Mit ‘Prothetik’ getaggte Artikel

Neues Hydraulik-Kniegelenk von Streifeneder

Donnerstag, 01. Juli 2010

KINEGENstream © by streifeneder

Die Streifeneder ortho.production GmbH aus Emmering bringt das neu entwickelte, hydraulische Kniegelenk KINEGENstream auf den Markt, welches die bereits bestehende KINEGEN-Serie erweitert.

Das mit neuen technischen Eigenschaften versehene KINEGENstream deckt nun einen weiteren Anwenderbereich mit höheren Aktivitätsgraden ab. Eine polyzentrische Gelenkachsenanordnung sowie ein neu entwickelter Hydraulikdämpfer bieten dem aktiven Prothesenträger mehr Adaption für den Alltag. Das KINEGENstream ist die Antwort auf verschiedene Marktanforderungen und das Resultat intensiver Entwicklungsarbeit im Hause Streifeneder.

Mit seinen Funktionen kann das KINEGENstream optimal auf den jeweiligen Prothesenträger eingestellt werden. Es ist mit seinen Laufeigenschaften für die Aktivitätsgrade 3 und 4 konzipiert und bis zu einem Körpergewicht von 150 kg zugelassen. Die Extensionsbewegung im Prothesenkniegelenk wird mit einer progressiven Luftfeder unterstützt und bewirkt eine automatische Adaption an unterschiedliche Gehgeschwindigkeiten. Mit der zusätzlichen Hilfe der hydraulischen Schwungphasensteuerung ist ein harmonisches Gangbild nicht zu vermeiden.
Der integrierte Freilaufmodus ist vom Prothesenträger über ein Drehrad leicht zu bedienen. Es werden dabei der Flexions- und Extensionswiderstand überbrückt, wodurch sich der hydraulische Gegendruck der Schwungphasensteuerung aufhebt. Einen weiteren Vorteil bieten die proximalen Anschlussmöglichkeiten, welche in A-P Richtung um 10 mm verschiebbar sind.

Die Streifeneder ortho.production kommt mit dem in Deutschland entwickelten und produzierten Kniegelenk weiteren Marktanforderungen nach, um dem Prothesenträger mehr Lebensqualität, sowohl für den Alltag, als auch für sportliche Aktivitäten zu ermöglichen.

Power Knee ® – weltweit erstes motorgetriebenes Kniegelenk

Mittwoch, 19. Mai 2010

PowerKnee - Quelle: Össur

Auch Össur war in Leipzig mit einigen Produktinnovationen vertreten, unter anderem mit der zweiten Generation des aktiv motorgetriebenen Kniegelenkes “Power Knee®”. Mit ihm sind Anwender in der Lage, lange Strecken ermüdungsfreier zu bewältigen, alternierend treppauf zu gehen oder auch die aktive Unterstützung beim Aufstehen zu nutzen. Viele Funktionen waren schon in der ersten Generation vorhanden, das Gelenk wurde jedoch enorm verbessert. Äußerlich erkennbar ist das neue schlankere Design und deutliche Gewichtsreduzierung. Auch am Akku-System wurde gearbeitet. Die neuen Akkus sind nicht nur kleiner und leistungsfähiger, sie lassen sich nun auch mühelos vom Anwender selber wechseln. Die für die erste Generation noch wichtige “Sound Side Control”, ein Sensor am gesunden Bein, ist ebenfalls weggefallen. Im Kniegelenk arbeitet komplexe Sensorik, welche die ermittelten Daten an den Rechner im Gelenk weiter leitet. Diese Daten ermöglichen es der Software, die Lage und Haltung der Prothese entsprechend dem gesunden Bein zu analysieren und zu steuern. Das Power Knee® “lernt” und sichert den natürlichen Bewegungsablauf in Echtzeit.
Über den Preis gibt es zur Zeit nur Spekulationen, Gerüchten zufolge soll das System aber deutlich preiswerter (etwa die Häfte) sein, als noch die erste Generation.

Otto Bock mit 2 Weltneuheiten – Genium System und Michelangelo Hand [UPDATE]

Mittwoch, 12. Mai 2010

Genium Prothesensystem und Michelangelo® Hand

Am gestrigen Mittwoch hatten nun alle Spekulationen ein Ende. Otto Bock hat zwei neue Prothesensysteme vorgestellt. Für die untere Exremität das Genium Bionic Prosthetic System und für die obere Extremität die Michelangelo® Hand. Beide Systeme sind auf den ersten Blick sehr beeindruckend.
Mit dem Genium Prothesensystem werden Amputierte in die Lage versetzt, den physiologischen Gang fast naturgetreu nachzubilden. Die ersten Anwender demonstrierten u.a. das Gehen in der Ebene und auf Rampen mit verschiedenen Geschwindigkeiten, das Überwinden von kleinen und größeren Hindernissen und auch das alternierende treppab- und aufgehen. Das Gelenk wird für Anwender bis 150kg zur Verfügung stehen. Die Markteinführung beginnt voraussichtlich Mitte 2011, internationale Feldtests laufen jedoch bereits jetzt an.
Erwähnt sei noch, dass das Genium-System keinen aktiven Antrieb besitzt. Verwendet wird die neueste Sensor-, Computer- und Regeltechnik mit dem Ziel, den Abstand zwischen natürlicher Körperfunktion und künstlichem Ersatz deutlich zu verringern.

Auch Funktion und Gestaltung der Michelangelo® Hand überzeugen. Die Michelangelo® Hand bietet aufgrund vier beweglicher Finger und eines separat positionierbaren Daumens eine völlig neue Griffkinematik. Daumen, Zeige- und Mittelfinger bewegen sich aktiv, Ringfinger und kleiner Finger passiv. Das mechanische Handgelenk AxonWrist ermöglicht die Flexion und Extension sowie Pronation und Supination.
Auch auf ein natürliches Erscheinen wurde wert gelegt. Die Finger wurden aus weichen und harten Materialien gefertigt. Das Verwenden eines kosmetischen Überzuges soll auch möglich sein.

[UPDATE:] Einer unserer Forum-User hat die Otto Seite mit den Messevideos entdeckt:
–>http://leipzig.ottobock.de/index.php?id=101<–

Danke hansharz!

medi Liner Vapomat – Reinigungshilfe für Silikon-Liner

Freitag, 26. September 2008

Medi bietet seit kurzem ein Reinigungsgerät für Silikonliner an und richtet sich damit auch erstmals an Endanwender. Der Clou dabei ist, dass das Gerät völlig 100_1145 (1)ohne chemische Zusätze arbeit, nämlich nur mit Wasserdampf. Ein Reinigungsvorgang dauert dabei ca. 30 min und auch die Bedienung ist denkbar einfach: etwas Wasser einfüllen, Liner aufstülpen und einschalten. Verwendet werden kann das Gerät mit allen Linern, die bis 90° hitzebeständig sind. Kaschierte Liner (mit Textilüberzug) sollten nicht häufiger als 2-3 mal pro Woche gereinigt werden, idealer weise wurde die Schnittkante vorher mit Silikonkleber versiegelt. Durch die mitgelieferte Teleskopstange kann das Gerät für jede Länge verwendet werden. Der Preis im Fachhandel dürfte sich bei ca.179 Euro bewegen.

MAS-Schaft, Stand der Dinge !

Mittwoch, 11. Juni 2008

Das MAS® – Schaftsystem ist ein vom mexikanischen Ingenieur Marlo Ortiz entwickeltes und patentiertes Schaftsystem (MAS = Marlo Anatomical Socket). Es verfolgt neue Ansätze und bringt vielen Oberschenkel-Amputierten einiges an Vorteilen:

  1. sehr gute Rotationskontrolle (kein Verdrehen zwischen Stumpf und Schaft)
  2. bequeme hydrostatische Lastaufnahme (die Last wird auf den gesamten Stumpf übertragen, und nicht nur auf einzelne Punkte)
  3. verbesserte Seitenstabilität (kein "Nach-Außen-Wandern" des Schaftes)
  4. so gut wie keine Bewegungseinschränkung, bequemeres Sitzen und
  5. sehr gut kosmetisch versorgbar

Dieses Schaftsystem stellt jedoch für den Orthopädietechniker eine große Herausforderung dar, denn es setzt eine akribische Maßnahme und Modelltechnik voraus und fordert einiges an Fachwissen. Dennoch scheint dieses Schaftsystem den Anderen weit überlegen, denn es geht die wenigsten Kompromisse ein. Beim querovalen Schaft zum Beispiel zeigt sich immer ein sehr hoher Randdruck durch die Lastaufnahme am Sitzknochen, eine verringerte Seitenstabilität und bei fehlendem Vollkontakt eine starke Zyanose-Neigung (der sog. große "Knutschfleck" am Stumpfende), die durch den Unterdruck entsteht. Klassische längsovale Schäfte sind aufgrund der knöchernen Verblockung zwischen dem Sitzbeinast und dem Oberschenkelknochen zwar seitenstabil, schränken den Patienten durch einen sehr hohen Verlauf des Schaftrandes doch sehr stark ein. Auch das Sitzen ist bei den genannten Schaftformen problematisch. Es existieren auch noch Mischformen, die aber hier nicht weiter erläutert werden sollen.

Wie funktioniert nun der MAS® ?

MAS-Schaft

 Abb. Testschschaft für ein
rechtes Bein

Der MAS® – Schaft setzt wie gesagt eine genaue Maß- und Abformtechnik voraus und beruht auf 3 Prinzipien:

  1. Drei-Ebenen Kongruenz
  2. Drei Kraftvektoren
  3. Hydrostatische Lastaufnahme

Das lässt sich alles recht schwer in Anwender-Deutsch übersetzten; nur so viel: Punkt 1 bezieht sich im Wesentlichen auf die Ausrichtung des sog."Ohres" (was im Übrigen nicht zur Lastübertragung genutzt wird); Punkt 2 berücksichtigt haupsächlich 3 Maße (muskulär und knöchern) und mit dem dritten Punkt ist die gleichmäßige Druckverteilung auf den gesammten Stumpf gemeint.

Für Techniker:

  1. Ohr parallel zum Ramus / Vertikaler Ramuswinkel 10° bis 15° /”Bank” dient nicht zur Lastübertragung, Breite durchschn. 12mm
  2. mediales AP / Skelettales ML / Diagonales ML
  3. Hydrostatik

Die ermittelten Maße dienen während des gesamten Maß- und Fertigungsprozesses als Bezugspunkte. Weitere Details würden den Rahmen dieses Beitrages sprengen, zu erwähnen bleibt noch das der Bereich des Perinaeums nicht parallel zur Schrittrichtung verläuft sondern zum Ramus.

Die Patienten spüren in der Regel die Ramusumgreifung nicht und sind i.d.R. für eine Umstellung auf das Sytem dankbar.

Interessierte Patienten wenden sich an rene.jaeschke@otwolf.de — 03723/6528-16 – Info´s auch im otwolf – blog.

Nachträgliche Fertigung einer Kosmetik für eine Prothese mit Proprio Foot

Mittwoch, 04. Juni 2008

Kürzlich erhielten wir eine Anfrage eines Patienten der mit einem Proprio Foot versorgt ist, ob wir Ihm nicht nachträglich eine Verkleidung für seine Prothese fertigen können. Nach einigem hin und her mit seiner Berufsgenossenschaft und dem versorgenden Sanitätshaus haben wir dann zugestimmt. Auch diesmal konnte sich das Ergebnis sehen lassen.

ProprioKosmetik2

Der Preis für die Nachträgliche Fertigung beläuft sich auf ca. 1550 zzgl. MwSt. Die Fertigung kann ohne einen Besuch in unserer Werkstatt geschehen. Einige Voraussetzungen müssen aber dennoch erfüllt sein.

  1. die Anpassung der Prothese muss abgeschlossen sein
  2. mit Volumen und Einstellung der Prothese muss der Patient 100% zufrieden sein
  3. es muss genügend Platz zwischen Schaft und Fuß sein (etwa die Höhe des Akkus)
  4. wir benötigen Umfangsmaße und ein Foto der gesunden Seite

Interessierte Patienten können unter rene.jaeschke@otwolf.de weitere Informationen anfordern

Was tun bei Ablehnung von beantragten Hilfsmitteln?

Mittwoch, 21. Mai 2008

Diese Frage stellen sich zur Zeit immer mehr Versicherte (oder deren Angehörige), denn die Ablehnungsraten von Hilfsmittel steigen bei vielen Krankenkassen in den einzelnen Bundesländern doch rapide. Betroffen sind mittlerweile auch Standardhilfsmittel, die eigentlich keiner Diskussion bedürfen (z.B. Wechseldrucksysteme, Badewannenlifter o.ä.). Es fällt auch zunehmend schwerer den Argumentationen der Krankenkassen (bzw. des MDK) annähernd etwas nachvollziehbares abzugewinnen.

Was kann man nun tun, wenn ein beantragtes Hilfsmittel abgelehnt wird? Dieser Beitrag soll bei den ersten Schritten helfen. Als erstes sollten unbedingt die Fristen für den Widerruf beachtet werden. Das sind i.d.R. 4 Wochen. Diesen Widerruf sollten man auch in jedem Fall absenden, denn er zeigt dem Kostenträger, das es einem mit dem Antrag ernst ist. Ein formloses Schreiben in folgender Form sollte genügen.

 

Hans Mustermann                                            Ort, den 21.05.2008

Musterstrasse 1
00000 Musterstadt

 

Beispielkasse

Beispielstrasse 1
00000 Beispielstadt

 

 

Vorgangs- oder Bearbeitungsnummer: 00000/000000/0000


Widerspruch

gegen den Bescheid vom:

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit legen wir Widerspruch gegen o.g Ablehnungsbescheid zur Kostenübernahme für ……………… ein.

Zur Begründung:

Hier sollte kurz in einigen Sätzen erneut erläutert werden, warum das Hilfsmittel benötigt wird. Ggf. kann hier auch das Sanitätshaus bei einer geeigneten Formulierung helfen.

Wir bitten um dringende Bearbeitung und hoffen auf positiven Bescheid.

 

                                                                   Mit freundlichen Grüßen

                                                                   …………………….

 

Hin und wieder kommt es vor, das diesem Widerspruch von der zuständigen Stelle entsprochen wird. Meist wird aber der Vorgang an den medizinische Dienst der Krankenkassen weitergegeben. Dieser entscheidet dann nach Aktenlage, im Hausbesuch oder bestellt den betroffenen Patienten. Hier hat es sich bewährt, wenn der zuständige Orthopädie- bzw. Rehatechniker der Begutachtung unterstützend beiwohnt.

Sollten Sie Erfahrungen oder Fragen haben; teilen Sie sich bitte im Orthopädietechnik-Forum mit, dort finden Sie Hilfe oder Helfen mit Ihren Erfahrungen anderen Betroffenen.

 

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen und enthält lediglich Tips!

Genehmigungsverhalten der Krankenkassen bei hochwertigen Prothesenversorgungen

Mittwoch, 23. April 2008

Wie viele Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen möglicherweise schon am eigenen Leib erfahren haben, ist die Zahlungsbereitschaft der Kassen bei hochwertigen Hilfsmitteln, wie z.B. eine Prothesenversorgung mit elektronischen Passteilen doch eher gering. Subjektiv eingeschätzt hat sich die Lage in den letzten Jahren auch nicht gerade gebessert.

Der Werdegang ist oftmals der Gleiche: der Vorschlag des Sanitätshauses wird von der Sachbearbeiterin zum medizinischen Dienst zur Beurteilung gegeben, welcher dann häufig eine Ablehnungempfehlung ausspricht (was dann auch so an die Patienten weitergegeben wird).

Manch einer knickt  dann natürlich ein, entweder weil doch etwas übertrieben wurde (was ja in Ausnahmefällen auch vorkommen kann…), oder aber aus Angst vor möglichen Folgekosten. Letzteres ist zumindest vor dem ersten Widerspruch unbegründet, denn der ist kostenfrei und kann auch formfrei vorgenommen werden.

Sollte der Widerspruch dann auch abgelehnt werden, bleibt dann meist nur der Griff in die eigene Tasche (was für die Meisten indiskutabel ist) oder der Gang vor das Sozialgericht. Das kann in vielen Fällen sehr erfolgversprechend sein. In einem Urteil des Bundessozialgerichtes (aus dem Jahre 2005 / B 3 KR 20/04 / zum Antrag einer Oberschenkelprothese mit C-Leg) hieß es der Amputierte habe:

Anspruch (…) auf den erforderlichen und nach dem Stand der Medizintechnik möglichen Behinderungsausgleich

weiter:

Solange ein Ausgleich der Behinderung nicht vollständig erreicht ist i.S. eines Gleichziehens mit einem gesunden Menschen, kann die Versorgung mit einem fortschrittlichen Hilfsmittel nicht mit der Begründung abgelehnt werden, der bisher erreichte Versorgungsstandard sei ausreichend.

In wie Weit das nun auch auf andere Passteile übertragen werden kann bleibt abzuwarten. Das nächste “heiße” Produkt ist der Proprio Foot von Össur.
Auf jeden Fall sollte man aber mit seinem Sanitätshaus Rücksprache halten. Die Mitarbeiter da sind in der Regel erfahren im Umgang mit der Krankenkasse und stehen den Patienten mit Rat und Tat zur Seite.

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen!

Proprio Foot die Zweite

Dienstag, 01. April 2008

Es gibt wieder neues von der Bionic-Front. Wir haben jetzt unseren ersten “Live”- Patienten versorgt und das Ergebnis kann sich, wie ich finde, sehen lassen. Bionische Technologie muss nicht zwangsläufig kosmetische Aspekte vernachlässigen.

proprio_foot_design

Die Abbildung zeigt die endgültige Form der Prothese mit eingelassenem Akku. Das ist zwar ein sehr großer Aufwand, aber eine so hochwertige Versorgung, die ja schließlich auch Prestige-Charakter hat, rechtfertigt m.E. die ein oder andere Arbeitsstunde zusätzlich.

Für interessierte Techniker ein kleiner Einblick:

HowTo

  • als Erstes haben wir den Schaft gegossen (nicht zu stabil und schwer), den Lotaufbau gemacht und noch einen 2. Guss gesetzt
  • für den Aufbau haben wir nicht den Össur Akku-Dummy verwendet, sondern uns einen eigenen aus Hartgips gefertigt
  • darüber haben wir dann eine Carbonschale gegossen, die wir dann an den Schaft geklebt haben
  • danach haben wir einen Wadendummy aufgebracht und die Schale gegossen (an dieser Stelle sind die Informationen bewusst etwas dürftig ;-) , wer genauere Info´s möchte darf nachdem er seinen eigenen Grips zurate gezogen hat gern im Orthopädietechnik Forum anfragen)
  • wenn man sich im Vorfeld sehr viel Zeit mit Anprobe und Statik genommen hat dürfte dann jetzt auch alles funktionieren

Ein richtiges Leichtgewicht ist die Prothese natürlich nicht, (aber immerhin unter 3kg), das ist aber zum Großteil dem hohen Eigengewicht von Fuß und Akku geschuldet. Dem Anwender ist das Gewicht erstaunlicherweise nicht aufgefallen.

Unterschenkelversorgung mit Zwei-Schaft-System

Sonntag, 09. März 2008

Unterschenkelprothesen mit Innenschaft sind auf dem Markt nicht neu, da sich aber im Netz nur sporadisch Informationen darüber finden ließen, sah ich mich genötigt einen kleinen Beitrag darüber zu verfassen.

Ich habe bisher auch noch nicht viele Patienten mit einem solchen System versorgt, aber diejenigen, die damit laufen sind sehr zufrieden.
Was bietet so ein System nun für Vorteile? Auf den ersten Blick nicht viele, aber für Patienten mit sehr knöchernen Strukturen zum Beispiel doch einige. So kann man Problemstellen einfach fenstern und dann ggf. mit Heißluft nachbearbeiten. Auch in der Beuge ist ein Innenschaft für viele Patienten sehr angenehm, da er u.U. beim Beugen etwas nachgibt.

US I

Bei vielen ist auch im US-Bereich ein 2 Guß des Schaftes notwendig, allein wegen der Statik. Darauf kann ich aber bei einem 2-Schaft-System verzichten. Dadurch wird die Prothese auch nicht zu schwer. Der Patient, für den der abgebildete Schaft war, hatte bei seinen bisherigen Versorgungen immer Probleme am distalen Fibulaende, die mit diesem System behoben wurden.
Die Zweckform ist natürlich auch bei diesem Schaft eingearbeitet und die Lastübertragung funktioniert nach dem üblichen Prinzip.