Mit ‘Orthopädietechnik’ getaggte Artikel

Otto Bock auf der Reha Care

Samstag, 04. September 2010

Am 6. Oktober beginnt in Düsseldorf die Rehacare 2010. Mittlerweile erhalten wir auch erste Informationen von den Ausstellern.
Unter dem Motto “Active for you” stellt  Otto Bock interessante Produktneuheiten aus den vier Geschäftsbereichen Mobility Solutions, Prothetik, Orthetik und Neurostimulation vor.

„Auf der diesjährigen Rehacare wollen wir einmal mehr unterstreichen, dass wir in allen Bereichen unseres Unternehmens aktiv für unsere Kunden sind“, erklärt Gunter Röper, Geschäftsführer Otto Bock Mobility Solutions GmbH. Klar im Mittelpunkt stehen bei der Rehacare daher eine ganze Reihe von innovativen Produkten, die den aktiven Anwender unterstützen und ihm ein Maximum an Mobilität bieten, abgestimmt auf seine individuellen Bedürfnisse. Der Avantgarde3 stellt die nächste Generation adaptiver Aktivrollstühle dar, die die Stärken der Serie wie Zuverlässigkeit, Stabilität, Funktionalität und Robustheit weiter ausbaut und mit einem starken Design ergänzt. Auch der Zusatzantrieb z10 für manuelle Rollstühle und der ScoutCrawler, ein Prototyp mit innovativem Kettenantrieb zur Nutzung in schwierigem Gelände, verfolgt das Ziel, den Nutzern mehr unbeschränkte Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Neue Produkte im Kinderbereich – ein KIT Sitzsystem und das PAL Möbelprogramm – sowie die gesamte Bandbreite an unterschiedlichen Sitzversorgungen runden das umfangreiche Portfolio ab.

Um dem steigenden Interesse der Messebesucher nach Themen und Produkten auch aus den Bereichen Prothetik, Orthetik und Neurostimulation nachzukommen, präsentiert Otto Bock auch hier interessante Neuheiten: Die Orthesen Manu Neurexa, Genu Neurexa, Omo Neurexa und Walk On®, das wasserfeste Badeprothesensystem Aqualine und das 7,4 Volt Armprothesensystem für Kinder, das den individuellen Bedürfnissen in jeder Entwicklungsphase gerecht wird. Damit unterstreicht Otto Bock zudem sein Engagement für Menschen in der Rehabilitation nach Schlaganfall.

„Dass wir unseren Handelspartnern Mehrwert bieten wollen, zeigt sich in der Entwicklung bedarfsgerechter Produkte“, so Gunter Röper. „Aber auch der Dialog und eine professionelle Beratung sind uns sehr wichtig.“ Dies gilt auch für Nutzer mit Themen wie Sonderbau und Spezialsteuerungen für elektrische Rollstühle sowie für die Kompetenz in der Kinderversorgung.

Zu finden ist Otto Bock in Halle 4, Stand E05/F05.

Streifeneder erweitert Produktportfolio um Hyperextensionsorthesen

Montag, 05. Juli 2010

Hyperextensionsorthese_10R1 Die Streifeneder ortho.production GmbH hat ihr Produktprogramm um drei neue Hyperextensionsorthesen erweitert.

Die Hyperextensionsorthese mit Drei-Punkt-Prinzip bewirkt eine Verstärkung der Lendenlordose und eine Beckenvorkippung. Sie wird für die Entlastung und Aufrichtung der Wirbelsäule im Lenden- und unteren Brustwirbelbereich eingesetzt. Lumbal-, Symphysen- und Sternalpelotte sind mit klettbarem Schaumstoffpolster ausgestattet. Im ventralen Bereich sind die beiden Pelotten beweglich gelagert und passen sich somit optimal an das Brustbein und die Symphyse an. Die Rückenpelotte ist über ein Taillenband mit dem ventralen Aluminiumprofil verbunden.

Bei den beiden weiteren Produkten handelt es sich um Orthesen in Rahmenkonstruktion mit Drei-Punkt-Prinzip. Sie bewirken ebenfalls eine Verstärkung der Lendenlordose, eine Beckenvorkippung und zusätzlich eine Bewegungslimitierung des Oberkörpers in der Seitenneigung sowie in der Drehung. Sie werden für die Entlastung und Aufrichtung der Wirbelsäule im Lenden- und unteren Brustwirbelbereich eingesetzt. Der Beckenbügel und die Sternalpelotte sind beweglich gelagert und passen sich an den Oberkörper an. Die Rückenpelotte ist über ein Taillenband und einen speziellen Spannverschluss mit der Rahmenkonstruktion verbunden. Eine gelenkige Verbindung am Sternalbügel ermöglicht eine justierbare Winkeleinstellung.

Die Streifeneder-Hyperextensionsorthesen zeichnen sich durch sehr hohen Tragekomfort aus. Zwei Federbandstähle in der Lumbalpelotte ermöglichen eine optimierte Anpassbarkeit und stärkeren Gegenhalt. Die Lumbalpelotte ist über Kletthaftung variabel am Taillenband positionierbar. Lumbal- und Sternalpelotte sowie Beckenbügel bzw. Symphysenpelotte sind mit klettbarem Schaumstoffpolster ausgestattet.
Die Orthesen werden in anprobefertigem Zustand ausgeliefert. Ein Wiedereinsatz ist durch austauschbare Polster sowie das Gurtsystem jederzeit möglich.

interessante Zahlen aus der OT-Branche

Mittwoch, 16. Juni 2010

In Leipzig wurden auch einige interessante Zahlen bekannt. Vom Branchenverband Spectaris war zu erfahren, das die Exporte der deutschen Hilfsmittelhersteller im Jahr 2009 rund 6% über dem Vorjahresniveau lagen. Auch für 2010 wird mit einer weiteren Steigerung von 4-5% gerechnet. Wichtigste Zielländer waren die USA, Frankreich, die Schweiz, Italien und das vereinigte Königreich. Die Branche trotzte dabei der Wirtschaftskrise; die Exportquote erreichte mit 55% einen neuen Höchstwert. Das Inlandsgeschäft präsentierte sich dagegen eher schwach. Trotz Zuwächsen bei den orthopädischen Hilfsmitteln von rund 3% hat sich die Ertragslage eher verschlechtert.

Die GKVen gaben für Hilfsmittel 2009 rund 5,2 Milliarden € aus. Dies entspricht 3,2 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Ausgaben für orthopädische Hilfsmittel beliefen sich lt. Spectaris auf 2,57 Milliarden €, was in etwa 1,6 Prozent der Gesamtausgaben entspricht. Die Gesamtausgaben der GKV stiegen um ca. 6,3 Prozent, die Ausgaben für orthopädische Hilfsmittel nur um 4,9 Prozent.

Das Marktvolumen aller in Deutschland in Sanitätshäusern, OT-Betrieben und Apotheken verkauften Hilfsmittel betrug 2009 lt. einer Pressemitteilung der Messe Leipzig 4,32 Milliarden € was einem Wachstum im Vergleich zu 2008 von 3,3 Prozent entsprach. Bildet man nun die Differenz aus dem Gesamtvolumen und den Ausgaben der GKV lässt das auf einen recht beträchtlichen Privatzahler-Markt schließen (auch wenn die Zahlen aus unterschiedlichen Quellen stammen). Der durchschnittliche Rezeptwert 2009 lag lt. optadata bei 139,55 €.

Power Knee ® – weltweit erstes motorgetriebenes Kniegelenk

Mittwoch, 19. Mai 2010

PowerKnee - Quelle: Össur

Auch Össur war in Leipzig mit einigen Produktinnovationen vertreten, unter anderem mit der zweiten Generation des aktiv motorgetriebenen Kniegelenkes “Power Knee®”. Mit ihm sind Anwender in der Lage, lange Strecken ermüdungsfreier zu bewältigen, alternierend treppauf zu gehen oder auch die aktive Unterstützung beim Aufstehen zu nutzen. Viele Funktionen waren schon in der ersten Generation vorhanden, das Gelenk wurde jedoch enorm verbessert. Äußerlich erkennbar ist das neue schlankere Design und deutliche Gewichtsreduzierung. Auch am Akku-System wurde gearbeitet. Die neuen Akkus sind nicht nur kleiner und leistungsfähiger, sie lassen sich nun auch mühelos vom Anwender selber wechseln. Die für die erste Generation noch wichtige “Sound Side Control”, ein Sensor am gesunden Bein, ist ebenfalls weggefallen. Im Kniegelenk arbeitet komplexe Sensorik, welche die ermittelten Daten an den Rechner im Gelenk weiter leitet. Diese Daten ermöglichen es der Software, die Lage und Haltung der Prothese entsprechend dem gesunden Bein zu analysieren und zu steuern. Das Power Knee® “lernt” und sichert den natürlichen Bewegungsablauf in Echtzeit.
Über den Preis gibt es zur Zeit nur Spekulationen, Gerüchten zufolge soll das System aber deutlich preiswerter (etwa die Häfte) sein, als noch die erste Generation.

Nachträgliche Fertigung einer Kosmetik für eine Prothese mit Proprio Foot

Mittwoch, 04. Juni 2008

Kürzlich erhielten wir eine Anfrage eines Patienten der mit einem Proprio Foot versorgt ist, ob wir Ihm nicht nachträglich eine Verkleidung für seine Prothese fertigen können. Nach einigem hin und her mit seiner Berufsgenossenschaft und dem versorgenden Sanitätshaus haben wir dann zugestimmt. Auch diesmal konnte sich das Ergebnis sehen lassen.

ProprioKosmetik2

Der Preis für die Nachträgliche Fertigung beläuft sich auf ca. 1550 zzgl. MwSt. Die Fertigung kann ohne einen Besuch in unserer Werkstatt geschehen. Einige Voraussetzungen müssen aber dennoch erfüllt sein.

  1. die Anpassung der Prothese muss abgeschlossen sein
  2. mit Volumen und Einstellung der Prothese muss der Patient 100% zufrieden sein
  3. es muss genügend Platz zwischen Schaft und Fuß sein (etwa die Höhe des Akkus)
  4. wir benötigen Umfangsmaße und ein Foto der gesunden Seite

Interessierte Patienten können unter rene.jaeschke@otwolf.de weitere Informationen anfordern

Was tun bei Ablehnung von beantragten Hilfsmitteln?

Mittwoch, 21. Mai 2008

Diese Frage stellen sich zur Zeit immer mehr Versicherte (oder deren Angehörige), denn die Ablehnungsraten von Hilfsmittel steigen bei vielen Krankenkassen in den einzelnen Bundesländern doch rapide. Betroffen sind mittlerweile auch Standardhilfsmittel, die eigentlich keiner Diskussion bedürfen (z.B. Wechseldrucksysteme, Badewannenlifter o.ä.). Es fällt auch zunehmend schwerer den Argumentationen der Krankenkassen (bzw. des MDK) annähernd etwas nachvollziehbares abzugewinnen.

Was kann man nun tun, wenn ein beantragtes Hilfsmittel abgelehnt wird? Dieser Beitrag soll bei den ersten Schritten helfen. Als erstes sollten unbedingt die Fristen für den Widerruf beachtet werden. Das sind i.d.R. 4 Wochen. Diesen Widerruf sollten man auch in jedem Fall absenden, denn er zeigt dem Kostenträger, das es einem mit dem Antrag ernst ist. Ein formloses Schreiben in folgender Form sollte genügen.

 

Hans Mustermann                                            Ort, den 21.05.2008

Musterstrasse 1
00000 Musterstadt

 

Beispielkasse

Beispielstrasse 1
00000 Beispielstadt

 

 

Vorgangs- oder Bearbeitungsnummer: 00000/000000/0000


Widerspruch

gegen den Bescheid vom:

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit legen wir Widerspruch gegen o.g Ablehnungsbescheid zur Kostenübernahme für ……………… ein.

Zur Begründung:

Hier sollte kurz in einigen Sätzen erneut erläutert werden, warum das Hilfsmittel benötigt wird. Ggf. kann hier auch das Sanitätshaus bei einer geeigneten Formulierung helfen.

Wir bitten um dringende Bearbeitung und hoffen auf positiven Bescheid.

 

                                                                   Mit freundlichen Grüßen

                                                                   …………………….

 

Hin und wieder kommt es vor, das diesem Widerspruch von der zuständigen Stelle entsprochen wird. Meist wird aber der Vorgang an den medizinische Dienst der Krankenkassen weitergegeben. Dieser entscheidet dann nach Aktenlage, im Hausbesuch oder bestellt den betroffenen Patienten. Hier hat es sich bewährt, wenn der zuständige Orthopädie- bzw. Rehatechniker der Begutachtung unterstützend beiwohnt.

Sollten Sie Erfahrungen oder Fragen haben; teilen Sie sich bitte im Orthopädietechnik-Forum mit, dort finden Sie Hilfe oder Helfen mit Ihren Erfahrungen anderen Betroffenen.

 

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen und enthält lediglich Tips!

Proprio Foot die Zweite

Dienstag, 01. April 2008

Es gibt wieder neues von der Bionic-Front. Wir haben jetzt unseren ersten “Live”- Patienten versorgt und das Ergebnis kann sich, wie ich finde, sehen lassen. Bionische Technologie muss nicht zwangsläufig kosmetische Aspekte vernachlässigen.

proprio_foot_design

Die Abbildung zeigt die endgültige Form der Prothese mit eingelassenem Akku. Das ist zwar ein sehr großer Aufwand, aber eine so hochwertige Versorgung, die ja schließlich auch Prestige-Charakter hat, rechtfertigt m.E. die ein oder andere Arbeitsstunde zusätzlich.

Für interessierte Techniker ein kleiner Einblick:

HowTo

  • als Erstes haben wir den Schaft gegossen (nicht zu stabil und schwer), den Lotaufbau gemacht und noch einen 2. Guss gesetzt
  • für den Aufbau haben wir nicht den Össur Akku-Dummy verwendet, sondern uns einen eigenen aus Hartgips gefertigt
  • darüber haben wir dann eine Carbonschale gegossen, die wir dann an den Schaft geklebt haben
  • danach haben wir einen Wadendummy aufgebracht und die Schale gegossen (an dieser Stelle sind die Informationen bewusst etwas dürftig ;-) , wer genauere Info´s möchte darf nachdem er seinen eigenen Grips zurate gezogen hat gern im Orthopädietechnik Forum anfragen)
  • wenn man sich im Vorfeld sehr viel Zeit mit Anprobe und Statik genommen hat dürfte dann jetzt auch alles funktionieren

Ein richtiges Leichtgewicht ist die Prothese natürlich nicht, (aber immerhin unter 3kg), das ist aber zum Großteil dem hohen Eigengewicht von Fuß und Akku geschuldet. Dem Anwender ist das Gewicht erstaunlicherweise nicht aufgefallen.