Alex

Neues Antriebskonzept für Rollstühle

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Hallo,

kürzlich habe ich ein neues Antriebssystem für "normale" Rollstühle gesehen. Es wurde von der Firma Alber entwickelt und nennt sich Quix. Bei diesem Antrieb ist der Name auch Programm. Er lässt sich, einmal justiert, immer ganz schnell an den vorhandenen Standardrollstuhl ankoppeln. Dann hat man die Möglichkeit, ähnlich wie bei einem Elektroscooter, mit einem Lenkrad den Rollstuhl zu steuern. Die Geschwindigkeit des Antriebs beträgt ca. 6km/h. Bei angekoppeltem Quix werden die Lenkräder des Standard oder Aktivrollstuhl in die Luft gehoben, so das die Lenkung und der Antrieb komplett auf dem Quix liegen.

Einmal angekoppelt kann man dann seine Runden drehen. Auch der Wendekreis dieses kleinen Antriebs ist extrem klein. Will man nun mal den Quix mit auf Reisen nehmen (z.B. im PKW) ist das auch kein Problem, denn er lässt sich kinderleicht in mehrere Einzelteile zerlegen und passt somit in jedes Auto.

Anwendungsgebiete:

  • Innenbereich
  • Außenbereich, wie Gehwege oder auch in Parks

Technische Daten:

  • Reichweite bis zu 15 km
  • Geschwindigkeit ca. 5,5 km/h

Ich finde diesen Quix eine geniale Idee von der Firma Alber, deswegen habe ich mal einen kleinen Bericht darüber geschrieben. Weitere Informationen gibts entweder direkt bei http://www.alber.de oder im guten Fachhandel. Auf der homepage vom Hersteller gibt es auch Videos zu sehen!

Alex

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Hallo Leute,

das Produkt Quix musste Ende letzten Jahres ( 2010 ) leider eingestelt werden.

Hier ein paar Auszüge aus einem mail vom ehem. Produktmanager des Quix-Anriebes:

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Die Idee hinter dem Quix war, älteren Rollstuhlfahrern das Lenken eines elektrischen Zusatzantriebs zu erleichtern und intuitiver zu gestalten.

Es hatte sich immer wieder gezeigt, dass ältere Personen mit der Joysticksteuerung von Elektrorollstühlen anfänglich oft große Probleme haben.

Trotz der anfänglich sehr guten Resonanz seitens des Fachhandels der Fachpresse auf den Quix und einiger Auszeichnungen, blieben die erwarteten Verkaufszahlen leider aus. Unserer Ansicht nach gab es hierfür aber nicht nur eine Ursache. Vielmehr spielten viele verschiedene Aspekte hierbei eine Rolle:

Die Anzahl der Kunden, die wirklich ein Problem mit der Joysticksteuerung hatten, war am Ende deutlich geringer als erwartet. Oft haben sich e-fix und Quix gegenseitig Konkurrenz gemacht.

Leider gestaltete sich für den Fachhandel der Anbau an Rollstühle in der Praxis oft als langwieriger als gedacht. Wurden die Schrauben nicht mit dem richtigen Drehmoment angezogen, konnte sich leicht etwas an der Mechanik verstellen.

Hinzu kommt, dass der Rehamarkt mittlerweile stark mit Produktvariationen jeglicher Art übersättigt zu sein scheint. Der Fachhandel hat den Quix daher vertriebsseitig nur mit mäßig gepusht. Vor 20 oder 30 Jahren, als es noch nicht so viele Rehaprodukte am Markt gab, wäre der Quix höchstwahrscheinlich mit deutlich größerer Begeisterung aufgenommen worden.

Da wir den Quix auch an schmale Rollstühle anbauen wollten, sollte der Drehradius der Lenk- und Antriebsräder so gering wie möglich ausfallen. Durch den geringen Radius der Vorderräder war jedoch die Hindernisüberwindung vor allem im Außenbereich stark eingeschränkt und auch die Traktionseigenschaften des Quix kamen an Steigungen und rutschigem Untergrund schneller an ihre Grenzen.

Der Quix war anfänglich als Produkt für den Innen- und Außenbereich (Schwerpunkt Innenbereich) konzipiert worden. Die meisten Kunden wollten das Gerät aber primär im Außenbereich nutzen. Die Ursprüngliche Idee, das Gerät z.B. in Altersheimen einzusetzen fand leider trotz vieler Vertriebsmaßnahmen wenig Anklang.

Letzten Endes entscheiden aber bei jedem Unternehmen langfristig immer die betriebswirtschaftlichen Aspekte über den fortbestand eines Produktes.

Das Aufrechterhalten der Produktion, der Beschaffung, des Bestellwesens, des Service und nicht zuletzt des Vertriebs und Marketing stand leider nicht im Verhältnis zum Ergebnis.

Trotz sorgfältiger Studien, Expertengespräche und Testfahrten im Vorfeld zeigt sich, dass man manchmal mehrere Frösche küssen muss, bevor ein Prinz dabei rauskommt.

Wir hoffen, Ihnen hiermit eine ausreichende Antwort gegeben zu haben. Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen aus Albstadt

Telefon + 49 / (0) 74 32 / 20 06 - 181

Telefax + 49 / (0) 74 32 / 20 06 - 189

Web: Treppensteiger, Rollstuhl Zusatzantriebe, Schiebehilfe und Elektrorollstuhl von Alber

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Also jetzt wisst ihrs, das Gerät gibt es nicht mehr. Die Idee find ich aber immer noch gut.

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