Kompromissachsen

Da es technisch nicht möglich ist, die anatomischen Gelenkachsen nachzubilden, werden in der Orthopädietechnik sog. Kompromissachsen verwendet. Im Folgenden beschrieben finden sich die gängigsten Kompromissachsen der unteren Extremität.

1. Hüftgelenk

  • horizontal durch die Mitte des Hüftgelenkes
  • Hilfsmittel: Roser-Nelaton-Linie (Tuber ischiadicum, Trochanter major und Spina iliaca anterior superior)
  • mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung)

2. Kniegelenk

a: nach Nietert

  • Höhe 19mm über dem Kniespalt (bei Kindern 8-10mm; bei sehr großen Patienten bis 25mm)
  • a/p Einordnung 60%/40%
  • mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung)

b: nach Gocht

  • Höhe Patella-Mitte
  • a/p Einordnung 65%/35%
  • mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung)

3. oberes Sprunggelenk

  • lateral 1cm vor dem höchsten Punkt des Knöchels
  • medial in a/p Richtung auf dem höchsten Punkt des Knöchels, aber horizontal mit der Lateralseite ausgerichtet
  • mögliche Bewegungen: Dorsalextension, Plantarflexion

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