wichtigsten Justierungen waren zwischen Schaft und Kniepassteil nötig. Letztlich resultierte eine im Vergleich zur Alltagsprothese des Patienten deutlich verstärkte Adduktionsstellung des Schaftes mit entsprechender Lateralisierung des Unterbaus(Abb.2;3). Um eine asymmetrische Beckenrotationsbewegung bei größerer Schrittlänge zu vermeiden, wurde der Schaft in erhöhter Flexion (~8°) aufgebaut, was dem Patienten mehr Stabilität sowie Dynamik ermöglichte. Der Schaft ist dabei soweit nach anterior verschoben, dass der Patient im Stand eine minimale passive Kniesicherung, bei freigegebenem Gelenk, erfährt. Die Lotlinie lag dabei ca. 0,5 cm vor der Knieachse. Alle Passteile unterhalb vom Knie sind nach Herstellerangaben aufgebaut und nur im dorsiplantaren Bereich justiert worden, um dem Sportler die letzte Feineinstellung für eine gleichmäßige Schrittlänge zu geben.

Abbildung 2 und 3

Abbildung 2, 3

Ventilkonstruktion

Mit dem Sporttreiben – hier Joggen – treten generell höhere Belastungen auf, durch die möglicherweise auch kleinste Passungenauigkeiten problematisch werden können. Bei aller gebotenen Sorgfalt bleibt schließlich der Ventilbereich als „Schwachstelle“ im Bezug auf Hautreibung, da sich ein konfektioniertes Ventilpassteil zum Einen zwangsläufig nicht komplett formschlüssig in die konkave Schaftinnenfläche einfügt und vor allem einen anderen Haftreibungskoeffizienten als das Schaftmaterial hat. Das heißt, die Haut gleitet in diesem Übergangsbereich bei Bewegung unterschiedlich gut und wird durch die sich aufbauende Zugspannung gereizt. Im Rahmen der beschriebenen Versorgung wurde deswegen das Ventilpassteil entsprechend modifiziert. Entgegen der üblichen Vorgehensweise wurde beim Tiefziehen des Innenschaftes kein Ventildummy verwendet, sondern der Ventilring nachträglich aufgesetzt, beziehungsweise in das erhitzte Schaftmaterial eingearbeitet (Abb.4;5;6). Hierbei war es wichtig, dass das Bauteil mit einer durchgehenden Materiallippe luftdicht fixiert ist.

Abbildung 4, 5 und 6

Abbildung 4, 5, 6

Dazu hat es sich bewährt, das Tiefziehmaterial mit einem Heißluftgerät zu erhitzen und mit Hilfe eines silikonbeschichteten Werkzeugs gleichmäßig über den Rand des Ventilringes zu schieben, bis circa 3 mm Schichtdicke erreicht sind. Zwischen Gipsseite und dem Ventil sollten ebenfalls etwa 3 mm an Schaftmaterial stehen bleiben. Zur Fertigstellung muss schließlich ein Loch geschnitten werden – am besten mit einem heißen Skalpell, um direkt eine glatte Schnittfläche zu erreichen. Auf das Einschraubteil des Ventils wird ein Stück des gleichen Materials geklebt, welches genau entsprechend der Schaftinnenkontur geformt wird. Hier sind mehrere Schritte des Erhitzens, Anformens und Beschleifens erforderlich. Vom eigentlichen Innenschaft muss das erwärmte Material durch Vaseline isoliert werden, was ein Verschmelzen verhindert. Bei sorgfältiger Arbeit ist eine praktisch übergangslose Einpassung des Ventils möglich (Abb. 7;8).

Abbildung 7 und 8

Abbildung 7, 8

Der Patient zeigte sich mit dieser Konstruktion sehr zufrieden und auch das Stumpfende zeigte keinerlei Anzeichen von Ventilabrücken oder gar Hautirritationen mehr. Er treibt inzwischen aktiv Sport und versucht sich unter anderem als Sprinter.

Fazit

Der Versorgungsfall zeigt einige Besonderheiten auf, die sich vielleicht so verallgemeinern lassen, dass bei Sportprothesen besonders viel Augenmerk auf die individuellen Aspekte der Versorgung gelegt werden muss. So kann es passieren, dass ein nach normalen Maßstäben zu voluminöser Schaft genau passend ist oder ein auf den ersten Blick „schräger“ Aufbau im Renntempo plötzlich „gerade“ erscheint. Im Vergleich zu Alltagsversorgungen muss dem entsprechend ein erheblich höherer Aufwand getrieben werden, um den Erfolg zu gewährleisten. In diesem Sinne ist auch die vorgeschlagene Ventilmodifikation zu betrachten, die sicherlich etwas anspruchsvoller in der Umsetzung ist, auf Grund ihrer Vorteile dennoch auch für Alltagsprothesen eine interessante Lösung sein könnte.

 

Fotos: Michael Günther

Autor:

Michael Günther
Email: ot-michaelguenther@gmx.de

Literatur

  1. Hood, M: Running against the wind [sports prosthetics], Spectrum, IEEE, 2005 Juni, Vol. 42(6), pp. 13-14
  2. Hueskes GD: Anforderungen an eine Sportprothese, Orthopädie-Technik 5/02, pp. 426-429
  3. Michael JW, Gailey RS, Bowker JH: New developments in recreational prostheses and adaptive devices for the amputee, Clinical Orthopeadics and Related Research, 1990 Juli, Vol. 256, pp. 64-75
  4. Nyland J, Snouse SL, Anderson M, Kelly T, Sterling JC: Soft tissue injuries to USA paralympians at the 1996 summer games, Arch Phys Med Rehabil, 2000 März, Vol. 81(3), pp. 368-373
  5. Quade K, Frischmann J: Orthopädie-Technik und Sport aus der Sicht des Hochleistungssportes, Orthopädie-Technik 6/97, pp. 536-544
  6. Scherer HW: Beinprothesen im Behindertensport, Orthopädie-Technik 46 (1995)

Mehr Sicherheit für Säuglinge mit Gedeihstörungen:

08. Juli 2009

Sondennahrung Infatrini jetzt auch im 500 ml-Pack

Infatrini im anwenderfreundlichen Pack – Hygienisch einwandfrei und leicht zu handhaben – Bewährte Sondennahrung fördert Aufholwachstum bei Gedeihstörungen – Angelehnt an die Muttermilch – Für eine optimale geistige und körperliche Entwicklung von Säuglingen

Erlangen, 30. Juni 2009
ERLANGEN – Muttermilch gilt als die beste Babynahrung. Sie enthält Vitamine und Mineralstoffe und stärkt das Immunsystem des Säuglings. Dennoch kann es bei Babys zu Gedeihstörungen kommen, wenn sie zu wenig Nahrung zu sich nehmen, die Verdauung und die Aufnahme von Nährstoffen gestört sind (Malabsorption) oder die Kinder einen gesteigerten Energieumsatz haben. Für Wachstum und Entwicklung des Kindes kann dies schwerwiegende Folgen haben. Mit Infatrini bietet Pfrimmer Nutricia speziell für Säuglinge mit Gedeihstörungen eine bewährte Sondennahrung, die das Aufholwachstum fördert und so die optimale Entwicklung des Säuglings unterstützt. Ab sofort ist Infatrini auch im anwenderfreundlichen 500 ml-Pack erhältlich.
Sicherheit und Entlastung für Eltern und Pflegepersonal
Bisher gab es Infatrini in der 100 ml-Glasflasche, das neue 500 ml-Pack bietet nun noch mehr Sicherheit für die betroffenen Säuglinge und ihre Eltern sowie Entlastung für das Pflegepersonal. Das gebrauchsfertige Pack ist ein geschlossenes, hygienisch einwandfreies und damit kontaminationssicheres System. Die Nahrung bleibt auch bei langen Hängezeiten keimfrei und sicher. Hängezeiten von bis zu 24 Stunden sind damit bedenkenlos möglich, das An- und Abhängen von mehreren Nahrungsbeuteln pro Tag entfällt, die Handhabung ist einfach. So sparen Eltern und Pflegekräfte wertvolle Zeit, die sie den kleinen Patienten widmen können.
Viel Energie und gut verträglich
Die Energie- und Nährstoffreserven von Säuglingen sind besonders gering. Frühkindliche Gedeihstörungen haben deshalb weitreichende Folgen. Eine Ernährung mit Infatrini sichert die bedarfsgerechte Energie- und Nährstoffversorgung und hilft, Wachstumsverzögerungen zu verhindern oder rechtzeitig aufzuholen. Die Sondennahrung von Pfrimmer Nutricia wurde in Anlehnung an die Muttermilch entwickelt, liefert jedoch bis zu 50 % mehr Energie. Infatrini enthält 10,4 % Energie aus Protein, mindestens 9 % sind für das Aufholwachstum, das Wachstumsverzögerungen kompensiert, erforderlich.

 

 

Infatrini ist besonders geeignet für Säuglinge mit Gedeihstörungen, die auf nichtorganischen, z. B. bei Trinkschwäche, oder organischen Ursachen wie neurologischen Erkrankungen oder Mukoviszidose beruhen. Durch die Anreicherung mit langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LCPs) und Prebiotika, die auch in der Muttermilch enthalten sind, stellt Pfrimmer Nutricia sicher, dass Säuglinge, die enteral ernährt werden müssen, bestmöglich versorgt werden. Forschungen belegen, dass LCPs entscheidend für eine optimale geistige und körperliche Entwicklung von Kleinkindern sind. Die einzigartige Prebiotika-Zusammensetzung GOS/FOS (Galacto-Oligosaccharide und Fructo-Oligosaccharide) fördert das Wachstum gesundheitsfördernder Bakterien im Säuglingsdarm und stärkt so die natürlichen Abwehrkräfte. Besonderer Wert wurde bei der Entwicklung von Infatrini außerdem auf optimale Toleranz und Verträglichkeit gelegt.

Das Infatrini 500 ml-Pack ist ab sofort im Handel erhältlich.

 

Spezialist auf dem Gebiet der medizinischen Ernährung

Die Pfrimmer Nutricia GmbH mit Sitz in Erlangen ist Spezialist für medizinische Ernährung. Das Unternehmen bietet Konzepte zur Patientenversorgung im stationären und ambulanten Bereich. Zu dem Sortiment gehören Trink- und Sondennahrung für Kinder und Erwachsene, Applikationssysteme, Ernährungssonden und Ernährungspumpen. International ist Pfrimmer Nutricia ein Teil der Medical Nutrition Sparte der Group Danone.

Diese und weitere Pressemeldungen der Pfrimmer Nutricia GmbH finden Sie auch im Internet unter www.pfrimmer-nutricia.de

 

Rehacare in Düsseldorf – Messebereicht

21. Oktober 2008

Wirkliche Innovationen gab es nicht auf der Rehacare in Düsseldorf, dafür viele Kleine und Produktverbesserungen und sehr viele Besucher, 52.000 waren es laut offiziellen Meldungen. Unter anderem gab es eine neue Schiebehilfe von Alber, Küschall stellte einen extrem leichten Aktivrollstuhl vor (ca. 6kg). Fast alle namenhaften Hersteller waren vertreten, auch Meyra/Ortopedia unter anderem mit einem breitenverstellbarem Rollstuhl, einem neuen Rollator (der wie so viele auf der Messe dem Topro Troja ähnelte) und überraschenderweise mit einem neuen und sehr umfangreichen Bandagensortiment.

IMG_2640-small.JPG

Hallufix ® Comfort Schiene – jetzt mit Hilfsmittelnummer

01. Oktober 2008

Die beliebte Hallufix Comfort Schiene hat seit kurzem eine Hilfsmittelnummer (05.01.01.3001) und kann damit auch Leistung der Krankenkasse sein. Bisher war die Schiene nur im Privat-Kauf für ca.62 EUR im Fachhandel zu erwerben. Das hat sich mit Aufnahme in das Hilfsmittelverzeichnis geändert. Durch die Vergabe einer neuen Produktart (05.01.01.3001 siehe auch hier) fällt die Hallufix derzeit wohl kaum in eine Pauschale und kann damit auch vom Sanitätshaus voll abgerechnet werden, möglicherweise nach Kostenvoranschlag. Die Hallufix Comfort dient zur Korrektur von Hallux-Valgus-Fehlstellungen und kann sowohl als Nacht- und durch die Gelenkkonstruktion auch als Tagschiene verwendet werden. Sie ist antibakteriell beschichtet un kann bei 30° in der Waschmaschine gewaschen werden.