basti

Anwender
  • Gesamte Inhalte

    22
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Ansehen in der Community

10 Good

Über basti

  • Rang
    ist neu hier

Personal Information

  • Bist du Orthopädietechniker
    Nein
  1. basti

    Prothesenfüße Aktivitätsklasse 3

    Hersteller Bezeichnung Haupteigenschaften Bauhöhe max. Patientengewicht Eigengewicht Größen (cm) AK Link Otto Bock 1A30 Greissinger Plus Fuß Multiachsfuß 67mm – 72mm 24-25 (75kg) 26-29 (100kg) 620g – 820g 24-29 2+3 (click) Otto Bock 1D35 Dynamic Motion progressiver Knöchelmomentverlauf 57mm – 77mm 22-25 (75kg) 26-30 (100kg) 340g – 755g 22-30 2+3 (click) Otto Bock 1C30 Trias elastische Abfederung bei Fersenauftritt und physiologisches Abrollen 81mm – 109mm 21-22 (80kg) 23-24 (95kg) 25-26 (110kg) 27-30 (125kg) 340g – 645g (incl. Kosmetik) 21-30 2+3 (click) Otto Bock 1C40 C-Walk® elastische Abfederung bei Fersenauftritt und multiaxiale Beweglichkeit zum Ausgleich von Bodenunebenheiten 71mm – 87mm 24-25 (75kg) 26-30 (100kg) 405g – 630g 24-30 3+4 (click) Otto Bock 1E56 Axtion ® dynamisch, geringe Einbauhöhe 34mm – 37mm 125kg 310g – 410g 22-31 3+4 (click) Otto Bock LuXon®Max DP separate Fersen- und Vorfuß-Funktion 190mm – 203mm 136kg 350g – 485g 22-31 3+4 (click) Otto Bock Advantage DP2 gute Stoßdämpfung, hohe Energierückgabe 159mm – 172mm 150kg 320g -485g 22-31 3+4 (click) Össur Vari Flex ® hohe Energierückgabe 142mm – 152mm bei Pyramide+3mm 166kg ca. 405g (25) (Pyramide) 22-30 3 (click) Össur LP Vari Flex ® geringe Einbauhöhe, hohe Energierückgabe 55mm – 65mm (Pyramide) 147kg ca. 365g (25) (Pyramide) 22-30 3+4 (click) Össur Talux ® Multiachsfunktion ca. 165mm 147kg ca. 487g (25) (Pyramide) 22-30 3 (click) Össur Ceterus ® integrierter Stoß- und Rotationsdämpfer 280mm – 320mm 147kg ca. 900g (25) 22-30 3 (click) Össur LP Ceterus ® integrierter Stoß- und Rotationsdämpfer (LP) 145mm – 157mm 147kg ca. 940g (25) 22-30 3 (click) Ohio Willow Wood Carbon Copy 2 Fuß harmonischer Fersen-Zehen Übergang, Kombination aus Kevlar®/ Nylonfeder für eine höhere Langlebigkeit 5 verschiedene Zehenwiderstände und 1 Fersenpuffer n.a. 115kg ca. 588g (26) ♂ ca. 520g (26) ♀ 23-31♂ 22-27 ♀ 3+4 (click) Ohio Willow Wood Carbon Copy 2 Symes Fuß Symes Anschluss enthalten 4 verschiedene Zehenwider- stände und 1 Fersenpuffer n.a. 115kg ca. 572g (26) ♂ ca. 560g (26) ♀ 23-31 ♂ 22-27 ♀ 3+4 (click) Ohio Willow Wood Impulse™ Fuß Kombination mit dem Impulse™ Knöchelgelenk bringt zusätzliche Stabilität Montageplatte aus Verbundmaterial auf einer Kevlar®/ Nylonfeder n.a. 115 kg Heavy Duty bis 160 kg ca. 453g (26) ♂ ca. 400g (26) ♀ 23-31 ♂ 22-27 ♀ 3+4 (click) Ohio Willow Wood Impulse™ Symes System Inklusive Symes Adapter-Kit Verschieben und Verkippen in jede Richtung n.a. 115kg ca. 494g (26) ♂ ca. 441g (26) ♀ 23-31 ♂ 22-27 ♀ 3+4 (click) Ohio Willow Wood Carbon Copy HP Fuß Zehen- und Montageplatte ermöglicht Energierückgewinnung während der mittleren Standphase, alle drei Fersenpuffer sind im Lieferumfang enthalten, drei verschiedene Absatzhöhen n.a. 115kg ca. 633g (26) ♂ ca. 587g (26) ♀ 23-31 ♂ 22-27 ♀ 3+4 (click) Ohio Willow Wood Magnum Heavy Duty Fuß langlebig, leichtgewichtig, modernes Design n.a. 160kg bei AK 3 136kg bei AK 4 ca. 640g (26) ♂ ca. 593g (26) ♀ 23-31 ♂ 22-27 ♀ 3+4 (click) Ohio Willow Wood Pathfinder® II Fuß Erhöhte Inversion und Eversion, zusätzlich verstärkte Fußschale, hohe Energierückgewinnung, pneumatischer Stoßdämpfer n.a. 160kg bei AK 3 136kg bei AK 4 ca. 800g (26) 23-31 3+4 (click) Ohio Willow Wood Low-Profile Pathfinder® II Fuß Mit fixiertem 4-Loch Adapter, Leichter als der Original Pathfinder, erhöhte Inversion und Eversion, pneumatischer Stoßdämpfer n.a. 160kg bei AK 3 136kg bei AK 4 ca. 760g (26) 23-31 3+4 (click) Ohio Willow Wood Trailblazer™ Fuß Geringe Aufbauhöhe für aktive und sportliche Tätigkeiten, eingebaute Pyramide mit Rotation, hohe Energierückgewinnung 61mm – 70mm 115kg ca. 350g (26) 23-31 2+3 (click) Ohio Willow Wood Trailblazer™ MA Fuß integriertes multiaxiales Knöchelgelenk Innovatives Fersenfederdesign bietet einfache Einstellung an Ort und Stelle 89mm – 99mm 115kg ca. 460g (26) 23-31 2+3 Ohio Willow Wood DuraLite™ Fuß Extrem leichtgewichtig, Aufbauhöhe des Fußes kann an den Stumpflänge angepasst werden 150mm – 330mm 23-24 (104kg) 25-26 (122kg) 27-31 (135kg) ca. 356g (26) 23-31 2+3 Bauerfeind Endolite Multiflex- Carbonfeder-Fuß Weicher Fersenauftritt, aktiver Zehenabstoß 55mm 120kg keine Angaben 23-30 2+3 (click) Bauerfeind ENDOLITE ELITE®-Fuß aktiven Zehenabstoß, absorbiert Auftrittstöße mit einer EInfederung von 1,5cm, 2 geteilte Vorfußfeder 130mm 166kg keine Angaben 25-30 2+3+4 (click) Bauerfeind Navigator-Fuß Harmonische Abwicklung durch Vorfußrolle 89mm 125kg ca. 570g (26) 22-30 1+2+3
  2. basti

    Habituelle Schulterluxation

    Eine habituelle Schulterluxation ist eine wiederkehrende Luxation des Schultergelenkes. Unter Luxation versteht man, dass der Gelenkkopf sich außerhalb der Gelenkpfanne befindet. Am Beispiel der Schulter bedeutet dies, dass der Oberarmknochen (humerus) aus der Gelenkpfanne der Schulter heraus springt. Behandlung: es gibt sogenannte Anti Luxations Bandagen (halte ich persönlich aber nicht für sehr hilfreich und praktikabel) Operation: entweder Arthroskopie oder konventionell Physiotherapie: Stärkung der Muskulatur Ursachen: Fehlbildung des Gelenkes (z.B. zu schwach ausgeprägte Gelenkpfanne) Trauma (z.B. Sportverletzungen, Sturz auf die Schulter) In jungen Jahren sollte man eine Operation auf alle Fälle ins Auge fassen. Durch die ständig wiederkehrenden Luxationen kann es jedes mal zu Schädigungen an dem Gelenk und der Gelenkkapsel kommen.Bei häufig auftretenden Luxationen können die betroffenen Personen Ihre Schulter meist selbst wieder einrenken.
  3. basti

    Richtungsbezeichnungen

    Die wichtigsten Richtungsbezeichnungen in der Orthopädietechnik in der Abbildung: cranial – kopfwärts caudal – steißwärts ventral – bauchwärts dorsal – rückenwärts (auch: handrückenwärts / fußrückenwärts) medial – zur Körpermitte hin lateral – weg von der Körpermitte distal – rumpffern proximal – rumpfnah nicht in der Abbildung: palmar - hohlhandwärts plantar – fußsohlenwärts profundus – in der Tiefe superficialis – oberflächlich anterior - vorn posterior – hinten superior - oben inferior – unten
  4. basti

    Körperebenen

    In der Abbildung links ist ein menschliches Skelett zu sehen, bei dem 3 der 4 Körperebenen eingezeichnet sind. Die rote Linie bezeichnet dabei die Medianebene. Sie unterteilt den Körper in eine rechte und linke Hälfte. Die grünen Linien bezeichnen Sagittalebene. Diese verläuft parallel zur Medianebene und unterteilt den Körper in einen linken und einen rechten Abschnitt und kann mehrfach festgelegt werden. Blau abgebildet ist die Horizontalebene (auch Transversalebene genannt), welche den Körper in einen oberen und unteren Abschnitt teilt. Aus perspektivischen Gründen nicht zu sehen ist die Frontalebene. Diese verläuft parallel zur Stirn und teilt den Körper in einen vorderen und einen hinteren Abschnitt.
  5. basti

    Exartikulation

    Als Exartikulation bezeichnet man die operative Absetzung eines Körpergliedes (Extremität) im Gelenk (lat. articulatio), also ohne Durchtrennung eines Knochens. Häufige Exartikulationen sind im Fuß die Absetzung nach Lisfranc, Chopart oder Pirogoff und weiter Richtung Körper die Knie- und Hüftexartikulation. Bis zum Knie lassen sich Betroffene oftmals gut prothetisch versorgen, Hüftexartikulationen gestalten sich oft schwierig.
  6. basti

    Amputation

    In aller Kürze: Als Amputation bezeichnet man die Fachgerechte Absetzung einer Extremität (eines Körpergliedes) an der Stelle, die durch die Erkrankung bestimmt wird. Sie wird oft als lebensrettende Maßnahme durchgeführt oder wenn ein erkranktes Körperteil nicht mehr zu heilen ist. Orthopädietechniker haben heutzutage hauptsächlich Amputationen der unteren Extremitäten zu versorgen. Hier zu erwähnen sind die transtibiale (Unterschenkelamputation) und die transfemorale (Oberschenkelamputation) Amputation. Einen wesentlich kleineren Teil umfassen die Amputationen im Bereich des Armes (transhumeral / Oberarm; transradial / Unterarm). Die Amputation aus orthopädietechnischer Sicht: Die Amputationstechniken haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Früher war man bestrebt das Stumpfende stark mit Weichteilen zu überdecken und in der Prothese zu entlasten. Heute versucht man soviel Stumpffläche wie möglich zur Lastübertragung heranzuziehen. Auch stellen komplizierte Formen heute i.d.R. kein Problem mehr dar. Die häufigsten Gründe für eine Amputation der unteren Extremität sind: arterielle Verschlusskrankheiten – AVK (z.B. infolge von Diabetes) Traumata Tumore angeborene Deformitäten etc. Amputationen der Oberen Extremität sind ca. 17x seltener. Die häufigste Ursache sind Traumen. Sie sollen jedoch nicht Gegenstand dieses Beitrages sein. Bei den unteren Extremitäten finden sich sie die arteriellen Verschlußkrankheiten als häufigste Ursache für eine Absetzung. Der Begriff AVK umfasst dabei eine ganze Reihe verschiedener Krankheitsbilder, deren Ergebnis eine Störung der arteriellen Zirkulation ist, die sich aber in Ihrem Verlauf deutlich unterscheiden. Die Amputation infolge von AVK unterscheidet sich deutlich von den anderen. Sie ist in diesen Fällen die Auswirkung einer Grunderkrankung, die ja auch andere Organe betrifft; Sie bremst bestenfalls die Progression der Grunderkrankung und Sie ereilt oftmals Alterspatienten, um nur einige zu nennen. Eine Absetzung infolge eines Traumas kommt im Vergleich dazu viel seltener vor, da die moderne Medizin über vielfältige Möglichkeiten der Erhaltung der betroffenen Gliedmaßen verfügt. Nennenswert hier sind Unfälle mit Schienenfahrzeugen und Motorradunfälle bzw. in geringerer Anzahl Arbeitsunfälle etc. Bei Amputationen im Zusammenhang mit Tumoren fällt auf, dass die Amputationshöhe notwendiger Weise oft sehr weit oben angesiedelt ist (im Hüft- und Beckenbereich). Durch die verbesserte Behandlungsmöglichkeiten und der Möglichkeit befallene Gelenke mit Tumorprothesen zu ersetzen sind die Fallzahlen zurückgegangen. Letzte hier erwähnte Ursache sind Fehlbildungen. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Formen; Vererbung; Schädigung in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten durch Sauerstoffmangel, Vergiftungen oder Viruserkrankungen; Amnion-Abschnürungen etc. Formen: Peromelie (teilweises Fehlen der Extremität) Hyperplasie (Riesenwachstum) Dysmelie (Extremitätenfehlbildungen) Aplasie (ein Knochen ist nicht, oder nur zum Teil angelegt) Synostose (Knochen miteinander verschmolzen) Amputationshöhen: Vereinfacht lässt sich sagen, dass eine niedrigere Amputationshöhe auch immer günstiger für den Patienten darstellt und Ihm mehr Lebensqualität bietet. Im Folgenden werden die meisten Amputationshöhen beschrieben: Fußamputationen Vorfußamputationen / kurzer und langer Mittelfußstumpf (auch SHARP und SHARP-JÄGER) langer Fußwurzelstumpf (LISFRANC – Amputation) -> Exartikulation kurzer Fußwurzelstumpf (BONA – JÄGER – Amputation) -> Exartikulation Rückfußstumpf (CHOPART – Amputation) -> Exartikulation PIROGOFF – Amputation (Osteoplastik – Durchtrennung des Fersenbeines und Anbringung des unteren Fersenbeinteiles an das Ende von Schien- und Wadenbein) Unterschenkelamputationen SYME-Amputation (Amputation des Fußes und Entfernung der Knöchel) im unteren Drittel im mittleren Drittel im oberen Drittel Knieexartikulation Oberschenkelamputation Amputation nach GRITTI (Durchtrennung des Oberschenkelknochens oberhalb der Gelenkknorren und Anbringung der entknorpelten Patella) Amputationen im unteren Drittel Amputationen im mittleren Drittel Hüftexartikulation Hemipelvektomie (Abtrennung einer Beckenhälfte) Hemicorporektomie (Halbkörperamputation) Was passiert nach einer Bein-Amputation? In vielen Kliniken wird die postoperative Phase unterschiedlich gehandhabt. Im folgenden wird NUR EINE Möglichkeit für eine Betreuung von Stumpf und Patient aufgezeigt. Unmittelbar nach der Amputation wird der Stumpf mit einem straffen Wundverband gewickelt, welcher in erster Linie dazu dient, die Schwellung zu reduzieren und die Naht zu schützen. Nach Entscheidung des Arztes werden nach ca. 2-4 Wochen die Fäden gezogen, auch danach wird weiter Druck auf den Stupf ausgeübt entweder in Form von Kompressionsverbänden oder mit Hilfe von Silikon-Linern. Diese Kompression ist für eine spätere Prothesenversorgung sehr wichtig. Weiterhin sollte möglichst frühzeitig mit Physiotherepie begonnen werden, mit dem Ziel, Kontrakturen zu vermeiden, die Muskulatur der erhaltenen Seite zu kräftigen und die Koordination zu steigern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, sich vom klassischen Bild eines Amputierten zu verabschieden, wie es einem in den Medien suggeriert wird. Die meisten Menschen werden heutzutage aufgrund von Verschlußkrankheiten und/oder schwerem Diabetes amputiert, wobei der gesamte Organismus nicht mehr einwandfrei arbeitet. Das bedeutet natürlich auch eine große Kraftanstrengung für das Laufen mit Prothese , oftmals jedoch mit Gehhilfen. Anders stellt sich das Bild bei traumatisch Amputierten dar. Hier ist meist der übrige Organismus gesund, ohne Begleiterkrankungen was natürlich auch eine bessere Prognose bietet. Fast alle Amputationshöhen lassen sich heutzutage vernünftig orthopädietechnisch versorgen. Hier im Forum finden sich bereits einige Einträge zu Problemen, die eine Amputation mit sich bringt. Benutzt dazu einfach die Suche. Unser Forum steht Betroffenen mit fachmännischer Hilfe zur Seite.
  7. Körperersatzstück nach einer Amputation im Bereich des Unterschenkels. Es gibt heutzutage viele verschiedene Möglichkeiten der prothetischen Versorgung unterhalb des Kniegelenkes. Nachfolgend eine Tabelle über die gängigsten Prothesentypen. Bezeichnug Merkmale Unterschenkelprothese aus Holz oder Leder mit Oberhülse frühe Prothesenform, welche heute nur noch selten zur Anwendung kommt, da die Prothesen oft zu schwer und in ihrer technischen Gestaltung zu unflexibel sind PTB- Prothese (Patella-Tendon-Bearing) erste Prothese ohne Oberhülse Hauptlastaufnahme erfolgt über die Patellasehne wird mit einer Riemenkonstruktion oberhalb des Kniegelenkes befestigt KBM- Prothese (Kondylenbettung Münster) ähnlich der PTB- Prothese , jedoch mit Umgreifung der Femurkondylen medial mit Pelotte am Femurkondylus als Haltemechanismus PTS- Prothese (Prothese tibiale supracondylienne) ähnlich der KBM- Prothese , jedoch mit Einbeziehung der Kniescheibe in die Lastaufnahme PTK- Prothese (Prothese tibiale Kegel) stellt eine Mischform aus den vorgenannten Prothesenformen dar Anstützung der Patellasehne Weichwandschaft reicht über die Patella Hartschaft ist im Kniescheibenbereich freigelegt aktuelle Prothesensysteme mit Liner Prothesen mit Liner (Silikon, Polyurethan, Silikongel) stellen heute in weiten Bereichen den Standard dar die Lastübertragung erfolgt meist über weite Teile des Stumpfes und nicht mehr allein über das Patellaband oder unterhalb des Tibiaplateaus In der Praxis finden sich jedoch oft Mischformen oder indikationsbezogene Sonderkonstruktionen, denn durch die individuelle Gestaltung des Orthopädiemechanikers sind die angegebenen Maßstäbe oft nur ein Anhaltspunkt. Beispiele: Unterschenkelprothese mit Linersystem Unterschenkelprothese mit Linersystem und elektronischem Fußpassteil
  8. Die sog. Liner sind aus der modernen Prothetik nicht mehr weg zu denken. Sie dienen bei Unter- und Oberschenkelprothesen, sogar bei Armprothesen als Verbindungs- und Bettungselement zwischen Stumpf und Schaft. Sie bestehen im wesentlichen aus 4 Teilen: dem Silikon (oder vergleichbarem Material) der Tasse (für den Pin-Anschluß) der Kaschierung der Matrix Die Tasse ist in Linern eingearbeitet, welche in Kombination mit einem Verschlusssystem verwendet werden. Der Pin gehört dabei schon zum Verschlusssystem und nicht wie oft vermutet zum Liner. Die Kaschierung (ein Textilüberzug außen am Liner) erleichtert das Anziehen. Ist sie nicht vorhanden, z.B. bei Klinik-Linern wegen der besseren Desinfektionsmöglichkeiten, ist ein Anziehhilfe-Spray notwendig, damit die Silikonschichten aufeinander gleiten können. Die Matrix ist ein Textilgewebe, was entweder mit in den Liner eingearbeitet oder Teil der Kaschierung ist. Sie dient dazu den Längshub zu minimieren, da hierbei unangenehme Reibung auftritt. Aufgrund verschiedenster Anforderungen, werden diese Elemente kombiniert oder (teilweise) weggelassen. So gibt es zum Beispiel Oberschenkelliner (auch TF-Liner genannt), welche eine durchgehende Matrix sowie eine Tasse haben, jedoch keine Kaschierung. Unterschenkel-Liner (TT-Liner) haben in der Regel immer eine Kaschierung jedoch aufgrund der knöchernen Struktur eine reduzierte Matrix. So ergibt sich eine riesige Anzahl verschiedenster Liner, welche für den jeweiligen Einsatzzweck sorgfältig ausgewählt werden sollten. Die Materialien: Silikon: der Klassiker und die erste Form der Liner stabil, strapazierfähig, leicht zu reinigen geeignet für Unterschenkelstümpfe mit guter Weichteildeckung und Oberschenkelstümpfe Silikon-Gel: etwas weicher als das klassische Silikon knöcherne Strukturen werden besser Druckentlastet bessere Reduktion von Scherkräften für Unterschenkelstümpfe mit normaler Weichteildeckung und Oberschenkelstümpfe PU-Liner: Liner mit guten Fließeigenschaften sehr gute Reduktion von Scherkräften geeignet für Unterschenkelstümpfe mit schlechter Weichteildeckung für Oberschenkelstümpfe eher ungeeignet Alle Linertypen sind in verschiedenen Dicken erhältlich (3mm, 6mm und teilweise 9mm). Die dickeren Liner laufen für gewöhnlich nach proximal (rumpfnah) auf 3mm Stärke aus. Einige Hersteller liefern auch Unterschenkel-Liner, welche vorn im knöchernen Bereich dünner sind als hinten, was den Tragekomfort beim Sitzen erhöht. Diese Aufstellung ist jedoch keinesfalls komplett, es gibt mittlerweile viele Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel mit Silberionen beschichtete Liner gegen verstärkte Geruchsbildung oder Liner gegen Phantomschmerzen. Alle möglichen Kombinationen zu nennen ist fast unmöglich. Das Größenbestimmung erfolgt bei den verschiedenen Herstellern fast einheitlich 4cm oberhalb des Stumpfendes.
  9. Sensomotorische, auch propriozeptive Einlagen genannt, haben einen anderen Ansatz als herkömmliche Bettungs- oder Korrektureinlagen. Während bei den zuvor genannten Einlagen der Fuß lediglich gebettet bzw. durch mechanischen Druck von außen in eine Form gezwungen wird, machen sich sensomotorische Einlagen eine Verringerung des Muskeltonus zunutze. Durch den gezielten Einsatz sog. Informationen (wie die Pelotten auf diesen Einlagen bezeichnet werden), wird dem Organismus ein veränderter (reduzierter) Muskeltonus suggeriert, auf den er ausgleichender Weise mit einer Muskelkontraktion reagiert. Das Ergebnis ist eine aktive Korrektur des Fußes. Weitere Informationen gibt es bei Footpower.
  10. Der Frakture-Brace nach Sarmiento findet häufig Anwendung bei Tibia-Schaftfrakturen. Ein solches Modell findet sich auch in der Abbildung links. Der Vorteil gegenüber der klassischen Versorgung mit Gips oder Cellacast-Binden ist, das durch das 2-Schalen-Prinzip und die verschiedenen Verschlüsse wesentlich mehr Kompression auf die Fraktur ausgeübt werden kann und dadurch oftmals die Callusbildung verstärkt angeregt wird. Weiterhin wird dem Träger eine Bewegung um Sprunggelenk ermöglicht Gefertigt werden diese Schienen nach Gipsabdruck. Die Hülsen bestehen aus 2-3mm Polyethylen und die Schienen aus 4-5mm Polyethylen. An der Schienbeinkante und den Knöcheln sollte sich ein Polster befinden. Optional kann der Brace auch perforiert werden, um etwas Luftzirkulation zu ermöglichen. Indikation: Tibiaschaftfrakturen, Fibulafrakturen Verordnungstext: Fraktur-Brace nach Sarmiento Information: Frakturversorgungen nach Sarmiento können auch bei Oberarmfrakturen verwendet werden (Humerus-Schaft Frakturen) Verordnungstext: OA-Fraktur-Brace nach Sarmiento
  11. basti

    Prothesenschaft

    Ein Prothesenschaft ist Bestandteil von Prothesen und bildet die Schnittstelle zwischen Stumpf und den eingesetzten Passteilen. Es gibt für die jeweiligen Anwendungsorte Schäfte in verschieden Formen mit verschiedenen Funktionen. Einige Beispiele: Unterschenkel: Kondylenumfassender Schaft mit Weichwandinnentrichter Schaft mit Liner-System (Pin oder Vakuum) Oberschenkel: MAS-Schaft (mit oder ohne Liner) CAT-CAM Schaft (mit oder ohne Liner) querovaler Schaft (mit oder ohne Liner) Diese Aufzählung ist jedoch keinesfalls vollständig. Hinzu kommen verschiedene Schaftformen im Armbereich. Prothesenschäfte werden immer individuell für einen Patienten angefertigt und können dann auch nur von diesen verwendet werden. Meist sind nach einigen Monaten oder Jahren Anpassungen notwendig beispielsweise bei Gewichtszu- oder Abnahme.
  12. Als Oberschenkelprothese bezeichnet man Körperersatzstücke nach einer Beinamputation, bei der auch das Kniegelenk mit entfernt wurde. Es gibt genau wie bei den Unterschenkelprothesen viele verschiedene Schaft- und Prothesensysteme welche durch die vielen weltweit verfügbaren Prothesenpassteile in den unterschiedlichsten Kombinationen zu finden sind. Die nachfolgenden Tabellen sollen zum einen kurze Informationen zu den gängisten Schaftsystemen zum anderen den verschiedenen Kniegelenkklassen liefern. Schaftsysteme Bezeichnug Merkmale Querovaler Schaft die Lastübertragung auf den Prothesenschaft erfolgt weitestgehend über den Sitzknochen (Tuber ischiadicum), daher auch die Bezeichnung Sitzbein-unterstützender Schaft der Schaft wird in einer Zweckform (nicht anatomisch) gestaltet technische Details: ausgehend vom Tuber liegt der vordere Schaftbereich (die sog. Frontalpelotte) max. 2,5cm höher, weiterhin ist diese Pelotte großflächig angelegt, um keinen zu großen Druck auf die Blutgefäße auszuüben im Schritt, dem sog. Perineum, liegt der Schaftrand max. 1-1,5cm tiefer (um auch die Adduktoren im Schaft zu fassen) der äußere Schaftrand variiert oftmals abhängig von der Stumpflänge und liegt bei Kurzstümpfen höher als bei Langstümpfen das Umfangsmaß des Sitzringes liegt unter dem anatomischen Maß ausgehend vom A/P Maß des Perineum sollte das laterale A/P Maß in etwa das Doppelte betragen; das M/L Maß das 2,5 fache weiter unten im Schaft, dem sog. Steuerungsbereich befindet sich die laterale Anlage, welche als Gegenhalt zum Oberschenkelknochen dient bei einem Kontaktschaft wird das Stumpfende formschlüssig umfasst, was der idealere Zustand ist; wünscht oder verträgt der Amputierte keinen Endkontakt, wird auch auf die Formschlüssigkeit verzichtet, hier sollte dann aber zur Vermeidung von Blauverfärbungen (sog. Zyanosen) der Hohlraum mit einem weichem Material aufgefüllt werden Prothesen mit querovaler Schaftform sind häufig mit zusätzlichen Haltemechanismen ausgestattet (Schlesier-Bandage, Halte-Bandage), welche ein “Herunterrutschen” des Sitzknochens vom Tuber verhindern sollen auch heute noch sehr häufig verwendete Schaftform CAT-CAM Schaft (länsovaler Schaft) Contoured Adducted Trochanteric Controlled Alignment Method; was sinngemäß soviel bedeutet wie konturierte adduzierte Trochanter-kontrollierte Aufbaumethode diese Schaftform kam Mitte der 1980er Jahre in den USA auf und ist seit dem in verschiedensten Abwandlungen zu finden: Narrow ML (medial/lateral engerer Schaft, welcher sich in unseren Breiten nicht durchgesetzt hat) APO Socket (antero-posterior ovaler Schaft) UCLA-Socket (University of California L.A. / Schafttechnik nach C. Hoyt), die Schafttechnik welche heute in leichten Abwandlungen zum Einsatz kommt im Gegensatz zu querovalen Schaft wird der Sitzknochen (tuber ischiadicum) nicht bzw. nur minimal zur Lastübertragung herangezogen der Sitzbeinast wird medial (innen) umgriffen (daher auch die Bezeichnung Sitzbein-umgreifende Schaftform) durch die unterschiedliche Anatomie erweist sich diese Schaftform bei Patientinnen durch den größeren Schambeinwinkel oft als schwierig technische Details: ausgehend vom Tuber sollte die Umgreifung medial ca. 3cm hoch sein und parallel zum Ramus verlaufen nach ventral (vorn) fällt der Schaft am sog. Kreuzungspunkt ab im vorderen (ventralen) Bereich steigt dann der Schaftrand wieder an, verläuft jedoch min. 4cm unter dem vord. oberen Darmbeinstachel außen (lateral) sollte der Schaftrand gerade über den Trochater Major reichen, da höher liegende Bereiche beim Gehen an der Beckenmuskulatur reiben im hinteren (dorsalen) Bereich verläuft der Schaftrand auf Höhe der Sitzbeinumgreifung und steigt dann nach außen an (bei sehr langen Stümpfen kann der hintere Bereich jedoch weiter ausgeschnitten werden, da dies für den Patienten mehr Sitzkomfort bedeutet) die Lastübertragung erfolgt weitestgehend über die gesamte Fläche des Stumpfes (einschl. des Stumpfendes), was bedeutet, dass der Patient mit einem Kontaktschaft versorgbar sein muss medial / lateral wird eine Verblockung zwischen Oberschenkelknochen (femur) und Sitzbeinast (ramus ossis ischii) erzeugt wenn die Indikation es zulässt sollte man diese Schaftform der querovalen vorziehen
  13. Hauptsächlich in der Prothetik der unteren Extremitäten finden sich häufig die Bezeichnungen Mobilitätsgrad, Mobilitätsklasse bzw. Aktivitätsgrad oder Aktivitätsklasse. Im Grunde genommen haben die 4 Begriffe im Prothesenbau die gleiche Bedeutung. Sie dienen der Klassifizierung der Leistung eines Amputierten. Hierbei ist jedoch, entgegen der Vermutung Vieler, nicht der aktuelle Zustand des Amputierten gemeint, sondern dessen Potenzial bzw. das Therapieziel. Auch wird eine solche Einteilung von den Herstellern der Prothesenpassteile verwandt, allerdings in Kombination mit Maximalgewichten. Die Mobilitätsgrade im Einzelnen: 0. Nichtgehfähiger Hier wird unterstellt, dass der Patient nicht im Stande ist eine Prothese aktiv zu nutzen. In seltenen Fällen wird ein kosmetischer Ersatz gefertigt. 1. Innenbereichsgeher Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit die Prothese für kurze Wegstrecken (auf ebener Fläche) und Transferzwecke zu nutzen. 2.Eingeschränkter Außenbereichsgeher Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich langsam fortzubewegen und dabei kleinere Hindernisse zu überwinden. 3. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich mit seiner Prothese mit variabler (auch hoher) Geschwindigkeit in unterschiedlichem Terrain fortzubewegen. Auch berufliche und therapeutische Aktivitäten bereiten Ihm keine Schwierigkeiten. Die Prothese wird jeoch nicht überdurchschnittlicher beansprucht. Die Gehdauer / -strecke sind gegenüber Unversehrten unwesentlich limitiert. 4. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Funktionsansprüchen Der Betroffene besitzt das Potenzial bzw. die Fähigkeit sich wie der uneingeschränkte Außenbereichsgeher fortzubewegen. Gehstrecke und Dauer sind nicht limitiert. Außerdem kommt es auf Grund eines hohen Anspruches zu vermehrten Stoßbelastungen bzw. Spannungen oder Verformungen Es kursieren viele verschiedene Formulierungen der Aktivitätsklassen, in Krankenkassenverträgen, Herstellerinformationen usw. In der Kernaussage sind sie jedoch ähnlich.
  14. basti

    Kompromissachsen

    Da es technisch nicht möglich ist, die anatomischen Gelenkachsen nachzubilden, werden in der Orthopädietechnik sog. Kompromissachsen verwendet. Im Folgenden beschrieben finden sich die gängigsten Kompromissachsen der unteren Extremität. 1. Hüftgelenk horizontal durch die Mitte des Hüftgelenkes Hilfsmittel: Roser-Nelaton-Linie (Tuber ischiadicum, Trochanter major und Spina iliaca anterior superior) mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung) 2. Kniegelenk a: nach Nietert Höhe 19mm über dem Kniespalt (bei Kindern 8-10mm; bei sehr großen Patienten bis 25mm) a/p Einordnung 60%/40% mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung) b: nach Gocht Höhe Patella-Mitte a/p Einordnung 65%/35% mögliche Bewegungen: Flexion (Beugung), Extension (Streckung) 3. oberes Sprunggelenk lateral 1cm vor dem höchsten Punkt des Knöchels medial in a/p Richtung auf dem höchsten Punkt des Knöchels, aber horizontal mit der Lateralseite ausgerichtet mögliche Bewegungen: Dorsalextension, Plantarflexion