mino

Probleme bei Orthesenversorgung Bein

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Moin moin...

Ich habe im Moment extreme Probleme mit einem Sanitätshaus zwecks Orthesenversorgung und bin mittlerweile echt ratlos.

Kurz zur Vorgeschichte:

Ich habe von Kindheit an fehlgebildete Kniegelenke, die zig-mal erfolglos operiert wurden. Letztes Jahr wurde das schlechtere Knie im zarten Alter von 35 Jahren Endoprothetisch versorgt, nach 5 Jahren Entlastung an Unterarmgehstützen. Bei dem Bein ging zu dem Zeitpunkt kaum noch eine aktive Bewegung. Mühsam hab ich mir in den letzten Monaten eine aktive Bewegung zurück erarbeitet und kann jetzt wieder aktiv Strecken und Beugen sowie das Bein kurz anheben, allerdings nur gegen Schwerkraft. Dazu kommt das Muskelansätze der inneren Oberschenkelmuskulatur nicht mehr vorhanden sind und das ganze Bein eine extreme Muskelartrophie hat, eine Nervenschädigung des Saphenus und ein sekundäres Lymphödem, was aber mit Kompression gut behandelbar ist.

Vor einem halben Jahr habe ich dann mit Hilfe einer Standard-Orthese wieder mit der Vollbelastung angefangen, was auch ganz gut klappt, ohne Orthese ist es zu instabil und soll auch laut Operateur nicht sein. Da ich aufgrund des Lymphödems und der fehlenden Muskulatur extreme Probleme mit Stauungen und Einschneidungen beim Tragen der Donjoy habe, sollte eine Orthese in Schalen-Technik angefertigt werden. Und damit begann das Drama:

Da ich beruflich stark eingebunden bin, habe ich mir ein Sanitätshaus in der Nähe gesucht, dass auch die Kompressionsversorgungen schon gut gelöst hatte, und bin nicht zu meinem üblichen Orthopädietechniker (der schon zwei super Orthesen für mich gebaut hat) gefahren, da der weit weg ist und mir die Zeit dafür fehlte. Das war scheinbar ein grober Fehler.

Im November 2014 erfolgte die erste Orthesenversorgung im neuen Sanitätshaus. Die Orthese war aus Kunstoff mit aufgeschraubten Schienen mit Gelenken. Die Orthese hatte eine katastrophale Passform, das Gelenk an der Innenseite stand ca. 5 cm vom Knie ab und ich konnte dadurch nur mit einem Schwung nach außen laufen, da ich sonst mit dem anderen Bein am inneren Gelenk hängen blieb. Dazu kam, das das Teil nach 5 Metern laufen rutschte und sich dann so ungünstig aushebelte, dass es direkt in meinen geschädigten Nerv am Schienbein drückte (Die Schale am OS war hinten, die am US vorne). Aber das schlimmste war das Gewicht (ca. 1,5 kg). Mein Bein war nach einigen Metern so müde, dass es zu zittern anfing und nach einer Tragedauer von 2 Stunden im Büro einfach wegknickte. Diese Schiene habe ich dann am nächsten Tag wieder zurück gebracht.

Dann wurde mir gesagt, dass man wohl doch eine Carbon-Schiene machen müsse, sie würden das mit der Kasse klären und sich melden. Die Wochen vergingen, ich wurde am Telefon immer wieder hin gehalten, dann war der krank, dann jener... Letzten Endes war es Mitte Januar, bis ein neuer Gipsabdruck gemacht wurde. Dann dauert es wieder, wieder wurde ich wegen Ausfall und Krankheit hingehalten, vor zwei Wochen habe ich dann die Probeorthese bekommen. Die konnte ich gar nicht Probe tragen, weil sie sofort rutschte. Dennoch wurde, weil die Passform ja gut wäre, danach die Carbon-Orthese angefertigt.

Die habe ich vor 4 Tagen bekommen und auch wacker 2 Tage Probe getragen. Aber leider rutscht auch diese nach wenigen Metern und ist viel zu schwer für mich (Gewicht 1,2 kg, zum Vergleich wog meine alte 700 Gramm). Außerdem drücken die inneren Polster (es wurden zwei "Wülste" auf der Innenseite der Orthese aufgetragen, um meinen fehlenden Muskel auszugleichen) beim Rutschen wieder auf den Nervenschaden, so dass ich so Schmerzen bekommen habe, dass ich das Teil am liebsten direkt in die Mülltonne gefeuert hätte.

Wieder im Sanihaus angerufen und das Problem geschildert, dann wurde mir gleich gesagt, da hätte ich wohl die Gurte nicht fest genug angezogen (Hallo, ich trage seit 15 Jahren Orthesen, und meine alte hielt sogar ohne die Gurte). Na ja, dann müsse man wohl noch mehr aufpolstern (klasse, noch mehr Gewicht), und leichter ginge ja nun nicht... Und außerdem wäre die Passform doch toll, dass kann doch gar nicht sein.

Am Montag habe ich einen Termin (wenn der nicht mal wieder aus irgendwelchen Gründen abgesagt wird), und ich möchte eigentlich keinen dritten Fehlversuch von diesem Sanitätshaus haben. Ich glaube nicht, dass man diese Orthese noch für mich gebrauchsfähig verändern kann.

Fazit: Vier Monate nach Genehmigung habe ich zwei Orthesen, die ich nicht tragen kann, laufe immer noch mit der Donjoy rum und möchte von diesem scheinbar nicht ganz kompetenten Sanitätshaus nicht weiter versorgt werden, sondern würde am liebsten wieder zu meinem letzten OT, bei dem ich immer in zwei Wochen eine pefekt sitzende leichte Orthese bekommen habe.

Wie kann man sowas regeln, geht das überhaupt und was kann ich da als Kassenpatient machen? Ich bin da echt ratlos und brauche einfach dringend eine vernünftige Versorgung.

Vielleicht kann mir hier jemand ein paar Tipps geben, dafür wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße

mino

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Hallo mino,

grundsätzlich sollte sich so etwas regeln lassen. Es kommt evtl. auch darauf an, wie Du Dich bei der Übergabe der Hilfsmittel verhalten hast, also eine Unterschrift und quasi die Bescheinigung das alles passt, oder eben noch keine Unterschrift. Grundsätzlich richtig aus Deiner Sicht wäre aber sich die Kontaktaufnahme zur Krankenkasse und die Schilderung Deiner Probleme. Ich würde zwar nicht unbedingt mit einer schnellen Lösung rechnen, aber auch nicht sagen, das da nichts mehr geht...

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Hallo Rene,

danke für Deine Antwort. Habe mittlerweile mit der Krankenkasse und dem Sanitätshaus gesprochen.

Also, bei der ersten Orthese habe ich natürlich den Erhalt bestätigt, dass sie zu schwer ist habe ich leider erst nach ein paar Stunden Tragedauer gemerkt. Das dürfte aber laut Krankenkassen-Mitarbeiter nicht das Problem sein. Diese Orthese, die ich nie tragen konnte, ist schon mit der Krankenkasse abgerechnet.

Bei der Zweiten habe ich den Erhalt nicht bestätigt, ich sollte aber ein neues Rezept einreichen, auf dem der Arzt bestätigen sollte, dass eine Orthese in Leichtbauweise erforderlich ist. Das Rezept habe ich bisher nicht besorgt, da die zweite Orthese ja auch nicht wesentlich leichter ist, als die erste. Auch den Erhalt der zweiten Orthese habe ich nicht bestätigt.

Der OT, der die Orthese gebaut hat, ist mal wieder krank, jetzt hat der Kollege geguckt. Das läge angeblich nur daran, dass die Orthese auf dem Stoff rutschen würde (das ich den Kompressionsstrumpf unter der Orthese tragen muss, war ja von vorn herein klar). Er will jetzt rutschhemmende Polster rein bauen und die Orthese heute Nachmittag wieder bringen. Zum Gewicht kam dann nur, dass es ja stabilere Gelenke wären, wie bei meiner alten Orthese, und die wären bestimmt 200 Gramm schwerer. Ist halt nur die Frage, warum man so was dann rein baut, wenn man genau weiß, dass für den Patienten jedes Gramm an eingesparten Gewicht wichtig ist. Die Gelenke in der alten Orthese haben 5 Jahre ohne Probleme durchgehalten und sind immer noch völlig in Ordnung, nur passt mein Knie durch die TEP leider nicht mehr in die Orthese rein.

Der Herr will sich nochmal Gedanken machen und sich dann melden (da wird dann wahrscheinlich wie immer nichts kommen). Aber wenn wir andere Gelenke nehmen würden, müsste man die ganze Orthese wahrscheinlich noch mal neu machen. Das werden die sicher nicht machen...

Ich warte diese Woche nochmal ab, wenn dann nichts kommt, werde ich das Ganze mal schriftlich formulieren und um Nachbesserung bitten, mit Durchschlag an die Krankenkasse.

Der Krankenkassen-Mitarbeiter meinte, ich sollte noch eine zweite Nachbesserungsmöglichkeit geben, wenn es dann nichts wird, soll das Sanitätshaus schriftlich bestätigen, dass sich die Orthese nicht leichter bauen lässt (Ob die das machen? Kann ich mir nicht vorstellen.) Dann kann man die Sache von einem anderen Sanitätshaus machen lassen.

Letzten Endes bin ich wieder die Blöde, die seit 4 Monaten auf eine adäquate Versorgung wartet und so lange mit ungeeigneter Orthese rumläuft, die mehr und mehr den Nerv und den Muskel angreift. Super....

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Ich warte diese Woche nochmal ab, wenn dann nichts kommt, werde ich das Ganze mal schriftlich formulieren und um Nachbesserung bitten, mit Durchschlag an die Krankenkasse.

Ich denke das ist der richtige Weg. Das Recht auf Nachbesserung besteht (leider für Dich), auch wenn sich dadurch Dein Problem nicht schnell lösen lässt. Ich würde an Deiner Stelle auch eine Frist mit in Deinen schriftlichen Nachbesserungsantrag mit hinein formulieren. Alles was mehr als 3-4 Wochen dauert ist dem dem Falle wirklich unverhältnismäßig. Eine komplette Neufertigung kann allerdings (wie Du sicher weisst) auch gut 3 Wochen in Anspruch nehmen.

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So, natürlich kam wie erwartet mal wieder nichts vom Sanitätshaus, Fax ans SH ist jetzt raus mit Schilderung und Daten, was wann wie gelaufen ist und Fristsetzung zur Stellungnahme bis zum 13.03.15, mit Durchschlag an meine Krankenkasse.

Dann bin ich mal gespannt, was passiert... Wenn das Sanitätshaus nicht reagiert, kann man ja davon aus gehen, dass sie nicht nachbessern werden. Dann wird die Krankenkasse hoffentlich ein Einsehen haben und ich darf zu meinem alten OT...

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So, nach langem hin und her bin ich nun endlich zu einer Lösung gekommen.

Ich habe mir ein neues Rezept vom Arzt besorgt mit dem Zusatz "Erstanfertigung nicht tragbar", damit zu meinem alten OT gegangen, neuen KV eingereicht und nach zig Telefonaten mit der KK genehmigt bekommen. Um die Fehlanfertigung kümmert sich jetzt die KK. Entweder das Sanitätshaus zahlt freiwillig zurück, oder es wird ein Gutachten geben.

Aber wenigstens kann mein OT starten und ich habe denn in den nächsten Tagen endlich eine vernünftige Orthese... :-)

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So, neue Orthese ist da, sitzt super, rutscht nicht, passt sogar unter die Hose und wiegt nur 600 Gramm. Klasse Arbeit! Dann kann ich jetzt endlich wieder gescheit laufen...:)

Das andere Sanitätshaus hat das Geld freiwillig an die Kasse zurück gezahlt, so dass ich nicht auch noch zum Gutachter muss.

Also nach einem halben Jahr endlich eine Orthese und die Erkenntnis, dass ich NIE wieder zu einem anderen Sanitätshaus gehe...

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Leider eine nicht unübliche Geschichte in unserem "tollen Handwerk".... Diesmal mit gutem Ausgang.

Wechsel des Technikers sollte man nur mit äußerster Vorsicht vornehmen.

Zum Abschluß wäre noch ein Foto der neuen Orthese schön

Gruß Humerus

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Klar kommt noch ein Foto, habe das Stück jetzt seit einem guten halben Jahr und komme nach wie vor super damit zurecht. Auch die Umfang-Abnahme vom Bein hat die Orthese dank der flexiblen Seitenteile prima mitgemacht, jetzt müssen wir nur bei Gelegenheit mal die Gurte kürzen.

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Finde ich auch, vorallem kann ich damit wieder prima laufen, sogar Nordic Walking geht wieder, und beim Reiten stört sie auch nicht. Optimale Lösung für mich.

Und mit kurzem Rock kann ich mich auch wieder blicken lassen. :whistling:

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