• Elke
      Nach einem Schlaganfall ist es schwer wieder auf die Füße zu kommen. Dabei verhelfen innovative Hilfsmittel dem Betroffenen zu neuer Mobilität. Dirk Mertens erlitt vor zwei Jahren einen schweren Schlaganfall mit nur geringer Überlebenschance. Mit Hilfe seiner positiven Einstellung und seiner Willensstärke sowie die Unterstützung von Ärzten, Orthopäden und Familie konnte er mit den Folgen des Schlaganfalls umgehen.
      Patienten wie Dirk Mertens profitieren von den neuesten technischen Entwicklungen in dem Feld der Neuroorthopädie. Geeignete Hilfsmittel können Muskelschwäche, Fehlhaltungen oder Bewegungsstörungen aufgrund neurologischer Erkrankungen ausgleichen. Im Fall von Dirk Mertens ist das Hilfsmittel das neue "L300 Go System" von Ottobock. Es stimuliert die Nerven auf der Hautoberfläche elektrisch. Dadurch werden die Muskeln zum Anheben des Fußes aktiviert und der Patient kann schneller und flüssiger gehen. So schafft er auch weitere Wegstrecken.
      Der wissenschaftliche Leiter der Neurorehabilitation von Ottobock Dr. Thorsten Böing ist sich sicher, dass solche Hilfsmittel den Patienten unterstützen, den Alltag aktiv und selbstständig zu meistern und weiter Geschicklichkeit und Muskulatur zu trainieren. Seine Überzeugung ist, dass es sehr wichtig ist den Patienten mit dem individuell passenden Produkt zu versorgen. Dabei ist es egal ob es sich um Orthesen, Produkte mit funktioneller Elektrostimulation oder einen Rollstuhl handelt.
      In Deutschland erleiden knapp 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Etwa zwei Drittel der überlebenden Patienten haben körperliche Einschränkungen und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Inzwischen leiden fast 1,3 Millionen Bundesbürger an den Folgen dieser Erkrankung.


      Elke
      Zum Jahresende wird aus der  Otto Bock HealthCare GmbH eine SE & Co. KGaA. Auf dem Weg der Umwandlung in seine neue Rechtsform hat das international agierende Medizintechnikunternehmen Ottobock einen Europäischen Aufsichtsrat konsultiert. Es handelt sich um ein Kontrollgremium, das sich aus sechs Vertretern der Anteilseigner sowie vier Vertretern der Arbeitnehmer zusammensetzt. Von den Arbeitnehmervertretern kommt je einer aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Schweden. Das Gremium hat die Aufgabe die Geschäftsführung zu beraten und überwachen.
      Aus der Mitte des Aufsichtsrat wurde  Dr. Bernd Bohr als Vorsitzender gewählt. Früher war er langjähriger Chef der Autosparte des Bosch-Konzerns und besitzt dadurch vielfältige internationale Managementerfahrung und ist ein ausgewiesener Industriekenner.
      Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. Joachim Kreuzburg vom Aufsichtsrat gewählt. Er ist der Vorstandsvorsitzende der Sartorius AG.
      Prof. Hans Georg Näder, der Geschäftsführende Gesellschafter der Otto Bock Holding GmbH und Vorsitzende der Geschäftsführung der Otto Bock HealthCare GmbH, äußert sich zu dem neu entstandenen Aufsichtsrat wie folgt:
      Zusammensetzung des Aufsichtsrats
      Mitglieder der Kapitalseite:
      Dr. Bernd Bohr Dr. Joachim Kreuzburg Marcus Brennecke Prof. Dr. Gesche Joost Georgia Näder Prof. Dr. Christoph H. Seibt  Mitglieder der Arbeitnehmerseite:
      Anja Rupprecht Marcus Eder Jean-Yves Audran Rose-Marie Kammarinen  
       
       
      Ansprechpartner für die Medien:
      Head of Investor Relations / Corporate Communications
      Mark C. Schneider
      Otto Bock HealthCare GmbH, Ebertstraße 15a, 10117 Berlin
      Telefon: (030) 398 206 222 / Mobil: 0151-146 591 35
      E-Mail: MarkC.Schneider@ottobock.de
       


      Elke
      Bei einer Venenerkrankung kommt die Kompressionstherapie zum Einsatz. Damit diese wirklich helfen kann, muss der Betroffene die Strümpfe auch tragen. Daher ist es wichtig, dass der Anwender das Produkt akzeptiert und den Strumpf gern trägt.
      "Unabhängig von der Kompressionsklasse des Strumpfes ist die Akzeptanz viel größer, wenn der Kompressionsstrumpf gut sitzt und das geeignete Material hat."
      Dass Ärzte bei der Verordnung von Kompressionsstrümpfen einen noch größeren Schwerpunkt auf die richtige Wahl des Materials legen sollten, da ist sich Professor Dr. med. Knut Kröger sicher. Er ist Direktor an der Klinik für Gefäßmedizin des Helios Klinikums Krefeld. Im folgenden Interview mit medi nennt er Kriterien, die die Therapietreue der Patienten erhöhen können und erklärt, warum Patienten mehr Kompressionsstrümpfe verordnet bekommen sollten.
      Herr Professor Dr. Kröger, laut der Bonner Venenstudie2 gibt es in Deutschland über 22 Millionen Menschen mit einem Venenleiden. Wie ist deren Versorgungssituation?
      "Die 22 Millionen Menschen sind natürlich nicht alle versorgt, weil sie sich nicht alle krank fühlen. Man sollte sie auch nicht krank reden. Konzentrieren wir uns auf diejenigen, die wirklich Phlebödeme und Hautveränderungen haben, dann reduziert sich die Zahl. Das waren in der Bonner Venenstudie 17 Prozent der Teilnehmer. Bei diesen Menschen besteht durchaus eine medizinische Notwendigkeit und ihnen muss man den Nutzen der Kompressionstherapie nahebringen."
      Bei wem sehen Sie die Verantwortung aufzuklären?
      "Zunächst ist es wichtig, dass die Hausärzte die Patienten mit einer medizinischen Notwendigkeit erkennen. Für mich sind die Hautveränderungen ein wichtiges Kriterium. Den Patienten, die schon Hautveränderungen haben, sollte deutlich gesagt werden, dass diese fortschreiten können, wenn sie die Ursache nicht bekämpfen. Oft ist die Ursache aber nicht therapiebar, weil neben den Venenerkrankungen noch Adipositas oder berufliche Tätigkeiten mit langen Sitz- oder Stehperioden hinzukommen. Für diese Patienten ist die Kompressionstherapie optimal."
      Sie legen laut einer aktuellen Publikation3 den Fokus auf eine patientenindividuelle Versorgung mit Kompressionsstrümpfen. Was bedeutet das im Detail, wie gehen Sie vor?
      "Die gängige Lehrmeinung besagt: Je höher der Kompressionsdruck ist, desto besser ist die Therapie. Andererseits sinkt mit der Höhe des Kompressionsdrucks die Therapietreue des Patienten. Es ist eine Herausforderung, einen Mittelweg zu finden. Bei den Patienten, die ein sehr fortgeschrittenes Krankheitsbild aufweisen, muss ein möglichst hoher Druck erzielt werden. Aber viele dieser Patienten haben Komorbiditäten4, Versteifungen in der Hüfte und Wirbelsäule oder zu wenig Kraft in den Händen, sodass sie die Kompressionsstrümpfe nicht anziehen können. Ich beginne daher lieber mit einer leichteren Kompressionsklasse und erhöhe diese vielleicht mit dem nächsten Rezept."
      Auf welche Kriterien sollten Ärzte neben der Diagnose bei der Kompressionstherapie noch achten?
      "Neben den klassischen Komorbiditäten, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)5 und der Polyneuropathie6, sollten das Alter, die Mobilität der Patienten, das Gewicht sowie die Schwere der Venenerkrankung und die Phlebödemneigung berücksichtigt werden. Wichtig ist, den Patienten an einen Kompressionsstrumpf zu gewöhnen, der zu seinem Leben und Alltag passt. Auch der Umgang mit dem Strumpf ist ein Thema. Anziehhilfen sind zu wenig verbreitet. In unserer Klinik sprechen wir ältere, immobile Patienten, bei denen wir sehen, dass die Kraft in den Händen nicht ausreicht, auf die Notwendigkeit von Anziehhilfen an."
      Die mediven Beobachtungsstudie7,8 belegt, dass in Deutschland die Einheitsversorgung überwiegt. Patienten bekamen überwiegend einen Strumpf aus leichtem Material in der Kompressionsklasse 2 verschrieben. Wie beurteilen Sie dieses Ergebnis?
      "Die Studie hat gezeigt, dass in der Betreuung der Patienten noch Potential steckt. Meiner Meinung nach müssen wir die Patienten aber nicht in die Kompressionsklasse 3 oder 4 drängen. Manchmal reicht vielleicht bei einem älteren Patienten die Kompressionsklasse 1 aus. Viel entscheidender ist für mich die richtige Wahl des Materials, denn sie hat ebenfalls Einfluss auf die Therapietreue des Patienten und damit auf den Therapieerfolg."
      Welche Eigenschaften sind Ihren Patienten bei einem medizinischen Kompressionsstrumpf besonders wichtig?
      "Der Patient will, dass der Strumpf erstens nicht rutscht und zweitens nicht einschnürt. Drittens muss der Strumpf leicht anzuziehen sein. Und viertens möchte der Patient beim Tragen des Strumpfes keinen Juckreiz bekommen. Modische Patienten stellen darüber hinaus noch einen optischen Anspruch an den Strumpf."
      Würden Sie sagen, dass diese Eigenschaften die Therapietreue erhöhen?
      "Ja, denn schnürt der Strumpf ein oder zieht ihn der Patient mehrmals am Tag hoch, trägt er ihn nicht lange. Unabhängig von der Kompressionsklasse des Strumpfes ist die Akzeptanz viel größer, wenn der Kompressionsstrumpf gut sitzt und das geeignete Material hat."
      Was passiert aus Ihrer Erfahrung heraus, wenn Patienten nicht anhand der von Ihnen vorgeschlagenen Kriterien mit den entsprechenden Kompressionsstrümpfen versorgt werden?
      "Haben die Patienten einmal schlechte Erfahrungen mit Kompressionsstrümpfen gemacht, ist es sehr schwierig, sie wieder für eine Kompressionstherapie zu gewinnen. Entscheidend ist, dass man den Patienten da abholt, wo er abgeholt werden möchte. Insofern muss der Arzt neben der Indikation auch auf Patientenkriterien wie Alter, Komorbiditäten, Gewicht – insbesondere Adipositas – sowie Phlebödemneigung Rücksicht nehmen und versuchen, den optimalen Kompressionsstrumpf für den Patienten auszuwählen. Andernfalls verliert er die Zustimmung des Patienten für die Kompressionstherapie."
      Sollte Ihrer Meinung nach die Materialbeschaffenheit des Strumpfes durch den Arzt bestimmt oder im Einzelfall eine namentliche Verordnung vorgenommen werden?
      "Ja, denn wenn der Arzt nicht weiß, welchen Strumpf der Patient am Ende wirklich trägt, dann läuft etwas falsch. Der Arzt sollte auch wissen und verstehen, warum er welches Material wählt. Es gibt Hersteller, die Strümpfe mit leichtem, mittlerem und kräftigem Material anbieten, um eine patientengerechte Versorgung zu ermöglichen."
      Wie kann der Fachhandel eine patientenindividuelle Versorgung unterstützen?
      "Der Fachhandel führt schließlich die Versorgung aus und berät vorab den Patienten. Hierfür haben die Mitarbeiter eine entsprechende Ausbildung. Insofern kommt dem Fachhandel eine große Rolle zu und er muss Fehlversorgungen oder andere Schwierigkeiten beim Patienten erkennen. Kann der Patient zum Beispiel den Strumpf nicht alleine anziehen, sollte eine Schulung erfolgen, wie er eine Anziehhilfe benutzen kann. Dazu gehört auch, dass entsprechende Strumpfmaterialien für den Patienten ausgewählt werden. Zum Beispiel sollte ein adipöser Patient nicht mit einem sehr durchsichtigen, leichten Material ausgestattet werden, weil das Gestrick dieses Materials für diesen Patienten ungeeignet ist."
      Bei wem ist das Thema Hautpflege am besten aufgehoben – beim Arzt oder Fachhandel?
      "Die Hautpflege sollte sowohl vom Arzt als auch vom Sanitätsfachhandel adressiert werden. Oft rückt das Thema erst in den Fokus, wenn der Patient bereits Juckreiz oder andere Hautauffälligkeiten hat. Ich spreche die Hautpflege bei meinen Patienten gleich zu Beginn an und sage, dass die Haut durch die Venenerkrankungen selber empfindlicher und trockener sein kann und es bei langfristiger Anwendung von Kompressionsstrümpfen zu einer Verschlechterung der Symptome kommen kann. Männern erkläre ich, dass sich stark behaarte Unterschenkel mit dem Ausziehen des Strumpfes enthaaren können, weil die Haare hängen bleiben. Haben die Patienten keinen Ansprechpartner für dieses Thema, ist es wieder ein Grund, warum der Strumpf nicht getragen wird."
      Gibt es noch einen weiteren Faktor, der den Erfolg der Kompressionstherapie wesentlich beeinflussen kann?
      "Ich glaube, dass wir die Patientenadhärenz erhöhen könnten, wenn Ärzte den Patienten mehr Kompressionsstrümpfe verschreiben dürften. Ein Patient bekommt beim ersten Mal zwei Paar Strümpfe verordnet – eines davon als Wechselversorgung. Betrachten wir den Hygiene-Aspekt, ist das nicht ausreichend, denn natürlich möchte jeder Patient täglich frische Strümpfe anziehen. Aber wer startet jeden Tag eine Waschmaschine – vor allem nur, um ein Paar Strümpfe zu waschen? Das Thema Hygiene im Umgang mit Kompressionsstrümpfen liegt mir daher sehr am Herzen. Ich finde, da muss im Rahmen der sich ändernden Hygienevorstellungen ein Umdenken stattfinden."
      Herr Professor Dr. Kröger, wir danken Ihnen für das Gespräch.
       
      1 Der Begriff „Material“ umfasst in diesem Interview die verschiedenen textilen Charakteristika wie Elastizität, Rigidität und Festigkeit des Gestricks eines medizinischen Kompressionsstrumpfes. Das Material kann in leicht, mittel oder kräftig unterteilt werden.
      2 Rabe E et al. Bonner Venenstudie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie: Epidemiologische Untersuchung zur Frage der Häufigkeit und Ausprägung von chronischen Venenkrankheiten in der städtischen und ländlichen Wohnbevölkerung. Phlebologie 2003;32:1-14.
      3 Kröger K et al. Verordnungslogik von medizinischen Kompressionsstrümpfen bei Patienten mit chronischer venöser Insuffizienz. vasomed 2017;29(4):199-201.
      4 Eine Komorbidität ist ein diagnostisch abgrenzbares Krankheitsbild, das zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegt. Man spricht auch von der sogenannten Begleiterkrankung.
      5 Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Erkrankung, bei der es zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten kommt. Sie entsteht durch Einengung oder den Verschluss der arteriellen Arm- oder Beingefäße.
      6 Polyneuropathien sind Krankheiten des peripheren Nervensystems. Die peripheren Nerven liegen außerhalb des zentralen Nervensystems (= Gehirn und Rückenmark). Sind die peripheren Nerven in ihrer Funktion gestört, kommt es zu typischen Beschwerden wie Schmerzen, Missempfindungen und Kribbeln in den Füßen, Beinen, Armen oder Händen. Häufig leiden Diabetiker unter solchen Polyneuropathien.
      7 Schwahn-Schreiber Ch, Marshall M, Murena-Schmidt R et al. Langzeitbeobachtung zur ambulanten Therapie phlebologischer Erkrankungen mit medizinischen Kompressionsstrümpfen in Deutschland – Die mediven®-Beobachtungsstudie. Phlebologie 2016;45(1):15-24.
      8 Schwahn-Schreiber Ch, Marshall M, Murena-Schmidt R et al. Versorgungsrealität mit medizinischen Kompressionsstrümpfen im ambulanten Bereich. Folgeanalyse der mediven®-Beobachtungsstudie. Phlebologie 2016;45(4):207-214.
       
      Bildmaterial: Professor Dr. med. Knut Kröger (© Privatarchiv), Versorgung (© www.medi.de)


      Elke
      Ottobock sichert sich den European Innovation Impact Award mit seinem ausgezeichneten Ideenmanagement im internationalen Wettbewerb.
      Der  European Innovation Impact Summit in Brüssel ist der Gipfel für neue Impulse in der erfolgreichen Unternehmensentwicklung. Am 27. und 28. September hat er innovativen Unternehmen auf internationaler Ebene Raum für Netzwerkbildung und einen gezielten Erfahrungsaustausch geboten. Das Highlight der Veranstaltung war die Verleihung der European Innovation Impact Awards. In der Kategorie "Best Ideas Management in Healthcare" setzte sich das Medizintechnikunternehmen Ottobock unter mehr als 100 Mitbewerbern mit seinem Ideenmanagement durch.
      Der Award würdigt die besten Ideen- und Innovationsprojekte von europäischen Unternehmen. Der ideasEurope CEO Roland Rausch äußert sich bei der Preisverleihung am 27. September wie folgt:
      Seit mehr als fünf Jahren engagiert sich Anja Rupprecht für das Ideenmanagement bei Ottobock unter dem Motto "Weiter denken - Probleme lösen - Nutzen stiften". Sie hat die sogenannte Ideenbörse vom reinen Vorschlagwesen über die Beratung bis hin zur Vernetzung stetig weiterentwickelt.
      Mit diesen Worten würdigt die Ideenmanagerin das Engagement ihrer Kollegen als sie den Preis entgegennimmt. Seit 2012 erzielte Ottobock bei knapp 700 umgesetzten Ideen einen Erstjahresnutzen von mehr als einer Million Euro.
      Dr. Sönke Rössing, der Chief of Strategy and Human Resources bei Ottobock, äußert sich wie folgt zu dem Ideenmanagement:
      Das European Innovation Impact Summit fand dieses Jahr in den Räumen der EU-Institution in Brüssel statt. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte Ulrike Müller inne, die selbst Mitglied im Europäischen Parlament ist. Nach der erfolgreichen Pilotveranstaltung soll er internationalen Unternehmen einmal im Jahr die Möglichkeit bieten, an einem exklusiven Konferenz- und Rahmenprogramm mit wegweisenden Impulsvorträgen und Keynotes aus der Wissenschaft teilzunehmen. Somit haben diese Unternehmen die Gelegenheit von den Besten zu lernen.


      Elke
      Interview mit Peter Lips - So meistert der Fachhandel die Zukunft
      "Aus meiner Sicht überlebt am Ende das Sanitätshaus, das aktiv den Markt bearbeitet und intensive Arztarbeit betreibt. Hierbei sollte der Handel auch die Informationsangebote der Hersteller nutzen."
      Peter Lips ist Managing Partner bei Lips, Pantenburg & Partner in Bergisch Gladbach. Die Gesellschaft berät mittelständige, inhabergeführte Unternehmen in der strategischen Unternehmensentwicklung und der betriebswirtschaftlichen Unternehmenssteuerung. In der Verantwortung von Lips ist der Bereich Strategieberatung und der Branchenschwerpunkt Healthcare. Er trainiert Führungskräfte und leitet Erfahrungsaustausch-Gruppen von Unternehmen. Der versierte Berater gibt in dem folgenden Interview mit medi eine Einschätzung zu aktuellen Entwicklungen in der Sanitätshausbranche und mit welchen Strategien der Fachhändler am Markt auch in Zukunft erfolgreich ist.

      Herr Lips, welche sind die aktuellen Trends für den Sanitätsfachhandel?
      "Wir haben in der Branche einen deutlichen Trend zur Konsolidierung. Es gibt eine steigende Zahl an Unternehmensübergaben und Unternehmenskäufen. Erkennbar ist, dass die großen Unternehmen noch größer werden, weiter filialisieren und kleinere Wettbewerber übernehmen. Kleinere Unternehmen verschwinden vom Markt. Zweitens bieten viele Unternehmen nicht mehr den gesamten Produktbereich an. Das wird insbesondere durch die Ausschreibungen vorangetrieben, zum Beispiel im Reha-Bereich. Da nur die Ausschreibungsgewinner die Lieferungsberechtigung der Krankenkassen haben, werden andere Unternehmen von der Versorgung in einzelnen Bereichen ausgeschlossen. Das führt zu einer Zersplitterung in der Branche und dazu, dass der eine oder andere seinen Vollsortiment-Ansatz nicht mehr umsetzen kann. Als dritten Trend beobachten wir bei Verbrauchern eine erhöhte Preissensibilität – auch bei den Zuzahlungen. Der aufzahlungsfreie Markt wächst überproportional, wenngleich noch auf geringem Niveau. Das führen wir darauf zurück, dass der Kunde vom Online-Markt, den er von vielen anderen Lebensbereichen kennt, lernt, preissensibler zu werden."
      Dennoch zeigen Studien, dass die Deutschen immer mehr in ihre Gesundheit investieren. Welche Chancen sehen Sie daher für die zukünftige Entwicklung dieser Branche?
      "Ich glaube, dass die Gesundheitsbranche und speziell auch der Hilfsmittelbereich ein Wachstumsmarkt bleibt. Das liegt zum einen an dem allgemein steigenden Gesundheitsbewusstsein der Menschen, zum anderen an dem demografischen Wandel und den immer älter werdenden Menschen, die einen höheren Hilfsmittelbedarf haben. Insofern sehe ich große Chancen für die Branche und bin zuversichtlich, dass wir eine positive Marktentwicklung haben werden."
      Gibt es spezielle Herausforderungen, denen sich der Fachhandel stellen muss?
      "Die Qualität der Beratung und die Dienstleistungsorientierung müssen viel stärker ausgeprägt werden, als es heute oft der Fall ist. Ein Beispiel: Ein Fachhändler aus einem Sanitätshaus berichtete mir, dass in der Kompressionstherapie die Haut besonderer Pflege bedarf. Er bietet deshalb den Patienten zu den Kompressionsstrümpfen zusätzliche Pflegeprodukte an, die gegen juckende oder trockene Haut helfen. Der Fachhändler sollte die Bedürfnisstruktur seiner Kunden folglich ganzheitlich betrachten. Das geschieht noch zu selten. Der Fachhändler sollte zudem Instrumente einsetzen, die seine Kompetenz beim Kunden erhöhen wie digitale Messinstrumente oder interessante Erlebniswelten, die die verschiedenen Sinne der Kunden ansprechen. Eine Herausforderung ist es auch, wenn ein wesentlicher strategischer Geschäftsbereich stagniert oder rückläufig ist, beispielsweise derzeit bei rundgestrickten Kompressionsstrümpfen. Momentan überdeckt das Wachstum des Flachstrickbereichs diese Entwicklung im Rundstrickbereich, sodass das nicht so beachtet wird. Die Sanitätshäuser, die diese Entwicklung jetzt schon bemerken und reagieren, sind im Vorteil. Auch das Thema Folgeversorgung ist noch nicht ausgereizt. Hier kann der Fachhandel die Kunden noch mehr aktivieren und sie unterstützen. Wenn ich als Patient von meinem Versorger proaktiv erinnert werde, dass mir eine neue Versorgung zusteht, empfinde ich das als tollen Service. Aus meiner Sicht überlebt am Ende das Sanitätshaus, das aktiv den Markt bearbeitet und intensive Arztarbeit betreibt. Hierbei sollte der Handel auch die Informationsangebote der Hersteller nutzen."
      Auch Discounter und Online-Shops bieten vermehrt Produkte für den Bereich Gesundheit an. Wie geht der Fachhandel am besten damit um?
      "Wichtig ist, sich mit dem Discount- und dem Online-Bereich auseinanderzusetzen und sich zu überlegen, wo man sich voneinander differenziert und auf welche Stärken man setzt. Den Online-Handel wird es auch in der Zukunft geben. Daher muss sich ein Fachhändler fragen, was der Online-Handel wirklich besser kann und worauf er selbst sich als Fachhändler konzentriert. Das heißt, er sollte sein Profil schärfen, damit er sich vom Online-Handel abhebt. Meiner Meinung nach muss der Fachhandel in den klassischen Bereichen Beratung, Dienstleistungsqualität und Produktauswahl stark sein und dort ansetzen. Andererseits sollte der Fachhandel sich auch überlegen, ob es Bereiche gibt, in denen ein aufzahlungsfreies Produkt zum Erfolg führen kann."
      Wie beurteilen Sie den Trend im Einkaufsverhalten vieler Händler, die Anzahl der Lieferanten zu verringern? Welche Vorteile hat das?
      "Die Reduktion der Lieferanten ist grundsätzlich ein Vorteil. Für die Mitarbeiter ist es einfacher, eine hohe Beratungskompetenz aufzubauen, wenn sie sich auf weniger Lieferanten und Produkte konzentrieren können. Ihre Produktkenntnisse sind dadurch besser. Weitere Vorteile sind effizientere Prozesse und bessere Konditionen."
      Nach welchen Kriterien sollte der Fachhändler seine Lieferanten auswählen?
      "Die Grundfrage ist immer: Wer bringt mich bei meiner Strategie am besten voran? Ein Fachhändler sollte sich auch fragen, wer ihn bei der regionalen Marktentwicklung und bei der Nutzung von Marktchancen unterstützt. Wer besucht beispielsweise regional die Ärzte, um das Rezeptvolumen sicherzustellen? Diese Frage sollte in Zeiten von rückläufigen Ärztezahlen, gerade im Hausarztbereich, ins Gewicht fallen. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle, welcher Lieferant ihm bei der Differenzierung der Produkte hilft und mit wem er die beste Wirtschaftlichkeit für sein Unternehmen erzielt. Bei der Wirtschaftlichkeit ist zu beachten, dass nicht nur auf die Prozentwerte der Rabatte geachtet wird. Auch der Rohertrag beziehungsweise Stückdeckungsbeitrag in Prozent ist trügerisch. Was bedeutet schon 60 Prozent Rohertrag? Am Ende lebt der Handel von Euro-Erträgen. Der Handel muss sich also die Frage stellen: Mit welchen Produkten welches Lieferanten kann ich nach Abzug der Konditionen oder nach Addition möglicher Eigenanteile den besten Stückdeckungsbeitrag in Euro erzielen? Dass der Fachhandel günstig einkaufen will, ist logisch und sinnvoll. Wichtig ist aber, die Rechnung bis zum Ende durchzuführen und nicht bei den Prozentwerten aufzuhören."
      Welche Empfehlung geben Sie dem Fachhandel bei dem Thema „aufzahlungsfreie Produkte versus Eigenanteil“?
      "Ich denke, dass es für die meisten Händler richtig ist, in eine Premiumstrategie zu investieren, sich also als Unternehmen mit Premiumprodukten und Eigenanteilen zu positionieren. Man sollte den Eigenanteil aber immer transparent darstellen können, zum Beispiel mit einem Leistungspaket aus Produkteigenschaften, Beratung, Qualität, Dienstleistung, Service und Kulanzverhalten. Der Kunde muss den Mehrwert bei den Eigenanteilsprodukten gegenüber den aufzahlungsfreien Produkten verstehen. Dann kann der Fachhändler den Eigenanteil auch beim Kunden durchsetzen. Generell kann man als Unternehmen sowohl mit einer Zwei-Segment- als auch mit einer Drei-Segment-Strategie2 erfolgreich sein. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter die unterschiedlichen Segmente voneinander differenzieren können und dies in ihrer Beratung berücksichtigen, damit sie erfolgreich verkaufen."
      Lohnt es sich für Fachhändler also nicht, nur Kassenprodukte ohne einen zu zahlenden Eigenanteil abzugeben?
      "Nur auf Kassenprodukte zu setzen, ist für einen Fachhändler grundsätzlich eine falsche Strategie. Es gibt sicher ein Marktsegment für eigenanteilsfreie Produkte. Wenn ich als Fachhändler jedoch auch in Zukunft Erfolg haben möchte, muss der Schwerpunkt in Produkten mit wirtschaftlicher Aufzahlung liegen, die mir eine entsprechende Marge, also Rohertrag in Euro, ermöglichen und mit der ich in den Markt investieren kann."
      Wo sehen Sie den Fachhandel in zehn Jahren?
      "Der Konsolidierungstrend wird sich sicherlich weiter fortsetzen. Das heißt, es gibt größere Unternehmen mit mehr Niederlassungen. In mittelständischen Unternehmen wird es darauf ankommen, Spezialisierungen zu finden, in denen sie besonders gut sind und sich besonders um ihre Kunden kümmern können."
      Welche Entwicklungen erwarten Sie noch seitens der Hersteller medizinischer Hilfsmittel?
      "Ich hätte zwei Wünsche: Erstens sollte in die Differenzierung zwischen Basis- und hochwertigen Produkten mit Eigenanteil investiert werden. Ist das Angebot inklusive Services und Kulanz zwischen den Segmenten auch noch aufeinander abgestimmt, ist es für die Patienten transparenter. Die Differenzierung kann aber auch in den Premiumsegmenten stattfinden, indem nach Anwendungsgebieten oder Nutzungsmöglichkeiten unterschieden wird. Generell ist sie notwendig, damit ein Fachhändler Produkte mit Eigenanteil verkaufen kann. Mein zweiter Wunsch ist die Investition in die Markterweiterung, vor allem in die Arztarbeit. Denn was passiert, wenn weder der Handel noch die Industrie die Allgemeinärzte informieren? Die Anzahl der ausgestellten Rezepte wird stagnieren oder zurückgehen, wie wir es heute teilweise im Rundstrickbereich schon sehen. Das kann weder das Ziel des Handels noch der Industrie sein."
      Was ist aus Ihrer Sicht bei der Arztinformation beziehungsweise der regionalen Arztbetreuung zu tun?
      "Die Industrie muss dafür sorgen, dass die Therapie bestimmter Indikationen mit den jeweiligen Hilfsmitteln beim Arzt präsent ist und verstanden wird. Das passiert über Anzeigen, Infobriefe oder Mailings und vor allem über die regionale Betreuung des Arztes durch den Außendienst. Der Handel sollte sich wiederum als regionaler und kompetenter Ansprechpartner bei diesen Ärzten positionieren, beispielsweise über Schulungen des Praxisteams. Die professionelle regionale Arztbetreuung und Arztinformation ist meines Erachtens eine zentrale, gemeinsame Aufgabe von Handel und Industrie in der Zukunft. Sie verläuft im Idealfall Hand in Hand."
      Herr Lips, wir danken Ihnen für das Gespräch.
       
      Bildquellen: Bild Peter Lips (© Privatarchiv), Bild mediven elegance (© www.medi.de)


      Elke
      Am 8. September wurde der mit 15.000 Euro dotierte AGA-medi-Award in München auf dem Kongress der Gesellschaft für Athroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) vergeben. Den von medi für Mitglieder der AGA gestifteten Award erhielt eine Forschergruppe für Ihre wissenschaftliche Arbeit zum Thema Glenoid-Rekonstruktion.
      "Glenoid Reconstruction with an Implant-free J-1 Bone Graft for Anterior Glenoid Bone-Loss: The Biomechanical Rationale"
      Die wissenschaftliche Arbeit, die auch die Erfassung und Auswertung biomechanischer Daten umfasste, überzeugte die Jury. Die Mitglieder der Forschungsgruppe sind:
      Leo Pauzenberger, M.D.1,2 Felix Dyrna, M.D.1,3 Elifho Obopilwe, M.Sc.1 Philipp R. Heuberer, M.D.2 Robert A. Arciero, M.D.1 Werner Anderl, M.D.2 Augustus D. Mazzocca, M.D., M.S.1 Nach arthoskopischen Eingriffen wird das betroffene Gelenk mit einer Orthese stabilisiert. Diese Orthesen sorgen für eine zuverlässige Bewegungsbegrenzung, die im Laufe der Therapie erweitert werden kann. Informationsmaterial zu medi Orthopädie-Produkten gibt es im Service-Center, Telefon 0921 912-977, per Mail arzt@medi.de und unter www.medi.de/arzt.
       
      Fußnoten:
      1 Department of Orthopaedic Surgery, University of Connecticut Health Center, Farmington, Connecticut, USA
      2 St. Vincent Shoulder & Sports Clinic, Department of Orthopaedic Surgery, St. Vincent Hospital, Vienna, Austria 
      3 Department of Orthopaedic Sports Medicine, Technical University Munich, Munich, Germany
       


      Elke
      Ottobock hat durch die Übernahme von Freedom Innovations seinen Marktanteil in den USA gestärkt und eine attraktive Lücke im Produktportfolio geschlossen. Somit baut der niedersächsische Weltmarktführer in der technischen Orthopädie seine Spitzenposition in der Prothetik weiter aus. Freedom Innovations gehörte dem Private-Equity-Unternehmen Health Evolution Partners (HEP) und wurde von der Otto Bock HealthCare GmbH übernommen. Die Unterzeichnung eines verbindlichen Kaufvertrags erfolgte am 22. September im kalifornischen Irvine.
      Der Vorsitzende der Geschäftsführung  der Otto Bock HealthCare GmbH Prof. Hans Georg Näder äußert sich wie folgt:
      Freedom Innovations und Ottobock verbindet die Leidenschaft für innovative Lösungen, Quality for Life und Mobilität.
      In der Prothetik befindet sich Freedom Innovations in den USA auf Platz 3. Drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet das kalifornische Unternehmen in Nordamerika. International beschäftigt das Unternehmen mehr als 150 Mitarbeiter. In den Niederlanden in Enschede befindet sich die europäische Zentrale.
      Mayard C. Carkhuff, der neu berufene Chairman von Freedom Innovations äußert sich folgendermaßen:
      Der neue CEO wird Dave Reissfelder, der bisher die Ottobock Tochter BionX in Boston geführt hat, und folgendes sagt:
      Zum 22. September hat Ottobock das Unternehmen samt allen Standorten und Mitarbeitern übernommen. Die bereits etablierte Marke Freedom Innovations wird weiter genutzt. Mit dem "Simultaneous signing & closing", das stattgefunden hat, sind bereits die kartellrechtlichen Fragen geklärt. Die Einzelheiten des Kaufvertrags unterliegen der Vertraulichkeit.
      Ottobock verfolgt eine dynamische Wachstumsstrategie mit der Roadmap 22. Gemeinsam mit dem schwedischen Partner EQT, der 20 Prozent an der Otto Bock HealthCare GmbH hält, arbeitet die Eigentümerfamilie Näder daran, das Unternehmen noch agiler und nachhaltiger zu machen. Die Otto Bock Holding GmbH & Co. KG gehört zu 100 Prozent der Familie Näder. Die Holding hält 80 Prozent der Otto Bock HealthCare GmbH.
      Zum Abschluss sagt Prof. Näder:
      Amy Purdy
      Die US-Sportlerin Amy Purdy nutzt Prothesen von Freedom Innovations zum Tanzen und Snowboarden. Hier tanzt sie während der Eröffnungszeremonie der Paralympischen Spiele in Rio 2016.
      Credit: Getty Images
       
      Kinterra
      Innovative Prothesenfüße von Freedom: Der Kinterra mit hydraulischem Knöchel unterstützt das natürliche Gangbild maßgeblich.
      Credit: Ottobock


      Elke
      Einen großen Schritt in Sachen digitale Transformation im Fachhandel stellt die neue App von medi dar: medi insider. Sie ist ein Pluspunkt für den Arbeitsalltag und bietet eine detaillierte Grundlage für Beratungsgespräche und liefert Informationen zu Krankheitsursachen, Indikationen, Produkten, Zubehör sowie erklärende Animationen aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie und Orthopädie.
      Die Texte sind direkt auf den Endverbraucher abgestimmt , damit die Kunden schnell und einfach nachvollziehen können, wie das Hilfsmittel die Therapie unterstützt. In der App werden unter anderem die Funktion den Venensystems oder die Entstehung einer Thrombose veranschaulicht. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden diese automatisch in die App übertragen. Mit einem Klick können dann die Inhalte aktualisiert werden. Somit ist man immer auf dem neuesten Stand.
      Die App ist auch für mobile Geräte nutzbar. Sie kann kostenlos im App Store oder bei Google Play heruntergeladen werden. Für stationäre PCs ist der direkte Zugang ohne Download unter www.medi.biz/insider möglich.
      Wer die Animationen im Beratungsgespräch integriert, fördert beim Patienten das Verständnis für die Krankheit und die Therapietreue bei der Anwendung des Hilfsmittels.
      Die App liefert die wichtigsten Produktinformationen auf einen Blick und gibt einen Überblick über Farben, Größen und Sonderausstattungen. Außerdem verdeutlicht medi insider die Anwendung der Produkte und unterstütz Schritt für Schritt beim Beratungs- und Verkaufsgespräch. Mit Hilfe der App kann im Fachhandel parallel zur Darstellung gleich mit dem Kunden das Anlegen der Kompressionsstrümpfe oder einer Bandage geübt werden. So wird dem Patienten die Sicherheit vermittelt, das Produkt zu Hause korrekt anzuwenden.
      Für die Nutzung der Beratungsapp benötigt man Zugangsdaten, die per E-Mail an insider@medi.de und im Internet unter www.medi.biz/insider angefordert werden können.


      Elke
      Das innovative Prothesenkniegelenk 3R67 ist das erste mit hydraulischer Schwungphasensteuerung für Kinder. Die Medizintechnik wird von dem Bewegungsdrang aktiver Kinder vor eine große Herausforderung gestellt. Dem Duderstädter Medizintechnikunternehmen Ottobock ist es mit dem neuen Prothesenkniegelenk gelungen, die erste Alltagsversorgung mit hydraulischer Schwungphasensteuerung speziell für junge Anwender zu entwickeln und diesem Bewegungsdrang gerecht zu werden.
      Das Kniegelenk mit der hochmodernen Technik wird den alltäglichen Ansprüchen von Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren gerecht. Toben bei unterschiedlichen Gehgeschwindigkeiten, intuitives Hinknien mit einem Beugewinkel von bis zu 150°, Rad- oder Rollerfahren mit häufigem Tempowechsel sind mit dem Prothesenkniegelenk 3R67 kein Problem.
      Dank der Hydraulik, die in das Gelenk integriert ist, ist das Prothesenkniegelenk besonders leichtgängig in der Schwungphase. Für eine hohe Standphasenstabilität und Sicherheit steht die polyzentrische Vier-Achs-Gelenkgeometrie. Damit unterstützt das 3R67 kleine Anwender verlässlich bei jedem Schritttempo und erlaubt spontane Aktionen.
      Ein weiterer Vorteil der Prothese ist, dass sie mit dem Anwender mitwächst: Im Lieferumfang befindet sich ein Schraubadapter, der sich bis zu 2 Zentimeter in der Länge anpassen lässt. Somit ist kein neuer Rohradapter erforderlich. Das Gelenk an sich wiegt gerade mal 510 Gramm und bietet somit viel Bewegungsfreiraum.
      Mit der robusten und langlebigen Konstruktion hält das 3R67 die unterschiedlichsten Belastungen in Sport und Spiel aus. Darüber ist der neunjährige Anwender Rio Woolf besonders glücklich:
      "Meine Freunde finden es cool, dass sie auf mich keine Rücksicht nehmen müssen. Ich kann alles machen, worauf ich gerade Lust habe."
      Bewegungsfreudige und aktive Kinder wie Rio profitieren zusätzlich von der speziellen Sportprothesenkombination aus der Sportfeder Runner Junior und dem Sportkniegelenk 3S80=1, auf die schulpflichtige Kinder in Deutschland einen Rechtsanspruch haben.


      Elke
      "Entscheidend ist, jemanden zu finden, der das Team besser macht", ist sich Raoul Korner sicher, als er medi die Frage nach der perfekten Spieler- und Mitarbeiterauswahl beantwortet.
      Unternehmen schauen gerne auf Sport-Mannschaften und wie sie es schaffen, erfolgreich zu sein. Für den Head Coach des Basketball-Bundesligisten medi bayreuth Raoul Korner steht das Team an erster Stelle. Korner kommt aus Wien und hat die Bayreuther Basketballer in der Saison 2016/2017 wieder in die Playoffs geführt. Das letzte Mal waren sie 1996 in den Playoffs. Mit dem vierten Platz nach der Hauptrunde waren sie sogar das Überraschungsteam der Liga. Die Sportler überzeugten mit Teamwork und Siegeswillen. Im nachfolgenden Interview verrät Korner seine Einstellung zu Führung und Motivation. Des Weiteren erzählt er wie sich Teamgeist vom Sport auf Unternehmen übertragen lässt und welche Form der Wertschätzung er für Unverzichtbar hält.

      Interview mit Raoul Korner, September 2017, ©medi GmbH & Co. KG
      Herr Korner, Sie legen großen Wert auf Teamarbeit – was sind die wichtigsten Punkte, damit diese funktioniert?
      Der erste Punkt ist, dass das Team ein gemeinsames übergeordnetes Ziel hat. Dieses Ziel muss stärker und größer sein als die individuellen Ziele der einzelnen Personen. Der zweite Punkt ist eine gewisse Logik in der Zusammenstellung eines Teams mit Rollen und Aufgaben. Es ist wichtig, dass jeder seine eigene Rolle ausfüllt und die Rolle des jeweils anderen nicht nur akzeptiert, sondern auch respektiert. Drittens benötigt eine Mannschaft eine Führung, nicht nur von oben herab über den Coach oder den Chef, sondern auch innerhalb der Mannschaft. Das heißt, es müssen sich Führungspersonen entwickeln, die innerhalb der Gruppe Verantwortung übernehmen und die Gruppe antreiben. Damit einhergehend sollte eine entsprechend gute Teamchemie entstehen.
       
      Im Sport definieren Spielregeln den Rahmen – für wie wichtig halten Sie Spielregeln im beruflichen Alltag?
      Überall, wo mehrere Menschen zusammenarbeiten, muss es Spielregeln geben – sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Entscheidend ist, dass jeder seine Rolle im Kollektiv kennt und sich so verhält, dass das Wohl der Allgemeinheit oder des Teams über den individuellen Präferenzen steht. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, unendlich viele Regeln aufzustellen. Ich bin ein Freund davon, dass man Grundsatzregeln aufstellt, die eher einer Kultur entsprechen. Wir haben zum Beispiel eine Regel, dass wir die Zeit unserer Gegenüber respektieren. Das heißt, wir sind pünktlich – egal ob zum Training, zum Spiel, zur Besprechung oder zur Physiotherapie. Eine andere Regel heißt ,Professionelles Auftreten außerhalb des Spielfeldes‘. Sie umfasst, wie wir uns kleiden, wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten, wie wir mit dem Thema Alkohol umgehen und vieles mehr. Ich muss nicht alles extra nennen und regeln, weil das eigentlich mit dieser übergeordneten Regel getan ist. Mit einem gewissen Selbstverständnis weiß ich, was alles darunter fällt. Aber das Selbstverständnis muss natürlich geschult werden und somit sind wir bei dem wichtigen Thema ,Kultur schaffen innerhalb einer Organisation‘. Es heißt nicht umsonst: ,Die Kultur verspeist die Strategie zum Frühstück.‘ Sie ist wichtiger als jede Strategie.
       
      Sie suchen nach den besten Spielern für Ihr Team. Welche Tipps haben Sie für einen Unternehmer? Wie findet dieser den passenden Mitarbeiter?
      Es gibt das fachliche und das charakterliche Kriterium. Beide gewichte ich gleich. In meinem Fall heißt das, ein Spieler muss sowohl das fachliche Anforderungsprofil erfüllen als auch charakterlich, also von seiner Einstellung und Persönlichkeit her, gut passen. Daher kontaktiere ich so ziemlich jeden, der irgendwann mal mit ihm zu tun hatte, um mir ein eigenes Bild zu machen. Passt das Bild von dem Spieler zu unseren Vorstellungen, besteht die Chance auf eine Verpflichtung. Ich bin der Meinung, dass man immer einen noch besseren Spieler finden kann, aber die Herausforderung ist, einen Spieler zu finden, der das Team besser macht. Das heißt, ich suche nicht die besten Spieler, sondern die besten Spieler für mein Team. Bei Mitarbeitern ist es genauso. Man wird immer einen fachlich besseren Mitarbeiter finden, aber entscheidend ist, jemanden zu finden, der das Team besser macht.
       
      Ein Team kann aus sehr unterschiedlichen Charakteren mit verschiedenen Rollen oder Aufgaben bestehen. Wie schafft man da eine gemeinsame Teamidentität?
      Das Wichtigste ist das gemeinsame Ziel, das über allem steht. Als Führungskraft muss ich aber auch respektieren, dass jeder selbst individuelle Ziele hat, die er verwirklichen möchte. Die Kunst und Motivation für mich besteht darin, jedem Spieler klar zu machen, dass das Team zählt und dass das oberstes Gebot ist. Wenn die Spieler sich dem unterordnen, dann gehört es auch zu meinen Aufgaben, den Spielern zu helfen, ihre individuellen Ziele zu verwirklichen. Sehr oft wird vergessen, dass jeder mit einer anderen Motivation an die Sache herangeht. Lasse ich das komplett unter den Tisch fallen, verliere ich früher oder später diese Mitarbeiter.
       
      Welches Erfolgsrezept haben Sie, um Ziele zu definieren, die gemeinsam erreicht werden können?
      Ergebnisorientierte Ziele sind wichtig und im Sport oder auch in einem Unternehmen relevant. Sie liegen aber nicht immer hundertprozentig in meiner eigenen Hand oder in der Hand der Mannschaft. Daher sollte man sich auch Etappen- und prozessorientierte Ziele setzen, die man selbst umsetzen kann und bei denen man eine gewisse Herausforderung verspürt. Ich glaube nicht, dass Ziele unbedingt erreichbar sein müssen. Ziele sollten auch nicht so niedrig gesetzt werden, dass man sie immer auf jeden Fall erreichen kann. Wer alle Ziele erreicht, steckt sich die Ziele einfach zu niedrig. Ich halte es für sehr wichtig, sobald man ein Ziel erreicht hat, sich immer wieder das nächste Ziel zu setzen. Das haben wir in der letzten Saison genau so gehandhabt. Und auch wenn wir das letzte Ziel – das Erreichen des Playoff-Halbfinals – nicht erreicht haben, so hatten wir dennoch eine sehr erfolgreiche Saison.
       
      Welche Möglichkeiten der Motivation nutzen Sie, wenn ein Teammitglied nicht die gewünschte Leistung abruft?
      Meine Hauptaufgabe als Trainer ist nicht, Spieler ständig zu motivieren. Die Motivation der Spieler muss intrinsisch sein, also aus ihnen selbst heraus entstehen. Ich kann aber Spielern helfen, die einmal einen Durchhänger haben. Wir können das mit einem Auto vergleichen. Ich kann einem Spieler Starthilfe geben, ihn auch anschieben, aber irgendwann muss der Motor anspringen. Merke ich, der Spieler hat keinen Motor, dann kann ich schieben und starten, so viel ich möchte, es wird unterm Strich keinen Erfolg bringen. Dann wird man sich von diesem Spieler trennen müssen. Meine Aufgabe ist es herauszufinden, ob der Spieler einen Motor hat und welchen Knopf ich drücken muss, damit er ständig läuft. Niemand ist immer motiviert, auch eine Führungskraft nicht. Ich kann auch nur dann motivieren, wenn ich selbst motiviert bin. Als Führungskraft muss ich jeden Menschen fair und nach dem gleichen Maßstab behandeln. Ich muss aber auch berücksichtigen, dass jeder anders ist. Wenn ich weiß, was einen Spieler antreibt, dann weiß ich auch, wie ich ihn motivieren kann. Andernfalls laufe ich mit meiner Motivation ins Leere.
      Sind motivierende Maßnahmen überflüssig, wenn ein Team bereits sehr gute Arbeit leistet beziehungsweise die an sie gestellten Erwartungen übertrifft? Wie gehen Sie mit einer solchen Situation um?
      Motivation kommt von motivare und heißt so viel wie ,bewegen‘. Sie ist ein dauerhafter Prozess. Im Idealfall geschieht dies von innen heraus, also ‚intrinsisch’. In dem Moment, in dem ich aufhöre, besser zu werden, höre ich auf, gut zu sein. Dessen sollte sich ein Sportler bewusst sein. Für ein Unternehmen gilt das übrigens auch, denn sobald der Fortschritt aufhört, ist der Rückschritt schon eingeleitet. Als Trainer ist es meine Aufgabe, die Mannschaft nach schmerzhaften Niederlagen aufzurichten und ihr nach einer Siegesserie, wie wir sie in der letzten Saison hatten, klar zu machen, dass wir uns weiter verbessern müssen, damit es nicht eines Tages ein böses Erwachen gibt.
       
      Ein wichtiger Erfolgsfaktor im Job ist sicherlich die Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Wie gelingt sie am besten?
      Eine offene, ehrliche und direkte Kommunikation ist entscheidend. Sie sollte zeitnah mit dem aufkeimenden Problem stattfinden. Damit fährt man am besten, auch wenn viel Energie investiert wird, denn es ist oft einfacher, Sachen zu verschweigen oder unter den Teppich zu kehren. Aber das wirkt sich langfristig oft negativ aus. Fairness spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein Beispiel: Wenn Trainer ihre Schlüsselspieler mit Samthandschuhen anfassen und ihre Macht an den Schwachen demonstrieren, ist das eine Schwäche der Führungskraft.
       
      Welche Form der Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern halten Sie für unverzichtbar?
      Eine ehrliche Wertschätzung. Wenn man nur lobt, um zu loben, ist es unglaubwürdig. Jeder Mitarbeiter kann sehr gut einschätzen, ob ein Lob ehrlich gemeint ist oder ob er es bekommt, weil es in einem Führungsregelbuch steht. Wenn es nichts zu loben gibt, dann wird bei mir nicht gelobt. Wenn es umgekehrt etwas zu loben gibt, sollte man sich dafür nicht zu schade sein. Auch die Dosis ist entscheidend. Ständig zu loben, macht genauso wenig Sinn, wie nie zu loben.
      Welche Tipps können Sie Führungskräften für den Umgang mit ihren Mitarbeitern noch geben?
      Das Allerwichtigste ist, nicht jemand anderen zu kopieren, sondern immer man selbst zu sein. Wenn man ein harter Kerl ist, kann man ein harter Kerl sein. Ist man das aber nicht, ist es nicht authentisch, wenn man ihn spielt. Das heißt, es muss jeder einen Führungsstil finden, der seinem Charakter entspricht. Mitarbeiter spüren auch, ob es einer Führungskraft wirklich um das Team geht oder nur um sich selbst. Sorge ich mich ehrlich um meine Mitarbeiter, besteht eine gute Chance, dass sie gewillt sind, von sich aus mehr zu geben. Dann klappt es auch mit der Motivation.
       
      Herr Korner, wir danken Ihnen für das Gespräch.