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    Amputation

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    basti

    In aller Kürze:

    Als Amputation bezeichnet man die Fachgerechte Absetzung einer Extremität (eines Körpergliedes) an der Stelle, die durch die Erkrankung bestimmt wird. Sie wird oft als lebensrettende Maßnahme durchgeführt oder wenn ein erkranktes Körperteil nicht mehr zu heilen ist. Orthopädietechniker haben heutzutage hauptsächlich Amputationen der unteren Extremitäten zu versorgen. Hier zu erwähnen sind die transtibiale (Unterschenkelamputation) und die transfemorale (Oberschenkelamputation) Amputation. Einen wesentlich kleineren Teil umfassen die Amputationen im Bereich des Armes (transhumeral / Oberarm; transradial / Unterarm).
    Die Amputation aus orthopädietechnischer Sicht:

    Die Amputationstechniken haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Früher war man bestrebt das Stumpfende stark mit Weichteilen zu überdecken und in der Prothese zu entlasten. Heute versucht man soviel Stumpffläche wie möglich zur Lastübertragung heranzuziehen. Auch stellen komplizierte Formen heute i.d.R. kein Problem mehr dar.

    Die häufigsten Gründe für eine Amputation der unteren Extremität sind:

    • arterielle Verschlusskrankheiten – AVK (z.B. infolge von Diabetes)
    • Traumata
    • Tumore
    • angeborene Deformitäten
    • etc.



    Amputationen der Oberen Extremität sind ca. 17x seltener. Die häufigste Ursache sind Traumen. Sie sollen jedoch nicht Gegenstand dieses Beitrages sein.
    Bei den unteren Extremitäten finden sich sie die arteriellen Verschlußkrankheiten als häufigste Ursache für eine Absetzung. Der Begriff AVK umfasst dabei eine ganze Reihe verschiedener Krankheitsbilder, deren Ergebnis eine Störung der arteriellen Zirkulation ist, die sich aber in Ihrem Verlauf deutlich unterscheiden. Die Amputation infolge von AVK unterscheidet sich deutlich von den anderen. Sie ist in diesen Fällen die Auswirkung einer Grunderkrankung, die ja auch andere Organe betrifft; Sie bremst bestenfalls die Progression der Grunderkrankung und Sie ereilt oftmals Alterspatienten, um nur einige zu nennen.
    Eine Absetzung infolge eines Traumas kommt im Vergleich dazu viel seltener vor, da die moderne Medizin über vielfältige Möglichkeiten der Erhaltung der betroffenen Gliedmaßen verfügt. Nennenswert hier sind Unfälle mit Schienenfahrzeugen und Motorradunfälle bzw. in geringerer Anzahl Arbeitsunfälle etc.

    Bei Amputationen im Zusammenhang mit Tumoren fällt auf, dass die Amputationshöhe notwendiger Weise oft sehr weit oben angesiedelt ist (im Hüft- und Beckenbereich). Durch die verbesserte Behandlungsmöglichkeiten und der Möglichkeit befallene Gelenke mit Tumorprothesen zu ersetzen sind die Fallzahlen zurückgegangen.
    Letzte hier erwähnte Ursache sind Fehlbildungen. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Formen; Vererbung; Schädigung in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten durch Sauerstoffmangel, Vergiftungen oder Viruserkrankungen; Amnion-Abschnürungen etc.

    Formen:

    • Peromelie (teilweises Fehlen der Extremität)
    • Hyperplasie (Riesenwachstum)
    • Dysmelie (Extremitätenfehlbildungen)
    • Aplasie (ein Knochen ist nicht, oder nur zum Teil angelegt)
    • Synostose (Knochen miteinander verschmolzen)



    Amputationshöhen:
    Vereinfacht lässt sich sagen, dass eine niedrigere Amputationshöhe auch immer günstiger für den Patienten darstellt und Ihm mehr Lebensqualität bietet. Im Folgenden werden die meisten Amputationshöhen beschrieben:

    • Fußamputationen
      • Vorfußamputationen / kurzer und langer Mittelfußstumpf (auch SHARP und SHARP-JÄGER)
      • langer Fußwurzelstumpf (LISFRANC – Amputation) -> Exartikulation
      • kurzer Fußwurzelstumpf (BONA – JÄGER – Amputation) -> Exartikulation
      • Rückfußstumpf (CHOPART – Amputation) -> Exartikulation
      • PIROGOFF – Amputation (Osteoplastik – Durchtrennung des Fersenbeines und Anbringung des unteren Fersenbeinteiles an das Ende von Schien- und Wadenbein)
    • Unterschenkelamputationen
      • SYME-Amputation (Amputation des Fußes und Entfernung der Knöchel)
      • im unteren Drittel
      • im mittleren Drittel
      • im oberen Drittel
    • Knieexartikulation
    • Oberschenkelamputation
      • Amputation nach GRITTI (Durchtrennung des Oberschenkelknochens oberhalb der Gelenkknorren und Anbringung der entknorpelten Patella)
      • Amputationen im unteren Drittel
      • Amputationen im mittleren Drittel
    • Hüftexartikulation
    • Hemipelvektomie (Abtrennung einer Beckenhälfte)
    • Hemicorporektomie (Halbkörperamputation)



    Was passiert nach einer Bein-Amputation?

    In vielen Kliniken wird die postoperative Phase unterschiedlich gehandhabt. Im folgenden wird NUR EINE Möglichkeit für eine Betreuung von Stumpf und Patient aufgezeigt.
    Unmittelbar nach der Amputation wird der Stumpf mit einem straffen Wundverband gewickelt, welcher in erster Linie dazu dient, die Schwellung zu reduzieren und die Naht zu schützen. Nach Entscheidung des Arztes werden nach ca. 2-4 Wochen die Fäden gezogen, auch danach wird weiter Druck auf den Stupf ausgeübt entweder in Form von Kompressionsverbänden oder mit Hilfe von Silikon-Linern. Diese Kompression ist für eine spätere Prothesenversorgung sehr wichtig.
    Weiterhin sollte möglichst frühzeitig mit Physiotherepie begonnen werden, mit dem Ziel, Kontrakturen zu vermeiden, die Muskulatur der erhaltenen Seite zu kräftigen und die Koordination zu steigern.
    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, sich vom klassischen Bild eines Amputierten zu verabschieden, wie es einem in den Medien suggeriert wird. Die meisten Menschen werden heutzutage aufgrund von Verschlußkrankheiten und/oder schwerem Diabetes amputiert, wobei der gesamte Organismus nicht mehr einwandfrei arbeitet. Das bedeutet natürlich auch eine große Kraftanstrengung für das Laufen mit Prothese , oftmals jedoch mit Gehhilfen.
    Anders stellt sich das Bild bei traumatisch Amputierten dar. Hier ist meist der übrige Organismus gesund, ohne Begleiterkrankungen was natürlich auch eine bessere Prognose bietet.
    Fast alle Amputationshöhen lassen sich heutzutage vernünftig orthopädietechnisch versorgen. Hier im Forum finden sich bereits einige Einträge zu Problemen, die eine Amputation mit sich bringt. Benutzt dazu einfach die Suche.

    Unser Forum steht Betroffenen mit fachmännischer Hilfe zur Seite.

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