Mobilitätsgrad / Mobilitätsklasse

Hauptsächlich in der Prothetik der unteren Extremitäten finden sich häufig die Bezeichnungen Mobilitätsgrad, Mobilitätsklasse bzw. Aktivitätsgrad oder Aktivitätsklasse. Im Grunde genommen haben die 4 Begriffe im Prothesenbau die gleiche Bedeutung. Sie dienen der Klassifizierung der Leistung eines Amputierten. Hierbei ist jedoch, entgegen der Vermutung Vieler, nicht der aktuelle Zustand des Amputierten gemeint, sondern dessen Potenzial bzw. das Therapieziel. Auch wird eine solche Einteilung von den Herstellern der Prothesenpassteile verwandt, allerdings in Kombination mit Maximalgewichten.

Die Mobilitätsgrade im Einzelnen:

0. Nichtgehfähiger

Hier wird unterstellt, dass der Patient nicht im Stande ist eine Prothese aktiv zu nutzen. In seltenen Fällen wird ein kosmetischer Ersatz gefertigt.

1. Innenbereichsgeher

Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit die Prothese für kurze Wegstrecken (auf ebener Fläche) und Transferzwecke zu nutzen.

2.Eingeschränkter Außenbereichsgeher

Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich langsam fortzubewegen und dabei kleinere Hindernisse zu überwinden.

3. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher

Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich mit seiner Prothese mit variabler (auch hoher) Geschwindigkeit in unterschiedlichem Terrain fortzubewegen. Auch berufliche und therapeutische Aktivitäten bereiten Ihm keine Schwierigkeiten.
Die Prothese wird jeoch nicht überdurchschnittlicher beansprucht. Die Gehdauer / -strecke sind gegenüber Unversehrten unwesentlich limitiert.

4. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Funktionsansprüchen

Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit sich wie der uneingeschränkte Außenbereichsgeher fortzubewegen. Gehstrecke und Dauer sind nicht limitiert. Außerdem kommt es auf Grund eines hohen Anspruches zu vermehrten Stoßbelastungen bzw. Spannungen oder Verformungen

Es kursieren viele verschiedene Formulierungen der Aktivitätsklassen, in Krankenkassenverträgen, Herstellerinformationen usw. In der Kernaussage sind sie jedoch ähnlich.

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