Körperersatzstück nach einer Amputation im Bereich des Unterschenkels. Es gibt heutzutage viele verschiedene Möglichkeiten der prothetischen Versorgung unterhalb des Kniegelenkes. Nachfolgend eine Tabelle über die gängigsten Prothesentypen.
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Unterschenkelprothese
Mittwoch, 08. Juli 2009| Bezeichnug |
Merkmale
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| Unterschenkelprothese aus Holz oder Leder mit Oberhülse |
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| PTB-Prothese (Patella-Tendon-Bearing) |
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| KBM-Prothese (Kondylenbettung Münster) |
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| PTS-Prothese (Prothese tibiale supracondylienne) |
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| PTK-Prothese (Prothese tibiale Kegel) |
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| aktuelle Prothesensysteme mit Liner |
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In der Praxis finden sich jedoch oft Mischformen oder indikationsbezogene Sonderkonstruktionen, denn durch die individuelle Gestaltung des Orthopädiemechanikers sind die angegebenen Maßstäbe oft nur ein Anhaltspunkt.
Beispiele:
| Unterschenkelprothese mit Linersystem | Unterschenkelprothese mit Linersystem und elektronischem Fußpassteil |
Silikon-Liner / Silikongel-Liner / PU-Liner
Mittwoch, 08. Juli 2009Die sog. Liner sind aus der modernen Prothetik nicht mehr weg zu denken. Sie dienen bei Unter- und Oberschenkelprothesen, sogar bei Armprothesen als Verbindungs- und Bettungselement zwischen Stumpf und Schaft. Sie bestehen im wesentlichen aus 4 Teilen:
- dem Silikon (oder vergleichbarem Material)
- der Tasse (für den Pin-Anschluß)
- der Kaschierung
- der Matrix
Die Tasse ist in Linern eingearbeitet, welche in Kombination mit einem Verschlusssystem verwendet werden. Der Pin gehört dabei schon zum Verschlusssystem und nicht wie oft vermutet zum Liner. Die Kaschierung (ein Textilüberzug außen am Liner) erleichtert das Anziehen. Ist sie nicht vorhanden, z.B. bei Klinik-Linern wegen der besseren Desinfektionsmöglichkeiten, ist ein Anziehhilfe-Spray notwendig, damit die Silikonschichten aufeinander gleiten können. Die Matrix ist ein Textilgewebe, was entweder mit in den Liner eingearbeitet oder Teil der Kaschierung ist. Sie dient dazu den Längshub zu minimieren, da hierbei unangenehme Reibung auftritt.
Aufgrund verschiedenster Anforderungen, werden diese Elemente kombiniert oder (teilweise) weggelassen. So gibt es zum Beispiel Oberschenkelliner (auch TF-Liner genannt), welche eine durchgehende Matrix sowie eine Tasse haben, jedoch keine Kaschierung. Unterschenkel-Liner (TT-Liner) haben in der Regel immer eine Kaschierung jedoch aufgrund der knöchernen Struktur eine reduzierte Matrix. So ergibt sich eine riesige Anzahl verschiedenster Liner, welche für den jeweiligen Einsatzzweck sorgfältig ausgewählt werden sollten.
Die Materialien:
- Silikon:
- der Klassiker und die erste Form der Liner
- stabil, strapazierfähig, leicht zu reinigen
- geeignet für Unterschenkelstümpfe mit guter Weichteildeckung und Oberschenkelstümpfe
- Silikon-Gel:
- etwas weicher als das klassische Silikon
- knöcherne Strukturen werden besser Druckentlastet
- bessere Reduktion von Scherkräften
- für Unterschenkelstümpfe mit normaler Weichteildeckung und Oberschenkelstümpfe
- PU-Liner:
- Liner mit guten Fließeigenschaften
- sehr gute Reduktion von Scherkräften
- geeignet für Unterschenkelstümpfe mit schlechter Weichteildeckung
- für Oberschenkelstümpfe eher ungeeignet
Alle Linertypen sind in verschiedenen Dicken erhältlich (3mm, 6mm und teilweise 9mm). Die dickeren Liner laufen für gewöhnlich nach proximal (rumpfnah) auf 3mm Stärke aus. Einige Hersteller liefern auch Unterschenkel-Liner, welche vorn im knöchernen Bereich dünner sind als hinten, was den Tragekomfort beim Sitzen erhöht.
Diese Aufstellung ist jedoch keinesfalls komplett, es gibt mittlerweile viele Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel mit Silberionen beschichtete Liner gegen verstärkte Geruchsbildung oder Liner gegen Phantomschmerzen. Alle möglichen Kombinationen zu nennen ist fast unmöglich.
Das Größenbestimmung erfolgt bei den verschiedenen Herstellern fast einheitlich 4cm oberhalb des Stumpfendes.
Sensomotorische / propriozeptive Einlagen
Mittwoch, 08. Juli 2009Sensomotorische, auch propriozeptive Einlagen genannt, haben einen anderen Ansatz als herkömmliche Bettungs- oder Korrektureinlagen. Während bei den zuvor genannten Einlagen der Fuß lediglich gebettet bzw. durch mechanischen Druck von außen in eine Form gezwungen wird, machen sich sensomotorische Einlagen eine Verringerung des Muskeltonus zunutze. Durch den gezielten Einsatz sog. Informationen (wie die Pelotten auf diesen Einlagen bezeichnet werden), wird dem Organismus ein veränderter (reduzierter) Muskeltonus suggeriert, auf den er ausgleichender Weise mit einer Muskelkontraktion reagiert. Das Ergebnis ist eine aktive Korrektur des Fußes. Weitere Informationen gibt es bei Footpower.
Prothesenschaft
Mittwoch, 08. Juli 2009Ein Prothesenschaft ist Bestandteil von Prothesen und bildet die Schnittstelle zwischen Stumpf und den eingesetzten Passteilen. Es gibt für die jeweiligen Anwendungsorte Schäfte in verschieden Formen mit verschiedenen Funktionen.
Einige Beispiele:
Unterschenkel:
- Kondylenumfassender Schaft mit Weichwandinnentrichter
- Schaft mit Liner-System (Pin oder Vakuum)
Oberschenkel:
- MAS-Schaft (mit oder ohne Liner)
- CAT-CAM Schaft (mit oder ohne Liner)
- querovaler Schaft (mit oder ohne Liner)
Diese Aufzählung ist jedoch keinesfalls vollständig. Hinzu kommen verschiedene Schaftformen im Armbereich. Prothesenschäfte werden immer individuell für einen Patienten angefertigt und können dann auch nur von diesen verwendet werden. Meist sind nach einigen Monaten oder Jahren Anpassungen notwendig beispielsweise bei Gewichtszu- oder Abnahme.
Sarmiento Fraktur-Brace
Mittwoch, 08. Juli 2009
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Der Frakture-Brace nach Sarmiento findet häufig Anwendung bei Tibia-Schaftfrakturen. Ein solches Modell findet sich auch in der Abbildung links. Der Vorteil gegenüber der klassischen Versorgung mit Gips oder Cellacast-Binden ist, das durch das 2-Schalen-Prinzip und die verschiedenen Verschlüsse wesentlich mehr Kompression auf die Fraktur ausgeübt werden kann und dadurch oftmals die Callusbildung verstärkt angeregt wird. Weiterhin wird dem Träger eine Bewegung um Sprunggelenk ermöglicht
Gefertigt werden diese Schienen nach Gipsabdruck. Die Hülsen bestehen aus 2-3mm Polyethylen und die Schienen aus 4-5mm Polyethylen. An der Schienbeinkante und den Knöcheln sollte sich ein Polster befinden. Optional kann der Brace auch perforiert werden, um etwas Luftzirkulation zu ermöglichen. Indikation: Information: |
Oberschenkelprothese
Mittwoch, 08. Juli 2009Als Oberschenkelprothese bezeichnet man Körperersatzstücke nach einer Beinamputation, bei der auch das Kniegelenk mit entfernt wurde. Es gibt genau wie bei den Unterschenkelprothesen viele verschiedene Schaft- und Prothesensysteme welche durch die vielen weltweit verfügbaren Prothesenpassteile in den unterschiedlichsten Kombinationen zu finden sind. Die nachfolgenden Tabellen sollen zum einen kurze Informationen zu den gängisten Schaftsystemen zum anderen den verschiedenen Kniegelenkklassen liefern.
Schaftsysteme
| Bezeichnug |
Merkmale
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| Querovaler Schaft |
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| CAT-CAM Schaft (länsovaler Schaft) |
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| MAS® – Schaft (Marlo Anatomical Socket) |
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Mobilitätsgrad / Mobilitätsklasse
Mittwoch, 08. Juli 2009Hauptsächlich in der Prothetik der unteren Extremitäten finden sich häufig die Bezeichnungen Mobilitätsgrad, Mobilitätsklasse bzw. Aktivitätsgrad oder Aktivitätsklasse. Im Grunde genommen haben die 4 Begriffe im Prothesenbau die gleiche Bedeutung. Sie dienen der Klassifizierung der Leistung eines Amputierten. Hierbei ist jedoch, entgegen der Vermutung Vieler, nicht der aktuelle Zustand des Amputierten gemeint, sondern dessen Potenzial bzw. das Therapieziel. Auch wird eine solche Einteilung von den Herstellern der Prothesenpassteile verwandt, allerdings in Kombination mit Maximalgewichten.
Die Mobilitätsgrade im Einzelnen:
0. Nichtgehfähiger
Hier wird unterstellt, dass der Patient nicht im Stande ist eine Prothese aktiv zu nutzen. In seltenen Fällen wird ein kosmetischer Ersatz gefertigt.
1. Innenbereichsgeher
Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit die Prothese für kurze Wegstrecken (auf ebener Fläche) und Transferzwecke zu nutzen.
2.Eingeschränkter Außenbereichsgeher
Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich langsam fortzubewegen und dabei kleinere Hindernisse zu überwinden.
3. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher
Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich mit seiner Prothese mit variabler (auch hoher) Geschwindigkeit in unterschiedlichem Terrain fortzubewegen. Auch berufliche und therapeutische Aktivitäten bereiten Ihm keine Schwierigkeiten.
Die Prothese wird jeoch nicht überdurchschnittlicher beansprucht. Die Gehdauer / -strecke sind gegenüber Unversehrten unwesentlich limitiert.
4. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Funktionsansprüchen
Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit sich wie der uneingeschränkte Außenbereichsgeher fortzubewegen. Gehstrecke und Dauer sind nicht limitiert. Außerdem kommt es auf Grund eines hohen Anspruches zu vermehrten Stoßbelastungen bzw. Spannungen oder Verformungen
Es kursieren viele verschiedene Formulierungen der Aktivitätsklassen, in Krankenkassenverträgen, Herstellerinformationen usw. In der Kernaussage sind sie jedoch ähnlich.
Kompromissachsen
Dienstag, 07. Juli 2009Da es technisch nicht möglich ist, die anatomischen Gelenkachsen nachzubilden, werden in der Orthopädietechnik sog. Kompromissachsen verwendet. Im Folgenden beschrieben finden sich die gängigsten Kompromissachsen der unteren Extremität.
1. Hüftgelenk
- horizontal durch die Mitte des Hüftgelenkes
- Hilfsmittel: Roser-Nelaton-Linie (Tuber ischiadicum, Trochanter major und Spina iliaca anterior superior)
- mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung)
2. Kniegelenk
a: nach Nietert
- Höhe 19mm über dem Kniespalt (bei Kindern 8-10mm; bei sehr großen Patienten bis 25mm)
- a/p Einordnung 60%/40%
- mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung)
b: nach Gocht
- Höhe Patella-Mitte
- a/p Einordnung 65%/35%
- mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung)
3. oberes Sprunggelenk
- lateral 1cm vor dem höchsten Punkt des Knöchels
- medial in a/p Richtung auf dem höchsten Punkt des Knöchels, aber horizontal mit der Lateralseite ausgerichtet
- mögliche Bewegungen: Dorsalextension, Plantarflexion
Knieorthese
Dienstag, 07. Juli 2009Knieorthesen zählen zu den körpernahen technischen Hilfsmitteln. Sie kommen in den verschiedensten Ausführungen, bei verschiedenen Indikationen zum Einsatz. Einige Abbildungen von Knieorthesen, sind hier zu finden.
Die häufigsten Erkrankungen / Verletzungen und deren Versorgungen:
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Indikation
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Knieorthesentyp
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| Vordere Kreuzbandruptur
(Synonyme: ACL-Ruptur, Ruptur LCA) |
ACL (in der Regel Schalen/Schellen vorn; Verschlüsse hinten) CI (obere Schale/Schelle vorn; untere Schale/Schelle hinten) |
| Hintere Kreuzbandruptur (Synonyme: PCL-Ruptur, Ruptur PCL) |
PCL (passiv oder aktiv (PCL-Jack)/ in jedem Fall die untere Schale hinten) |
| Seitenbandverletzungen (Synonyme: Innen- oder Außenbandläsion) |
CI |
| Valgusgonarthrose (Synonym: Verschleiß bedingte X-Bein Fehlstellung ) |
OA Varianten bei konfektionierte Orthesen (in der Regel sind jedoch individuell gefertigte Orthesen sinnvoller) |
| Varusgonarthose (Synonym: Verschleiß bedingte O-Bein Fehlstellung ) |
OA Varianten bei konfektionierten Orthesen (in der Regel sind jedoch individuell gefertigte Orthesen sinnvoller) |
Orthesen in der Version ACL / PCL / CI bezeichnet man auch als Knieführungsorthesen, die OA Versionen auch als Knieentlastungsorthesen.
Amputation
Dienstag, 07. Juli 2009In aller Kürze:
Als Amputation bezeichnet man die Fachgerechte Absetzung einer Extremität (eines Körpergliedes) an der Stelle, die durch die Erkrankung bestimmt wird. Sie wird oft als lebensrettende Maßnahme durchgeführt oder wenn ein erkranktes Körperteil nicht mehr zu heilen ist. Orthopädietechniker haben heutzutage hauptsächlich Amputationen der unteren Extremitäten zu versorgen. Hier zu erwähnen sind die transtibiale (Unterschenkelamputation) und die transfemorale (Oberschenkelamputation) Amputation. Einen wesentlich kleineren Teil umfassen die Amputationen im Bereich des Armes (transhumeral / Oberarm; transradial / Unterarm).
Die Amputation aus orthopädietechnischer Sicht:
Die Amputationstechniken haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Früher war man bestrebt das Stumpfende stark mit Weichteilen zu überdecken und in der Prothese zu entlasten. Heute versucht man soviel Stumpffläche wie möglich zur Lastübertragung heranzuziehen. Auch stellen komplizierte Formen heute i.d.R. kein Problem mehr dar.
Die häufigsten Gründe für eine Amputation der unteren Extremität sind:
- arterielle Verschlusskrankheiten – AVK (z.B. infolge von Diabetes)
- Traumata
- Tumore
- angeborene Deformitäten
- etc.
Amputationen der Oberen Extremität sind ca. 17x seltener. Die häufigste Ursache sind Traumen. Sie sollen jedoch nicht Gegenstand dieses Beitrages sein.
Bei den unteren Extremitäten finden sich sie die arteriellen Verschlußkrankheiten als häufigste Ursache für eine Absetzung. Der Begriff AVK umfasst dabei eine ganze Reihe verschiedener Krankheitsbilder, deren Ergebnis eine Störung der arteriellen Zirkulation ist, die sich aber in Ihrem Verlauf deutlich unterscheiden. Die Amputation infolge von AVK unterscheidet sich deutlich von den anderen. Sie ist in diesen Fällen die Auswirkung einer Grunderkrankung, die ja auch andere Organe betrifft; Sie bremst bestenfalls die Progression der Grunderkrankung und Sie ereilt oftmals Alterspatienten, um nur einige zu nennen.
Eine Absetzung infolge eines Traumas kommt im Vergleich dazu viel seltener vor, da die moderne Medizin über vielfältige Möglichkeiten der Erhaltung der betroffenen Gliedmaßen verfügt. Nennenswert hier sind Unfälle mit Schienenfahrzeugen und Motorradunfälle bzw. in geringerer Anzahl Arbeitsunfälle etc.
Bei Amputationen im Zusammenhang mit Tumoren fällt auf, dass die Amputationshöhe notwendiger Weise oft sehr weit oben angesiedelt ist (im Hüft- und Beckenbereich). Durch die verbesserte Behandlungsmöglichkeiten und der Möglichkeit befallene Gelenke mit Tumorprothesen zu ersetzen sind die Fallzahlen zurückgegangen.
Letzte hier erwähnte Ursache sind Fehlbildungen. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Formen; Vererbung; Schädigung in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten durch Sauerstoffmangel, Vergiftungen oder Viruserkrankungen; Amnion-Abschnürungen etc.
Formen:
- Peromelie (teilweises Fehlen der Extremität)
- Hyperplasie (Riesenwachstum)
- Dysmelie (Extremitätenfehlbildungen)
- Aplasie (ein Knochen ist nicht, oder nur zum Teil angelegt)
- Synostose (Knochen miteinander verschmolzen)
Amputationshöhen:
Vereinfacht lässt sich sagen, dass eine niedrigere Amputationshöhe auch immer günstiger für den Patienten darstellt und Ihm mehr Lebensqualität bietet. Im Folgenden werden die meisten Amputationshöhen beschrieben:
- Fußamputationen
- Vorfußamputationen / kurzer und langer Mittelfußstumpf (auch SHARP und SHARP-JÄGER)
- langer Fußwurzelstumpf (LISFRANC – Amputation) -> Exartikulation
- kurzer Fußwurzelstumpf (BONA – JÄGER – Amputation) -> Exartikulation
- Rückfußstumpf (CHOPART – Amputation) -> Exartikulation
- PIROGOFF – Amputation (Osteoplastik – Durchtrennung des Fersenbeines und Anbringung des unteren Fersenbeinteiles an das Ende von Schien- und Wadenbein)
- Unterschenkelamputationen
- SYME-Amputation (Amputation des Fußes und Entfernung der Knöchel)
- im unteren Drittel
- im mittleren Drittel
- im oberen Drittel
- Knieexartikulation
- Oberschenkelamputation
- Amputation nach GRITTI (Durchtrennung des Oberschenkelknochens oberhalb der Gelenkknorren und Anbringung der entknorpelten Patella)
- Amputationen im unteren Drittel
- Amputationen im mittleren Drittel
- Hüftexartikulation
- Hemipelvektomie (Abtrennung einer Beckenhälfte)
- Hemicorporektomie (Halbkörperamputation)
Was passiert nach einer Bein-Amputation?
In vielen Kliniken wird die postoperative Phase unterschiedlich gehandhabt. Im folgenden wird NUR EINE Möglichkeit für eine Betreuung von Stumpf und Patient aufgezeigt.
Unmittelbar nach der Amputation wird der Stumpf mit einem straffen Wundverband gewickelt, welcher in erster Linie dazu dient, die Schwellung zu reduzieren und die Naht zu schützen. Nach Entscheidung des Arztes werden nach ca. 2-4 Wochen die Fäden gezogen, auch danach wird weiter Druck auf den Stupf ausgeübt entweder in Form von Kompressionsverbänden oder mit Hilfe von Silikon-Linern. Diese Kompression ist für eine spätere Prothesenversorgung sehr wichtig.
Weiterhin sollte möglichst frühzeitig mit Physiotherepie begonnen werden, mit dem Ziel, Kontrakturen zu vermeiden, die Muskulatur der erhaltenen Seite zu kräftigen und die Koordination zu steigern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, sich vom klassischen Bild eines Amputierten zu verabschieden, wie es einem in den Medien suggeriert wird. Die meisten Menschen werden heutzutage aufgrund von Verschlußkrankheiten und/oder schwerem Diabetes amputiert, wobei der gesamte Organismus nicht mehr einwandfrei arbeitet. Das bedeutet natürlich auch eine große Kraftanstrengung für das Laufen mit Prothese, oftmals jedoch mit Gehhilfen.
Anders stellt sich das Bild bei traumatisch Amputierten dar. Hier ist meist der übrige Organismus gesund, ohne Begleiterkrankungen was natürlich auch eine bessere Prognose bietet.
Fast alle Amputationshöhen lassen sich heutzutage vernünftig orthopädietechnisch versorgen. Hier im Forum finden sich bereits einige Einträge zu Problemen, die eine Amputation mit sich bringt. Benutzt dazu einfach die Suche.
Unser Forum steht Betroffenen mit fachmännischer Hilfe zur Seite.



