• Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  

    Oberschenkelprothese

       (0 Kritiken)

    basti

    Als Oberschenkelprothese bezeichnet man Körperersatzstücke nach einer Beinamputation, bei der auch das Kniegelenk mit entfernt wurde. Es gibt genau wie bei den Unterschenkelprothesen viele verschiedene Schaft- und Prothesensysteme welche durch die vielen weltweit verfügbaren Prothesenpassteile in den unterschiedlichsten Kombinationen zu finden sind. Die nachfolgenden Tabellen sollen zum einen kurze Informationen zu den gängisten Schaftsystemen zum anderen den verschiedenen Kniegelenkklassen liefern. Schaftsysteme

    Bezeichnug
    Merkmale
    Querovaler Schaft
    • die Lastübertragung auf den Prothesenschaft erfolgt weitestgehend über den Sitzknochen (Tuber ischiadicum), daher auch die Bezeichnung Sitzbein-unterstützender Schaft
    • der Schaft wird in einer Zweckform (nicht anatomisch) gestaltet
    • technische Details:
      • ausgehend vom Tuber liegt der vordere Schaftbereich (die sog. Frontalpelotte) max. 2,5cm höher, weiterhin ist diese Pelotte großflächig angelegt, um keinen zu großen Druck auf die Blutgefäße auszuüben
      • im Schritt, dem sog. Perineum, liegt der Schaftrand max. 1-1,5cm tiefer (um auch die Adduktoren im Schaft zu fassen)
      • der äußere Schaftrand variiert oftmals abhängig von der Stumpflänge und liegt bei Kurzstümpfen höher als bei Langstümpfen
      • das Umfangsmaß des Sitzringes liegt unter dem anatomischen Maß
      • ausgehend vom A/P Maß des Perineum sollte das laterale A/P Maß in etwa das Doppelte betragen; das M/L Maß das 2,5 fache
      • weiter unten im Schaft, dem sog. Steuerungsbereich befindet sich die laterale Anlage, welche als Gegenhalt zum Oberschenkelknochen dient
      • bei einem Kontaktschaft wird das Stumpfende formschlüssig umfasst, was der idealere Zustand ist; wünscht oder verträgt der Amputierte keinen Endkontakt, wird auch auf die Formschlüssigkeit verzichtet, hier sollte dann aber zur Vermeidung von Blauverfärbungen (sog. Zyanosen) der Hohlraum mit einem weichem Material aufgefüllt werden
      • Prothesen mit querovaler Schaftform sind häufig mit zusätzlichen Haltemechanismen ausgestattet (Schlesier-Bandage, Halte-Bandage), welche ein “Herunterrutschen” des Sitzknochens vom Tuber verhindern sollen
    • auch heute noch sehr häufig verwendete Schaftform
    CAT-CAM Schaft (länsovaler Schaft)
    • Contoured Adducted Trochanteric Controlled Alignment Method; was sinngemäß soviel bedeutet wie konturierte adduzierte Trochanter-kontrollierte Aufbaumethode
    • diese Schaftform kam Mitte der 1980er Jahre in den USA auf und ist seit dem in verschiedensten Abwandlungen zu finden:
      • Narrow ML (medial/lateral engerer Schaft, welcher sich in unseren Breiten nicht durchgesetzt hat)
      • APO Socket (antero-posterior ovaler Schaft)
      • UCLA-Socket (University of California L.A. / Schafttechnik nach C. Hoyt), die Schafttechnik welche heute in leichten Abwandlungen zum Einsatz kommt
    • im Gegensatz zu querovalen Schaft wird der Sitzknochen (tuber ischiadicum) nicht bzw. nur minimal zur Lastübertragung herangezogen
    • der Sitzbeinast wird medial (innen) umgriffen (daher auch die Bezeichnung Sitzbein-umgreifende Schaftform)
    • durch die unterschiedliche Anatomie erweist sich diese Schaftform bei Patientinnen durch den größeren Schambeinwinkel oft als schwierig
    • technische Details:
      • ausgehend vom Tuber sollte die Umgreifung medial ca. 3cm hoch sein und parallel zum Ramus verlaufen
      • nach ventral (vorn) fällt der Schaft am sog. Kreuzungspunkt ab
      • im vorderen (ventralen) Bereich steigt dann der Schaftrand wieder an, verläuft jedoch min. 4cm unter dem vord. oberen Darmbeinstachel
      • außen (lateral) sollte der Schaftrand gerade über den Trochater Major reichen, da höher liegende Bereiche beim Gehen an der Beckenmuskulatur reiben
      • im hinteren (dorsalen) Bereich verläuft der Schaftrand auf Höhe der Sitzbeinumgreifung und steigt dann nach außen an (bei sehr langen Stümpfen kann der hintere Bereich jedoch weiter ausgeschnitten werden, da dies für den Patienten mehr Sitzkomfort bedeutet)
      • die Lastübertragung erfolgt weitestgehend über die gesamte Fläche des Stumpfes (einschl. des Stumpfendes), was bedeutet, dass der Patient mit einem Kontaktschaft versorgbar sein muss
      • medial / lateral wird eine Verblockung zwischen Oberschenkelknochen (femur) und Sitzbeinast (ramus ossis ischii) erzeugt
    • wenn die Indikation es zulässt sollte man diese Schaftform der querovalen vorziehen
    Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  


    Rückmeldungen von Benutzern

    Es gibt keine anzuzeigenden Kritiken